Schweizer U21 fordert den Titelverteidiger
publiziert: Dienstag, 9. Sep 2008 / 00:00 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 9. Sep 2008 / 00:41 Uhr

Nach schwachem Start kann das Schweizer U21-Nationalteam die Barrage in der EM-Qualifikation doch noch erreichen. Dazu braucht es im abschliessenden Heimspiel in Schaffhausen (19.00 Uhr) gegen Titelverteidiger Holland einen Sieg.

Der Schweizer Trainer Pierre-Andre Schürmann hat mit seinem Team eine starke Gruppe erwischt.
Der Schweizer Trainer Pierre-Andre Schürmann hat mit seinem Team eine starke Gruppe erwischt.
Im letzten Mai schaffte die Equipe von Coach Pierre-André Schürmann in Holland einen 1:0-Sieg gegen die «Jong Oranje». Wiederholt sie diesen Erfolg, gehört sie als Gruppensieger zu den 16 Teams (zehn Gruppensieger und die vier besten Gruppenzweiten), die am 11. und 15. Oktober in Hin- und Rückspielen die sieben Teilnehmer ermitteln, die im Juni 2009 in Schweden mit dem Gastgeber die Endrunde bestreiten. Bis jetzt stehen erst Österreich, Spanien und England als Barragisten fest.

Dass die Schweiz heute Abend diesen «Final» bestreiten kann, verdankt sie dem Norweger Arnar Försund, der am letzten Freitag zwei Minuten vor dem Spielende in Limburg gegen Holland den 1:1-Ausgleich erzielte und damit den vorzeitigen Gruppensieg der jungen Holländer verhinderte. Den Schweizern ihrerseits kommt der Verdienst zu, sich nach dem misslungenen Start in die Kampagne derart gesteigert zu haben, dass sie jetzt nach den Ausrutschern des Favoriten bereitstehen.

Starke Gruppe um Ausland-Profis

Schürmann: «Als wir im ersten Spiel in Wohlen gegen Mazedonien 1:1 spielten, waren die Meinungen gemacht: dieses Team erreicht die Barrage nie, sagten die Leute.» Später, nach dem 1:2 im Rückspiel in Kumanovo (Maz), war der Tiefpunkt erreicht. Vom Gruppensieg redete keiner mehr, die Kritiker schienen Recht zu haben. Doch die U21-Auswahl kämpfte sich dank Siegen gegen die Mitkonkurrenten Holland (1:0) und Norwegen (2:0) in die Spitzengruppe zurück.

Die Steigerung der letzten Monate entbehrt nicht der Logik. «Wir hatten am Anfang zu viele Wechsel. Immer wieder verlor ich Spieler an die A-Nationalmannschaft», sagte Schürmann und zählte auf: «Gelson, Derdiyok, Stocker, Abdi.» Aber zuletzt habe sich die Situation stabilisiert, das Team habe sich einspielen können. Herzstück der Mannschaft ist das Mittelfeld mit den international erfahrenen Akteuren Fabian Lustenberger (Hertha Berlin), Blerim Dzemaili (Torino), Pirmin Schwegler (Bayer Leverkusen) und Captain Reto Ziegler (Sampdoria Genua).

Ziegler, Dzemaili und Schwegler spielen heute wie die übrigen 1986- und 1987er-Jahrgänge letztmals mit dem SFV-Nachwuchs, falls es im Stadion Breite schief läuft. Ziegler, der immerhin schon vier Einsätze mit der A-Nationalmannschaft hinter sich hat, will daran nicht denken. «Ich habe in fast jeder Junioren-Kategorie Endrunden bestritten. Ich war U17-Europameister, spielte die U20-WM und die U19-EM. Jetzt will ich auch noch an eine U21-Endrunde.» 2005 und 2006 hatte er dies unter Bernard Challandes gegen Portugal und England jeweils knapp verpasst.

Holland mit nur zwei Europameistern

Vergleicht man die Erfolge auf Verbandsstufe, gehen die SFV-Junioren als Aussenseiter in die Partie. Die holländische U21-Auswahl war 2006 und 2007 Europameister. Der Verband Hollands sei mit seiner Tradition und Philosophie in der Nachwuchsarbeit auch für die Schweiz ein Vorbild, sagte Schürmann. Es ist dieser Respekt vor der Fussball-Nation Holland, die den Romand von der Schweiz als Aussenseiter sprechen lässt.

Mit dem Erfolgsteam der letzten Jahre haben die aktuellen «Jong Oranje» indes wenig gemeinsam. Vom Aufgebot für Schaffhausen gehörten vor 15 Monaten nur die Verteidiger Calvin Jong-A-Pin (Heerenveen) und Erik Pieters (PSV Eindhoven) zum siegreichen EM-Team. Und die 19 in die Schweiz gereisten Spieler schossen bei ihren zusammengezählt 94 Einsätzen im U21-Team ganze drei Tore.

U21. EM-Qualifikation. Gruppe 5. Letzter Spieltag: Schweiz - Holland (Schaffhausen/19.00 Uhr). Norwegen - Mazedonien (Fredrikstad/19.00 Uhr). -- Rangliste: 1. Holland 7/16 (10:2). 2. Schweiz 7/13 (15:5). 3. Norwegen 7/11 (7:6). 4. Mazedonien 7/8 (5:6). 5. Estland 8/3 (1:19).

Die 10 Gruppensieger- sowie die vier besten Gruppenzweiten qualifizieren sich für die Barrage (Hin- und Rückspiel am 11. und 15. Oktober). EM-Endrunde vom 15. bis 29. Juni 2009.

(Stefan Wyss, Schaffhausen/Si)

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