Der Pokal in greifbarer Nähe
U21 voller Selbstvertrauen in den EM-Final
publiziert: Samstag, 25. Jun 2011 / 08:30 Uhr / aktualisiert: Samstag, 25. Jun 2011 / 15:24 Uhr
Trainer Pierluigi Tami: Seine Schützlinge spielten bis anhin erstklassig.
Trainer Pierluigi Tami: Seine Schützlinge spielten bis anhin erstklassig.

Im Final der U21-EM in Dänemark (20.45 Uhr/SF2 live) treffen mit der Schweiz und Spanien die beiden mit Abstand spektakulärsten Teams des zweiwöchigen Turniers aufeinander. Die furcht- und verlustpunktlosen SFV-Junioren forcierten das verbale Powerplay.

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Die Schweizer halten ihre Titelchance für erheblich und von einer allfälligen Aussenseiterrolle nichts. Einen anderen Schluss lassen die markigen Botschaften kaum zu. Nach vier überzeugenden Siegen in Serie fühlen sie sich vor dem Duell mit dem Nachwuchs des Welt- und Europameisters bereit für den europäischen Coup. Der Rückkehrer Granit Xhaka ist restlos überzeugt von der Equipe: «Wenn jemand Respekt haben muss, dann sind es die Spanier.»

Es ist die unüberhörbare Botschaft einer ausserordentlichen Mannschaft ohne Furcht. Die Einflüsse der vielen Immigranten-Kinder sind wahrnehmbar. Die Bereitschaft, für den Erfolg bis zur Grenze zu leiden, ist spürbar. Kreativität ist im Team der fast unbeschränkten Sprachvielfalt definitiv kein Fremdwort. Standgas ist keine Option, die Schweizer gehen Risiken ein - sie sind im Wortsinn gewinnende Typen.

Hoffnungsträger von Format

Ottmar Hitzfeld wird am Samstag um 20.45 im Stadion von Aarhus auf der reservierten VIP-Tribüne Platz nehmen. Der Star-Trainer hatte den Jungstars vor dem EM-Start gegen die Dänen (1:0) in Aussicht gestellt, er werde fürs letzte Spiel des Turniers wieder anreisen. Nun löst Hitzfeld sein Versprechen ein. Für den Nationalcoach könnte sich die Rückkehr lohnen: Die beste U21 der SFV-Geschichte greift erstmals nach dem Pokal.

2002 produzierten Tranquillo Barnetta und Co. mit ihrem überraschenden Titelgewinn an der U17-EM in der Fussball-Szene Schlagzeilen. Im November vor zwei Jahren stürmte die Schweiz in Nigeria zuoberst aufs Podium der weltbesten U17-Auswahlen. Über eine Million TV-Zuschauer zogen die «Swiss Boys» in ihren Bann. Nun stehen die ältesten Junioren dicht vor einem noch grösseren Triumph, der landesweit einen Hype auslösen dürfte.

Sommer, Koch, Rossini, Klose, Berardi, Lustenberger, Shaqiri, Frei, Xhaka, Emeghara und Mehmedi - das sind die elf Namen der erwarteten Startformation. Sie in erster Linie könnten drei Tage nach der Qualifikation für die Olympischen Spiele in London abermals nationale Sportgeschichte schreiben. Sie und die anderen zwölf Kaderspieler sind neue und vor allem erfrischende Hoffnungsträger von überdurchschnittlichem internationalen Format.

Ob die Generation als goldene in die SFV-Geschichte eingehen wird, ist offen. Aber eine Prognose ist zweifelsfrei bereits vor dem Anpfiff des Finals zulässig: Der breite Kern dieser taktisch und technisch hoch entwickelten Mannschaft wird in den kommenden zehn Jahren im Schweizer Fussball eine massgebliche Rolle spielen - möglicherweise bereits in der kommenden Ausscheidungs-Kampagne für die WM 2014 in Brasilien.

Die perfekte Bilanz

Fast täglich hatten die Schweizer ihre Zielsetzung wiederholt: Den Gewinn des EM-Titels. Aus der Luft gegriffen haben sie nichts. Mit ihrer Siegserie rechtfertigte die Equipe von Tami die hohen Ansprüche ohne eine einzige Ausnahme. Jede Partie haben die Schweizer diskussionslos dominiert. Mit ihrer Ballsicherheit hoben sie sich vom Rest bislang deutlich ab.

Das Torverhältnis von 7:0 ist der statistische Nachweis eines bislang brillanten Parcours. Zu stoppen war die SFV-Auswahl von keinem Kontrahenten - auch nicht von den ultra-defensiven Tschechen. In jener zähflüssigen Partie demonstrierten die Schweizer Nehmerqualitäten. Der Flut von Fouls begegneten sie mit der Ruhe und Geduld einer Klasse-Mannschaft.

Dank erstklassigen Individualisten wie Xherdan Shaqiri oder Admir Mehmedi sind die Schweizer jederzeit in der Lage, für den Unterschied zu sorgen. Die beiden haben selbst die französische Ikone Michel Platini beeindruckt. Der UEFA-Präsident tippte während der Partie gegen die Tschechen, dass womöglich die Nummer 10 oder 11 treffen würden. Platini behielt recht: Mehmedi erwang mit seinem dritten Treffer in der Verlängerung die Zäsur.

Lohn für fantastische Wochen

Im Endspiel treffen die Schweizer nun auf einen «genialen Widerstand», wie es Peter Knäbel formulierte. Für den Ausbildungs-Chef ist der Wunsch-Final gegen Spanien der Lohn für die beiden fantastischen Wochen in Dänemark. «Gegen sie ist jede Mannschaft ein Aussenseiter. Aber unschlagbar sind die Spanier nicht.»

Tami akzeptiert die Rollenverteilung: «Spanien war und bleibt der Favorit. Aber in einem Final beträgt die Chance 50 Prozent.» Der Tessiner hält nichts davon, die jugendliche Prominenz aus der Primera Divison überhöht darzustellen. Der Nachwuchs der im FIFA-Ranking topklassierten Nation sei beeindruckend, «aber Xavi und Iniesta sind ja nicht da».

Eine attraktivere Affiche hätte sich kein Schweizer wünschen können. «Für uns ist es ein Traumfinal», erklärten die Beteiligten unisono. Beide Teams orientierten sich im bisherigen Verlauf ausnahmslos vorwärts. Beide streben pausenlos den Ballbesitz an. Das Spektakel müsste eigentlich programmiert sein. «Jedes Spiel hat seine Geschichte.» Tami verbreitete nichts Exklusives mehr, aber doch zumindest die Hoffnung, für das «Europameister-Stück» zu sorgen.

(bg/Si)

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