Schweiz verpatzt ersten WM-Test gegen Costa Rica
publiziert: Mittwoch, 2. Jun 2010 / 07:00 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 2. Jun 2010 / 07:24 Uhr
Diego Benaglio war beim einzigen Gegentreffer chancenlos.
Diego Benaglio war beim einzigen Gegentreffer chancenlos.

Die Schweizer Nationalmannschaft präsentiert sich 15 Tage vor dem WM-Startspiel gegen Spanien weit entfernt von der bald benötigten WM-Form. Gegen ein harmloses Costa Rica bezog das Team von Ottmar Hitzfeld in Sitten eine peinliche 0:1-Schlappe.

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«Wir wollen und müssen nach den beiden Niederlagen gegen Norwegen und Uruguay endlich wieder erfolgreich sein», hatte Hitzfeld von seinen Spielern gefordert. Doch seine Mannschaft konnte dieser Forderung in keinster Weise genügen und bezog unmittelbar vor WM-Beginn ihre dritte Niederlage in Folge.

Sicherlich war ein Teil dieser schwachen Darbietung mit dem harten Trainingscamp der letzten Tage in Crans-Montana zu entschuldigen. Doch wie sich das Schweizer Team beim Gegentreffer von Winston Parks verhalten hatte, war nicht durch Ermüdung oder dergleichen zu entschuldigen.

Drei Schweizer vernascht

Der Stürmer des rumänischen Klubs Politehnica Timisoara vernaschte nach einem Konter auf engstem Raum die drei Schweizer Verteidiger Philippe Senderos, Steve von Bergen und Reto Ziegler, ehe er Goalie Diego Benaglio mit einem satten Schuss in die hohe Ecke keine Chance liess (57.).

Vielleicht wäre alles ganz anders gekommen, wenn die Schweiz in ihrer stärksten Phase in Führung hätte gehen können. Erst lenkte aber Goalie Keylor Navas einen Schuss des überzeugenden Marco Padalino über die Latte (3.) und dann blieb die Pfeife des irländischen Schiedsrichters Anthony Buttimer stumm, als Blaise Nkufo im gegnerischen Strafraum umgerissen wurde (4.).

Guter Anfang, dann müde

Nach guten 15 Minuten gleich zu Beginn liessen die Schweizer dann immer mehr nach. Ohne Druck nach vorne, ohne Tempo und Ideen wurde der kämpferische Gegner aus Zentralamerika immer mehr aufgebaut. Costa Rica störte die Schweizer Spieler sehr früh und liess keinen Spielfluss zu. Das Hitzfeld-Team wusste sich aus dieser Umklammerung nicht zu befreien, wirkte bald einmal müde und fand nie zu einem höheren Rythmus, der den Gegner in die Defensive hätte drängen können.

Hitzfeld musste zu Beginn überraschend auf Valon Behrami verzichten, der sich am Montag im Abschlusstraining am Knöchel verletzt hatte und aus Schonungsgründen durch Padalino ersetzt wurde. Der Sampdoria-Söldner agierte dann eher überraschend auf der ungewohnten linken Seite vor seinem Klubkollegen Ziegler, er war aber dennoch einer der auffälligsten Schweizer auf dem Platz.

Gute Abwehr

Gute Noten verdiente sich zumindest eine Halbzeit lang auch die Schweizer Abwehr, die nur selten in Verlegenheit geriet. Senderos war die lange Wettkampfpause kaum anzumerken, Stéphane Grichting agierte abgeklärt wie immer und auch Lichtsteiner und Ziegler liessen auf den Aussenbahnen nichts anbrennen. Bis die 57. Minute kam und Winston Parks mit seinem Treffer böse Unkonzentriertheiten in der Schweizer Defensive offenbarte.

Der Schweizer Angriff konnte sich bis in die Schlussphase, als mit aller Macht der Ausgleich angestrebt wurde, kaum Chancen erarbeiten. Captain Alex Frei zog sich stark ins Mittelfeld zurück, holte die Bälle teilweise vor dem eigenen Strafraum und liess Blaise Nkufo dadurch als einzige Sturmspitze in der Luft hängen. Die Torausbeute der Schweizer in den letzten vier Partien sagt alles aus: Gegen Israel (0:0), Norwegen (0:1), Uruguay (1:3) und Costa Rica (0:1) wurde nur gerade ein Treffer erzielt.

Hitzfeld: Spritzigkeit fehlt noch

Was ist die Erkenntnis aus dieser Partie? «Uns fehlen noch etwa 20 Prozent an Spritzigkeit nach der harten Vorbereitung. Wichtig ist, dass wir in zwei Wochen gegen Spanien bei 100 Prozent angelangt sind», sagte Hitzfeld nach dem Spiel, das ihn trotz der peinlichen Niederlage nicht gross beunruhigte.

Das Spiel gegen Costa Rica sollte die dritte WM-Gruppenpartie gegen Honduras, das sich in der WM-Qualifikation nur ganz knapp vor Costa Rica platzieren konnte, simulieren. Die Niederlage zeigt, dass es an der WM in Südafrika keine einfache Begegnung geben wird. Auch nicht gegen den vermeintlichen Aussenseiter Honduras.

Schweiz - Costa Rica 0:1 (0:0)
Tourbillon, Sion. - 10'000 Zuschauer. - SR Buttimer (Irl). - Tor: 57. Parks 0:1.

Schweiz: Benaglio; Lichtsteiner, Senderos, Grichting (46. Von Bergen), Ziegler; Barnetta (76. Bunjaku), Inler (61. Schwegler), Huggel (61. Fernandes), Padalino (64. Shaqiri); Frei, Nkufo (64. Derdiyok).

Costa Rica: Navas; Myrie,Sequeira, Segares, Diaz; Azofeifa; Ruiz (91. Mena), Barrantes (84. Paniagua), Hernandez (78. Guzman), Bolanos; Parks (81. Urena).

Bemerkungen: Schweiz ohne Behrami, Eggimann und Yakin (alle geschont). Verwarnungen: 76. Von Bergen (Foul), 83. Diaz (Foul), 87. Fernandes (Foul), 90. Azofeifa (Foul).

 

 

(René Baumann, Sitten/Si)

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