Servette ist konkurs
publiziert: Mittwoch, 16. Feb 2005 / 11:13 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 16. Feb 2005 / 14:36 Uhr

Im Theaterstück um die Profiabteilung des ruhmreichen Servette FC ist der letzte Akt geschrieben. Die potenziellen Investoren aus Syrien werden den überschuldeten Genfern nicht zu Hilfe kommen. Der Konkurs ist damit unabwendbar.

Im Stade de Genève wird künftig 1.Liga-Fussball gespielt.
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Der Rekurs gegen den vom Genfer Handelsgericht am 4. Februar ausgesprochenen Konkurs wird zurückgezogen und der Entscheid damit rechtskräftig. Die Meisterschaft in der Super League wird am Sonntag mit nur neun Teams wieder aufgenommen. Die bisherigen Resultate aus den Spielen gegen Servette bleiben in der Wertung.

Als Konsequenz aus dem Ausscheiden der Genfer wird es am Ende der Saison keinen direkten Absteiger geben. Der Letztklassierte wird zu einer Barrage gegen den Zweiten der Challenge League antreten.

Mit Nachwuchsteam in der 1.Liga

Weil die als Aktiengesellschaft firmierende Profiabteilung und der Stammverein als zwei voneinander getrennte Organisationen zu betrachten sind, wird der Servette FC nicht von der Bildfläche verschwinden. Die Genfer werden in der nächsten Saison mit dem Nachwuchsteam in der 1. Liga antreten.

Servette hoffte bis zuletzt auf Rettung. Am Montag legten die mit elf Millionen Franken verschuldeten Genfer kurz vor dem Ablauf der Frist Rekurs gegen den Konkursentscheid ein. Die syrische Investorengruppe hatte in der Zwischenzeit die Übernahme der Aktienpakete von Marc Roger (57 Prozent) und des ehemaligen Präsidenten Michel Coencas (30 Prozent) zugesichert erhalten -- und damit die angestrebte Zweidrittel-Mehrheit.

Syrer bleiben im Dunkeln

Die nötige Bankgarantie von angeblich 15 Millionen Franken sollte nachgereicht werden. Als einen Grund für deren Ausbleiben nannten die Syrer, deren Identität stets im Dunkeln blieb, die fehlende Décharge-Erklärung des inzwischen nach Bastia transferierten Franzosen Christian Karembeu.

Der Welt- und Europameister, der angeblich 60 000 Franken pro Monat verdiente, hätte auf die Zahlung der Differenz zum neuen Lohn verzichten sollen. Zum andern fühlten sich die Investoren offenbar vom undurchsichtigen Finanzgebaren Rogers verunsichert; sie seien sich über die wirkliche Situation der Profiabteilung bis zuletzt nicht im Klaren gewesen.

Seit 1900 in der höchsten Spielklasse

Mit Servette verschwindet ein zweiter Westschweizer Traditionsverein aus der Super League. Im Sommer 2002 war Lausanne-Sports konkurs gegangen. Die Genfer gehörten seit 1900 der höchsten Spielklasse an -- so lange wie kein anderer Klub. Sie gewannen 17-mal den Schweizer Meistertitel und holten siebenmal die Cup-Trophäe. Nur die Grasshoppers waren erfolgreicher.

Servette befand sich schon mehrmals in finanziellen Schwierigkeiten, vermochte den Kopf allerdings jedesmal aus der Schlinge zu ziehen. Jetzt wurde den Genfern der fehlende Realititässinn des ehemaligen Mehrheitsaktionärs und Präsidenten Marc Roger zum Verhängnis. Roger verpflichtete auf diese Saison hin 21 neue Spieler und stattete einen Teil von ihnen mit Verträgen aus, die den Gesetzen des Marktes zuwiderliefen.

(bsk/Si)

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