Spannende WM-Finalrevanche in Paris
publiziert: Dienstag, 5. Sep 2006 / 08:54 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 5. Sep 2006 / 16:34 Uhr

Die WM-Finalrevanche zwischen Frankreich und Weltmeister Italien ist am morgigen Mittwoch zweifellos der Höhepunkt des 21 Spiele umfassenden zweiten Spieltages in der EM-Qualifikation 2008.

Zidane-Opfer Marco Materazzi muss noch eine Sperre absitzen.
Zidane-Opfer Marco Materazzi muss noch eine Sperre absitzen.
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Die Azzurri stehen bereits unter einem gewissen Erfolgsdruck.

Während die beiden EM-Gastgeber Schweiz und Österreich in Genf und Basel den zweiten Teil ihres Vierländerturniers mit Venezuela und Costa Rica absolvieren, kämpfen 42 europäische Nationen um wichtige Punkte für die Teilnahme in zwei Jahren.

Neben der alles überstrahlenden Affiche im Pariser Stade de France verblassen die ebenfalls nicht uninteressanten Duelle zwischen den gut gestarteten Finnen und dem WM-Vierten Portugal, den seit 13 Jahren geteilten Slowaken und Tschechen oder dem erstmaligen Eingreifen von Russland mit seinem holländischen Erfolgscoach Guus Hiddink und Kroatien.

Ohne Zidane und Materazzi

Die Protagonisten des denkwürdigen Endspiels von Berlin vor knapp zwei Monaten werden zwar nicht mittun, doch auch so sorgt das erste Aufeinandertreffen der beiden weltbesten Teams für viel Brisanz. Während «Kopfstoss-Täter» Zinédine Zidane zurückgetreten ist, muss Provokateur und Opfer Marco Materazzi die letzte seiner beiden Spielsperren absitzen.

Die beiden Kontrahenten sind unterschiedlich in die «Nach-WM-Phase» gestartet. Während der Weltmeister Mitte August mit einer C-Auswahl gegen Kroatien 0:2 verlor und im ersten Ausscheidungsspiel am Samstag gegen Litauen nur ein blamables 1:1-Heimremis erreichte, gewann sein in Berlin unterlegener Herausforderer das Testspiel in Bosnien-Herzegowina (2:1) und das schwierige erste Qualifikationsspiel in Georgien (3:0) sicher.

Eine Niederlage in Paris würde die Situation der Italiener höchst unangenehm gestalten, aspirieren doch in der Gruppe B neben Frankreich und Italien auch noch WM-Teilnehmer und Schweiz-Bezwinger Ukraine sowie Schottland auf einen EM-Platz. Die französischen Spieler wollen indessen nichts von einer WM-Revanche wissen.

Für Liliam Thuram, der seine Karriere nun trotz wiederholten Rücktrittsankündigungen fortsetzen wird, und Stürmerstar Thierry Henry stellt das Duell schlicht den Beginn einer neuen Kampagne dar: «Was war, ist vorbei, wir können den WM-Titel 2006 nicht mehr gewinnen, auch wenn wir den Weltmeister schlagen.»

Neues Selbstbewusstsein

Die Franzosen haben mit dem Erreichen des WM-Finals ein neues beeindruckendes Selbstbewusstsein entwickelt. Die Flops von 2002 und 2004 nach den beiden EM- und WM-Titelgewinnen 1998 und 2000 sind vergessen, auch der nun endgültige Rücktritt von Idol Zidane ist verkraftet. Trainer Raymond Domenech hat sein System auf das traditionelle 4-4-2 umgestellt; in die Rolle des Spielmachers teilen sich Florent Malouda, Patrick Vieira und Frank Ribéry.

Harsche Kritik musste derweil der neue italienische Teamchef Roberto Donadoni nach seinen ersten beiden Spielen über sich ergehen lassen. Taktik und die Spielerauswahl wurden zerrissen. Er habe gegen Litauen jene Spieler mit der grössten Erfahrung und der besten Fitness ausgewählt, sagte der Nachfolger von Weltmeister-Coach Marcello Lippi und stellte mögliche Änderungen für Mittwoch in Aussicht.

Wenger kritisiert

Arsenal-Trainer Arsène Wenger hat die FIFA und die UEFA wegen zu vieler Länderspiele kritisiert. «Achtzig Prozent der EM-Qualifikationsspiele am letzten Wochenende waren völlig uninteressant», sagte Wenger der britischen Tageszeitung «The Sun». Begegnungen gegen «Fussballzwerge» wie Andorra und Liechtenstein seien für Spieler und auch Fans ohne Wert.

«Durch den Zusammenbruch der Sowjetunion und des früheren Ostblocks gibt es in jeder Qualifikationsgruppe sieben oder acht Teams. Durch die vielen Spiele geht Qualität verloren», meinte Wenger. Der Franzose forderte indirekt eine Verringerung des Länderspielplans. Ansonsten würden Vereine höhere Abstellgebühren für ihre Spieler fordern. «Klubs wie Arsenal, Real Madrid oder AC Milan sind nicht ewig bereit, den Spielern ein Vermögen zu zahlen und sie dann wegen der Nationalmannschaften nicht einsetzen zu können.»

Bis zur EM-Gruppenauslosung am 2. Dezember 2007 in Luzern müssen insgesamt 308 Ausscheidungsspiele bestritten werden. Vorschläge, für kleine Fussball-Nationen eine Vor-Qualifikation einzuführen, wurden von der UEFA in der jüngeren Vergangenheit regelmässig abgelehnt.

(fest/Si)

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