Chance zur Korrektur
Schweizer müssen auf verschiedenen Ebenen punkten
publiziert: Dienstag, 29. Mrz 2016 / 10:00 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 29. Mrz 2016 / 10:32 Uhr
Vlaldimir Petkovic fordert von seiner Mannschaft einen Sieg.
Vlaldimir Petkovic fordert von seiner Mannschaft einen Sieg.

Der Schweizer Nationalmannschaft bietet sich am Dienstag (20.30 Uhr) im Testspiel im Zürcher Letzigrund gegen Bosnien-Herzegowina vier Tage nach dem 0:1 gegen Irland die Chance zur Korrektur.

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Nach Xherdan Shaqiri am Sonntag gab am Montag auch Valon Behrami Forfait für das erste Länderspiel in der SFV-Historie gegen Bosnien-Herzegowina. Der defensive Mittelfeldspieler von Watford, der die Schweiz am Freitag in Dublin als Captain auf das Feld geführt hatte, leidet unter einer Erkältung und verliess am Montagabend das Mannschaftscamp.

Wieder mit dabei ist Stephan Lichtsteiner, der in Irland wegen muskulären Problemen auf dem Feld spürbar gefehlt hat. Der rechte Aussenverteidiger trainierte zweimal voll mit der Mannschaft mit und wird im Letzigrund als Captain auflaufen, auch wenn Nationaltrainer Vladimir Petkovic einen Tag vor dem Spiel wie gewohnt nicht viel von seiner Mannschaftsaufstellung preisgeben wollte («Ein paar Wechsel wird es geben»).

Vor dem drittletzten Testspiel vor der EM in Frankreich (ab dem 10. Juni) äusserte sich der Nationaltrainer hingegen deutlich zu seinen Erwartungen an die Mannschaft: «Es reicht nicht, wenn man nur immer sagt, es gebe keine Freundschaftsspiele. Man muss dies auch auf dem Platz zeigen.» Petkovic erwartet «Antworten» auf diejenigen Dinge, welche seine Mannschaft am Freitag nicht gut gemacht hat, «auch wenn nicht alles schlecht war.»

Petkovic strebt Sieg an

Gegen Bosnien-Herzegowina, den WM-Teilnehmer von 2014, der am Freitag in Luxemburg 3:0 siegte, erwartet er ein anderes Spiel als in Dublin. «Sie spielen nicht so aggressiv wie die Iren, aber sie haben qualitativ ein höheres Niveau. Wenn wir nicht 100 Prozent konzentriert sind, werden wir noch mehr Schwierigkeiten bekommen als gegen Irland.» Petkovics Forderung an seine Mannschaft für das Duell mit seinem Geburtsland - Petkovic ist in Sarajevo geboren und in Bosnien aufgewachsen - ist klar: «Wir wollen einen Sieg. Damit wir auch mit einem positiven Gefühl in Richtung EM schauen können.»

Die in den letzten Monaten immer wieder wegen diverser Begleitthemen angezählte SFV-Auswahl wird bemüht sein, im drittletzten Heimspiel vor der EURO den Stimmungsbarometer etwas anzuheben. Und sie wird gut daran tun, nach der tagelangen Captain-Debatte und den monatelangen Verhandlungsrunden zur Regelung der Zukunft mit Petkovic im Kernbereich als leidenschaftliche Einheit aufzutreten und wieder einmal die Dynamik ihrer besten (WM-)Tage zu entfachen. Anpassungen drängen sich auf, wünschenswert wäre mittelfristig ein Stilwandel und keine weiteren Relativierungen: beherzt und couragiert statt unterkühlt bis zögerlich.

Und ratsam wäre angesichts der Formschwäche gewisser Akteure zudem, die Systemvorgaben exakter umzusetzen, Sicherheit zu gewinnen. Petkovic muss ein taktisches Gerüst definieren, das auch unter prekären Umständen einsturzsicher ist. Die unter Ottmar Hitzfeld eingespielte Ausrichtung passt nach wie vor am besten: das 4-2-3-1-System.

Bosniens-Top-Trio

Die Formation von Bosnien-Herzegowina hat an sich gute zwölf Monate hinter sich. Nur zwei Spiele hat die Balkan-Elf verloren - das 0:2 in Irland schmerzt indes noch immer. Im Rückspiel der Barrage entglitt der Nummer 21 des FIFA-Rankings das erste EM-Ticket der Verbandsgeschichte. Ihr Spektrum reichte zuletzt von einem 2:3 gegen Zypern bis zu einem 1:1-Remis gegen die in der Weltrangliste topklassierten Belgier.

Getragen werden die «Zmajevi» (Drachen) von einem brillanten Offensiv-Trio. Edin Dzeko, der 30-jährige Roma-Stürmer mit der Referenz von 116 Toren in 266 Meisterschaftsspielen in England, Deutschland und Italien, gehört zur gehobenen europäischen Klasse. Sein Partner Vedad Ibisevic (31) hat in 222 Bundesliga-Partien 90 Treffer geschossen und Hertha Berlin unter die Top 3 geführt. Assistiert werden die beiden vom «Römer» Miralem Pjanic, einem fabelhaften Regisseur mit langjähriger Vergangenheit in Lyon. Für den 25-Jährigen sollen sich diverse Grossklubs interessieren.

Schweiz - Bosnien-Herzegowina
Letzigrund, Zürich. - Dienstag, 20.30 Uhr. - SR Sébastien Delferière (BEL).

Mögliche Aufstellungen:
Schweiz: Bürki (Dortmund); Lichtsteiner (Juventus Turin), Schär (Hoffenheim), Klose (Norwich City), Moubandje (Toulouse); Fernandes (Rennes), Xhaka (Borussia Mönchengladbach); Kasami (Olympiakos Piräus), Zuffi (Basel), Steffen (Basel); Seferovic (Frankfurt).

Bosnien-Herzegowina: Begovic (Chelsea); Vranjes (Gijon), Zukanovic (AS Roma), Spahic (Hamburger SV), Kolasinac (Schalke); Visca (Basaksehir), Prcic (Perugia), Pjanic (AS Roma), Lulic (Lazio Rom); Dzeko (AS Roma), Ibisevic (Hertha Berlin).

Bemerkung: Schweiz ohne Behrami (krank) und Shaqiri (verletzt).

(arc/Si)

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