WM-Neuling
Schweizer Frauen-Nati hat nichts zu verlieren
publiziert: Freitag, 5. Jun 2015 / 11:14 Uhr
Eine Leaderin im Schweizer Team: Lara Dickenmann.
Eine Leaderin im Schweizer Team: Lara Dickenmann.

Der Frauenfussball in der Schweiz hat eine enorme Entwicklung hinter sich. Erstmals nimmt das Schweizer Nationalteam in Kanada als einer von acht WM-Neulingen an einer Endrunde teil. Der grosse Geldsegen winkt den Spielerinnen deswegen nicht.

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Seit 1972 besteht das Schweizer Frauenteam offiziell. Noch im selben Jahr trugen die Schweizerinnen das erste von der FIFA anerkannte Länderspiel aus. Die Partie in Basel gegen Frankreich endete mit einem 2:2-Unentschieden. 43 Jahre später nehmen die Schweizer Frauen erstmals an einer WM-Endrunde teil und hinken den Männern damit ganze 81 Jahre hinterher. Diese waren seit der Erstteilnahme im Jahr 1934 in Italien (Viertelfinal-Aus gegen die Tschechoslowakei) immerhin bei zehn der 20 Austragungen dabei.

Fussball galt auch in der Schweiz lange Zeit als Männersport. Dank neuen Strukturen und der Professionalisierung der Nachwuchsförderung, unter anderem mit der Lancierung eines Ausbildungszentrums, begann im Frauenfussball jedoch ein regelrechter Boom, der bis heute anhält. 2015 gibt es in der Schweiz rund 800 Frauenteams. Mittlerweile sind rund 26'000 Mädchen und Frauen in der Schweiz in einem Fussballverein aktiv. Zum Vergleich: Das sind ungefähr gleich viele wie Männer in der Schweiz Eishockey spielen.

Siegermentalität entwickelt

Parallel zur Quantität stieg auch die Qualität. Lara Dickenmann (29) übernahm eine Vorreiterrolle, indem sie als erste Schweizerin ins Ausland wechselte; später zogen andere nach. Anfang 2012 übernahm die vierfache Europameisterin Martina Voss-Tecklenburg das Nationalteam der Frauen von ihrer Vorgängerin Béatrice von Siebenthal. Die 47-jährige Deutsche hat ihre Siegermentalität auf das Team übertragen und führte die Schweiz in der Weltrangliste bis auf Rang 19. Mit einer beeindruckenden Bilanz von neun Siegen und einem Unentschieden aus zehn Spielen und einem Torverhältnis von 53:1 qualifizierten sich die Schweizerinnen im vergangenen September erstmals für eine WM.

Dass ihnen deswegen gleich der grosse Geldsegen winkt, davon können die 23 Spielerinnen jedoch nur träumen. Ihre Nationaltrainerin erhielt 1989 beim Gewinn des ersten EM-Titels mit Deutschland als Spielerin gerade mal ein Tafelservice als Prämie. Heute schüttet die FIFA auch an der Frauen-WM schon beachtliche Prämien aus. Zu vergleichen sind die Beiträge mit denjenigen der Männer jedoch nicht. Bei der WM 2014 in Brasilien schüttete der Weltverband insgesamt 358 Mio. Dollar an die 32 Teams aus - alleine Weltmeister Deutschland erhielt 35 Mio. Dollar. Die Schweiz wurde für den Vorstoss in die Achtelfinals immerhin mit 9 Mio. Dollar entlohnt. Hinzu kamen für jedes Team weitere 1,5 Mio. Dollar für die Organisation der Vorbereitung.

Im kleineren Rahmen

Bei den Frauen ist alles mehrere Nummern kleiner. Für die Vorbereitung war der Schweizer Fussballverband (SFV) selbst besorgt. Mitunter ein Grund, warum die Schweizerinnen in der Economy Class nach Vancouver flogen. Zwar wurden die Siegprämien im Vergleich zur Frauen-WM vor vier Jahren verdoppelt, die 24 Teilverbände müssen sich dennoch mit vergleichsweise wenigen 15 Mio. Dollar begnügen. Dem Weltmeister winkt eine Prämie von 2 Mio. Dollar. Für eine Achtelfinal-Qualifikation gäbe es für die Schweizerinnen eine Entschädigung von 500'000 Dollar, also ein Bruchteil von dem, was die Männer vor einem Jahr eingespielt haben. Scheiden die Schweizerinnen bereits in der Vorrunde aus, werden sie mit 375'000 Dollar entschädigt.

Die Achtelfinal-Qualifikation ist für die Schweizerinnen durchaus machbar. Die besten zwei Teams jeder Gruppe und die besten vier Drittplatzierten qualifizieren sich für die erste K.o.-Runde. Mit einem Altersdurchschnitt von 25 Jahren gehört das Schweizer Team zu den jüngeren des Turniers. Mit Ecuador (FIFA-Ranking: 48.) und Kamerun (53.) trifft die Schweiz in der Gruppenphase auf zwei unbekannte Gegner, die ebenfalls zum ersten Mal an einer WM-Endrunde teilnehmen. Zum Auftakt wartet mit Titelverteidiger Japan (4.) gleich ein echter Prüfstein. Wie gegen die Südamerikanerinnen und die Afrikanerinnen haben die Schweizer Frauen auch gegen Japan bisher noch kein Länderspiel bestritten. Trotzdem wird Voss-Tecklenburg ihre Equipe optimal auf den Gegner einstellen. Seit 2011 verfolgt sie die Japanerinnen intensiv. «Es ist unser allererstes WM-Spiel. Wir haben absolut nichts zu verlieren», versucht die WM-Zweite von 1995 Druck von ihrem Team zu nehmen.

(bg/Si)

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