Schweizer U21 gegen Deutschland - ohne Eggimann
publiziert: Freitag, 28. Mai 2004 / 10:19 Uhr / aktualisiert: Freitag, 28. Mai 2004 / 20:05 Uhr

Die Schweizer Auswahl startet heute Abend (18.15 Uhr/live SF 2) im ausverkauften Mainzer Bruchwegstadion gegen Gastgeber Deutschland zur U21-EM.

Bitter: Kapitän Mario Eggimann fehlt heute.
Bitter: Kapitän Mario Eggimann fehlt heute.
Der SFV-Nachwuchs will sich beim schwierigken Auftakt auf spektakuläre Weise einen Vorteil verschaffen. Die Vorbereitung litt zuletzt unter dem Ausfall von Captain Mario Eggimann.

In der Gruppe mit den Deutschen, den nicht minder ambitionierten und sogar wesentlich talentierteren Portugiesen und den Schweden, die in der Qualifikation Spanien eliminiert hatten, sind fast keine verlässlichen Prognosen möglich. Ein Fehltritt zum Auftakt, das steht ausser Zweifel, würde die Chancen auf die zweite Halbfinal-Teilnahme in Folge erheblich einschränken.

Bernard Challandes ist kein Trainer der Zurückhaltung. Der charismatische Romand verlangt von der jüngsten Mannschaft des Turniers bewusst, dass sie Risiken eingeht. "Wir können mit diesem Team nicht abwartend auftreten und sind zum Coup verpflichtet", sagt der temperamentvolle Selektionär. Er kennt die Qualität seiner Junioren, die im Besitz des Selbstvertrauens sind, einen Kontrahenten selbst auf hohem EM-Niveau auf spielerische Art in Verlegenheit zu bringen.

Wer auf Offensivkünstler vom Format eines Johan Vonlanthen, Tranquillo Barnetta oder Davide Chiumiento zurückgreifen kann, der muss der Vorwärtsbewegung Priorität einräumen, zumal die Gastgeber zweifelsfrei nicht als ausgesprochen beweglich bekannt sind. Challandes weiss aber auch um die Schattenseite seiner riskanten Strategie. Der Weg zum Misserfolg könnte unter Umständen ein sehr kurzer sein. Und Deutschland mit Profis aus der Bundesliga und der englischen Premier League zählt gerade im eigenen Land zum Kreis der Favoriten.

Challandes selber darf während der kursweisenden Partie keinen Einfluss nehmen. Die UEFA sperrte ihn wegen seiner verbalen Entgleisung im Playoff-Rückspiel gegen Tschechien für zwei EM-Spiele. Ein UEFA-Delegierter wird den Schweizer Coach auf der Tribüne im Auge behalten und jeglichen Kontakt zur Equipe unterbinden.

Ausfall von Captain Eggimann

Zu verkraften hat die junge Equipe im möglicherweise kapitalen Auftaktspiel den Ausfall von Captain und Abwehrchef Mario Eggimann. Der 23-jährige, kräftige Innenverteidiger zog sich im letzten Spiel mit Karlsruhe in der 2. Bundesliga am letzten Sonntag einen Haarriss in der kleinen rechten Zehe zu. Der Aargauer konnte deswegen die ganze Woche nicht trainieren und musste nach dem verpassten Abschlusstraining gestern Abend für den prestigeträchtigen Vergleich zum EM-Start Forfait geben. Auch Deutschland fehlt im ersten Spiel ein designierter Schlüsselspieler. Das Kölner Nachwuchstalent Lukas Podolski zog sich im Abschlusstraining eine Leistenverletzung zu und fällt für unbestimmte Zeit aus.

Die Eröffnungspartie könne zum Schlüssel für das ganze Turnier werden, meinte Wils Philippe Montandon. Ein gelungener Auftakt verleihe viel Moral. Dennoch lassen sich die Schweizer Akteure vor dem Duell mit Deutschland, dem sie im Februar in einem Testpiel 0:1 unterlegen waren, nicht aus der Ruhe bringen. Man dürfe gegen Deutschland auf keinen Fall Angst haben, so Eggimann. "Wir können Deutschland packen, wenn wir nach vorne spielen", ist der KSC-Abwehrchef überzeugt. Es wäre im zwölften Duell mit dem Erzrivalen nach sechs Niederlagen und fünf Remis der erste Erfolg für die älteste Nachwuchs-Auswahl des SFV.

Verglichen mit der Auswahl, die im eigenen Land vor zwei Jahren die Halbfinals dank einem Sieg gegen Portugal und einem Remis gegen England erreicht hatte, stehen gemäss Eggimann keine gleich starken Charaktere mehr im Kader wie seinerzeit Alex Frei oder Ricci Cabanas. Der Captain der Titanen II gehörte an der Heim-EM bereits zum Kader von Challandes. "Wir haben aber eine junge Mannschaft mit sehr viel Selbstvertrauen", sagt Eggimann. Die vielen Wechsel während der Qualifikation seien nicht einfach gewesen, aber die Gruppe habe sich nun gefunden. Die letzte Änderung erfuhr das 22 Spieler umfassende Kader am letzten Montag mit dem Ausfall von André Muff (Leistenprobleme).

Traum vom Final gegen Italien

Die jungen Wilden der nächsten U21-Generation -- 13 Spieler können auch die nächste EM in zwei Jahren noch bestreiten -- kennen die zuweilen Schweizern eigene Zurückhaltung nicht mehr. Johan Vonlanthen, im Februar erst 18 Jahre alt geworden, kam im PSV Eindhoven zu seinen ersten Einsätzen und Toren in Hollands höchster Division, und Davide Chiumiento (19) verzückte mit seinem technischen Können nicht mehr nur die kleine Fangemeinde des Nachwuchsteams von Juventus. Mit den Turinern kam der talentierte Appenzeller gar zu einem Einsatz in der Champions League. Lediglich immer neue Verletzungen verhinderten das Debüt von Philippe Senderos (19) mit Arsenal in der Premier League.

Mit der Gewissheit, in einem Topverein engagiert zu sein, der überdies auf sie setzt, treten die jungen Spieler mit deutlich gestärktem Selbstbewusstsein auf. Hohe Ziele werden in beeindruckender Selbstverständlichkeit formuliert. "Ich hoffe auf den Final Italien - Schweiz, und ich möchte gewinnen", sagte Chiumiento. Zwar beschränkt sich die Spielzeit dieser drei Akteure im Fanionteam ihres Vereins auf ein Minimum, doch verweisen die angehenden Stars auf die Trainings mit der zahlreichen Prominenz. "Das ist schon etwas anderes, wenn Thierry Henry vor einem steht, als ich es in den Trainings in der Schweiz erlebt habe", so Senderos. Der Romand wird trotz mangelnder Spielpraxis wegen seiner kaum enden wollenden Verletzungsmisere zur Startformation der Schweizer gehören. Challandes überzeugte sich von den Qualitäten des Innenverteidigers zuletzt in zwei Testspielen.

Mögliche Aufstellungen:

Schweiz: Wölfli; Philipp Degen, Rochat, Senderos, Jaggy (Nef); Lichtsteiner (Callà), Montandon, Bah, Barnetta; Vonlanthen, Chiumiento.

Deutschland: Wiese; Preuss, Huth, Madlung, Preuss; Tiffert, Balitsch, Hitzlsperger, Schweinsteiger; Hanke, Auer.

SR: Layec (Fr).

(fest/Si)

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