Sportminister für Alkoholverbote um Stadien
publiziert: Sonntag, 28. Mai 2006 / 10:31 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 28. Mai 2006 / 11:17 Uhr

Bern - Für Sportminister Samuel Schmid sind an der EURO 08 neben dem Hooligan-Gesetz zusätzliche Massnahmen für den Schutz gegen Gewalt nötig. Unter anderem nannte er Alkoholverbote ausserhalb der Stadien und elektronische Gesichtskontrollen.

Die Krawalle vom 13. Mai in Basel seien ein «heilsamer Schock» gewesen, hielt Schmid fest.
Die Krawalle vom 13. Mai in Basel seien ein «heilsamer Schock» gewesen, hielt Schmid fest.
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Persönlich sei er für Alkoholverbote, doch lägen diese in der Kompetenz der Kantone, sagte Schmid in einem Interview mit der «SonntagsZeitung». Videokameras für Gesichtskontrollen in den Stadien seien zu befürworten, wenn die Technik datenrechtlich abgesichert sei.

Für sinnvoll hält er auch eine Aufhebung des Nachtflug-Verbots. Portugal habe bei den Fussball-Europameisterschaften 2004 gezeigt, wie wichtig das schnelle Wegbringen von potenziell gewalttätigen Fans sei, sagte Schmid. «Damit enthebt man sich der Sorge, die entsteht, wenn Tausende von Fans irgendwo die Nacht verbringen.»

Den Einsatz von Aufklärungs-Drohnen schloss Schmid nicht aus. Entsprechende Begehren der Projektleitung Sicherheit seien zu erwarten. «Wenn wir es machen, dann sicher datenschutzverträglich.» Gemäss derzeitigem Stand werden rund 10 000 Armeeangehörige an der EURO 08 eingesetzt.

Steigende Sicherheitskosten

Dass die Sicherheitskosten - nach heutigem Stand 65 Mio. Franken - noch steigen könnten, hält Schmid für nicht ausgeschlossen. Die 10,5 Mio. Franken, welche die Austragungsstädte vom Bund verlangten, seien aus seiner Sicht begründbar, obwohl der Bundesrat diese Forderung nicht aufgenommen habe, sagte er.

Es handle sich mehrheitlich um Logistikkosten für die Sicherheit, die durch den Beizug von Polizeikräften aus anderen Kantonen entstünden. Doch Schmid ist der Meinung, dass die Budgets der Städte noch Luft haben. «Die Informationen waren bislang noch nicht sehr differenziert und abgestützt.»

«Heilsamer Schock» aus Basel

Die Krawalle vom 13. Mai in Basel seien ein «heilsamer Schock» gewesen, hielt Schmid weiter fest. Im Gegensatz zu England, Deutschland, Frankreich und Holland sei die Schweiz zu wenig auf Fan-Ausschreitungen vorbereitet. «Insofern ist Basel der beste Beweis, dass wir Vorkehrungen treffen müssen.»

Die zusammen mit Österreich organisierte EURO 08 beginnt am 7. Juni 2008 in Basel und endet am 29. Juni 2008 in Wien. 15 der 31 Spiele finden in der Schweiz statt: sechs in Basel und je drei in Zürich, Bern und Genf.

(bert/Si)

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