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Thuner Fussballmärchen geht weiter
publiziert: Mittwoch, 7. Dez 2005 / 23:20 Uhr

Das Thuner Fussballmärchen geht weiter. Die Berner Oberländer hievten sich im letzten Champions-League-Spiel mit dem 0:0 gegen Sparta in Prag aus einer Kraft in den UEFA-Cup.

Thuns Trainer Urs Schoenenbergers Rechung ging auf. (Archivbild)
Thuns Trainer Urs Schoenenbergers Rechung ging auf. (Archivbild)
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Es war kein Fussball-Leckerbissen an diesem bitterkalten Abend in Prag. Die gebotene Kost war höchst bescheiden, nicht vom Niveau einer Champions-League-Partie. Aber oft heiligt der Zweck die Mittel. Das personell arg dezimierte Thun verteidigte geschickt und auch mit etwas Glück, das phantasielose Sparta rannte vergeblich an.

Die heltische Schlussphase

Das Spiel plätscherte ereignislos dahin -- bis zur 79. Minute. Da wurde Spartas Captain Martin Petras, der einzige Slowake im tschechischen Team, nach einem Foul an Adriano kurz vor dem Strafraum mit einer (strengen) Roten Karte bedacht.

Nun erhielt das laue Geschehen in der kalten Dezembernacht endlich Feuer. Beim nachfolgenden Konter vergab der von Nenad Savic ideal lancierte Leandro Vieira freistehend die bislang deutlich beste Chance der Berner Oberländer.

Praktisch im Gegenzug schoss der vorgerückte Prag-Verteidiger Petrous im heillosen Durcheiander in Thuns Strafraum an die Latte. Vier Minuten später war auch Thun nur noch zu zehnt. Gonçalves wurde für ein Foul an Dosek ebenfalls (zu hart) vom Platz gestellt. Und in der Nachspielzeit krallte der tadellose Torhüter Jakupovic den letzten Schuss auf sein Tor. Aus, Schluss, vorbei.

Thun erreichte aufgrund seiner insgesamt erfrischenden Auftritte in der Champions League verdient den UEFA-Cup und überwintert als erst dritte Schweizer Mannschaft in den letzten zehn Jahren nach Basel und Servette im Europacup.

Das kleine Thun mit einem Budget von 5,2 Millionen Franken hat für den Schweizer Fussball Ehre eingelegt und mit seinen Leistungen die ganze Fussball-Schweiz erfreut.

Der im letzten Match klug taktierende Mannschaft, die auf dem Platz stets solidarisch auftrat und als Team enorm viel lief und kämpfte, hat sich den Verbleib im Europacup verdient.

«Die Gerechtigkeit hat gesiegt», meinte Trainer Urs Schönenberger erfreut und dachte an die Niederlage gegen Arsenal, die von Schiedsrichterfehlentscheiden eingeleitet wurde.

Schönenbergers überraschende Umstellungen

Nach dem definitiven Forfait von Ljubo Milicevic, der mit einer Knöchelbänderverletzung ausfiel und sich nicht fitspritzen lassen wollte, überraschte Trainer Urs Schönenberger mit unerwarteten Umstellungen. José Gonçalves rückte in die Innenverteidigung und Grégory Duruz, der erst sechs Minuten in der Champions League bestritten hatte, verteidigte auf der linken Aussenbahn.

Den gesperrten Nelson Ferreira ersetzte Adriano Luis Spadoto, der diese Saison erst 34 Minuten für Thun gespielt hatte. Erstmals kam der Brasilianer im Cup gegen den Zweitligisten Perly-Certoux während 22 Minuten zum Einsatz und erzielte beim 7:1 ein Tor.

Und in der Meisterschaft gegen Yverdon kam der 28-jährige während 12 Minuten zum Zug. Als defensive Absicherung im Mittelfeld unterstützte Bernardi Dauerläufer Silvan Aegerter. Spadoto und Bernardi vermochten aber kaum zu überzeugen.

Was sich nach all den Ausfällen und Notlösungen vermuten liess, bewahrheitete sich. Thun fand bis weit in die zweite Hälfte kaum ins Spiel und wurde zeitweise minutenlang in die eigene Platzhälfte gedrängt.

Da aber das verunsicherte Sparta, das den schlechtesten Herbst seit über zwei Jahrzehnten hinlegte und nur auf Platz 11 der heimischen Liga klassiert ist, keine probaten Mittel fand, blieb das Niveau trist. Der tschechische Meister, der monotan angriff, meist hohe Bälle auf den Zwei-Meter-Mann Dosek schlug und über eine bescheidene Spielkultur verfügte, vermochte seine Formkrise, nicht zu kaschieren.

Thuns neu gruppierte Abwehr, die eine veritable Abwehrschlacht lieferte, hielt all den ideenlosen einheimischen Vorstössen stand. Nur über die Aussenläufer Polacek und Simak, dem von Alkoholexzessen geheilten ehemaligen Bundesliga-Söldner (Leverkusen, Hannover), drohte so etwas wie Gefahr. Die Berner Oberländer vermochten von all den Missgeschicken der Tschechen, ebenfalls nicht zu profitieren.

Einmal in Ballbesitz, konnte sie diesen nicht lange in ihren Füssen halten. Kaum ein Angriff gedieh. Mit einer Ausnahme: Adriano (38.) leitete den einzigen Thuner Angriff vor der Pause ein, der zum ersten Corner führte und als einzige Offensivaktion Thuns registiert werden konnte. Nach dem Wechsel beschworen Lustrinelli und Leandro Vieira wenigstens etwas Torgefahr.

(Peter Wyrsch/Si)

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