Starker Gegner
Sion gegen Braga in der Aussenseiterrolle
publiziert: Donnerstag, 18. Feb 2016 / 07:47 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 18. Feb 2016 / 08:29 Uhr
Ob der FC Sion nach dem Spiel gegen Braga auch jubeln kann?
Ob der FC Sion nach dem Spiel gegen Braga auch jubeln kann?

Im Hinspiel der Sechzehntelfinals der Europa League empfängt Sion ab 21.05 Uhr Portugals Nummer 4 Sporting Braga im Tourbillon. Der Gegner ist stärker, als der Name vermuten lässt.

Sporting Braga hat zwar keinen klingenden Namen. Gleichwohl treten die Walliser gegen den Klub aus dem Nordwesten Portugals als Aussenseiter an, wie der frühere Servette-Trainer João Alves gegenüber dem «Nouvelliste» mit Nachdruck betonte: «Braga ist Favorit. Die Portugiesen haben ganz einfach die bessere Mannschaft. Sie sind Sion taktisch, technisch und physisch überlegen. Sie sind sehr gut am Ball.» Geht es nach Alves, sind von Sion also Sonderleistungen wie gegen Bordeaux (1:0, 1:1) und Liverpool (1:1, 0:0) in der Gruppenphase gefordert, will der Cup-Halbfinalist auch nach dem Rückspiel in einer Woche international vertreten sein.

Bekannte Namen finden sich in Bragas Kader nicht. Der Spieler mit dem grössten Marktwert (8,8 Mio. Franken) ist der vielseitige, meist auf der linken Aussenbahn eingesetzte Rafael Silva (22). Als Captain tritt der 36-jährige brasilianische Routinier Alan auf, bester Torschütze ist der Ägypter Ahmed Hassan (8 Tore in der Liga, 5 in der Europa League).

Bragas gute Bilanz

In Portugal hat sich Braga als Nummer 4 hinter Sporting und Benfica Lissabon sowie dem FC Porto etabliert und die Traditionsklubs Boavista und Belenenses als erste Verfolger der drei Schwergewichte verdrängt. Seit 2004 qualifizierte sich der Klub mit einer Ausnahme immer für einen internationalen Wettbewerb, 2010 erstmals für die Champions-League-Gruppenphase. Vor fünf Jahren erreichte er in der Europa League den Final (0:1 gegen Porto). Einziger Ausreisser nach unten war die Saison 2013/14, die Braga auf dem 8. Platz beendete.

In der heimischen Primeira Liga steht Braga, bei dem Chelseas Stürmer Diego Costa 2007 zum Profi avancierte und zu dessen Supportern der designierte Staatspräsident Marcelo Rebelo de Sousa gehört, nach verhaltenem Saisonstart wiederum hinter den drei Grossen auf dem 4. Platz. Seit September verlor das Team im Championat einzig gegen Benfica (0:2) und Sporting Lissabon (2:3). In der Europa League setzte sich Braga in der Gruppenphase gegen Olympique Marseille, Slovan Liberec und Groningen als Erstplatzierter durch (13 Punkte aus 6 Spielen) und spielte dabei viermal zu null.

Sion mit schwankenden Leistungen

Dagegen sind die Leistungen des FC Sion in dieser Saison schwankender - wobei sich die negativen Ausreisser (Vaduz 0:1, Lugano 0:3, Thun 1:2, FCZ 0:1) bisher auf die Meisterschaft beschränkten. Dass die Walliser gegen grosse Teams zu Grossem fähig sind, bewiesen sie oft genug und auch in dieser Saison schon einige Male: Im Cup schalteten sie im Viertelfinal Basel aus (6:5 n.P.; 2:2 nach 90 und 120 Minuten), in der Europa League blieben sie gegen Liverpool und Bordeaux ungeschlagen.

Taktisch dürfte sich Sion, das am Donnerstag auf die verletzten Elsad Zverotic, Martin Zeman, Joaquim Adão und Xavier Kouassi verzichten muss, gut auf seinen brasilianisch geprägten Gegner (11 Spieler mit brasilianischem Pass) einstellen können, wich doch Bragas Trainer Paulo Fonseca seit seinem Amtsantritt im letzten Sommer in keinem Pflichtspiel vom bevorzugten 4-4-2 mit einer Doppelsechs ab. Auf einzelne Spieler kann sich Didier Tholot, mit 427 Tagen Sions dienstältester Coach unter Christian Constantin seit 2003, indes nicht fokussieren. «Bragas grösste Stärke ist die Ausgeglichenheit, und Fonseca rotiert häufig», so João Alves.

(Si)

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