Skandal in der Challenge League
Übler Ausraster von Biels Trainer Petricevic
publiziert: Freitag, 22. Apr 2016 / 13:08 Uhr / aktualisiert: Freitag, 22. Apr 2016 / 17:33 Uhr
Petricevic schlug dem Teammasseur während des Spiels ins Gesicht. (Symbolbild)
Petricevic schlug dem Teammasseur während des Spiels ins Gesicht. (Symbolbild)

Der FC Biel schafft es beim 1:6 in Schaffhausen auch abseits des Platzes abermals in die Schlagzeilen. Trainer Zlatko Petricevic schlug dem Teammasseur während des Spiels ins Gesicht.

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Chaos pur im FC Biel: Die Mannschaft des Challenge-League-Schlusslichts entschied am Freitagnachmittag, den Spielbetrieb "bis auf weiteres" einzustellen. Zur Partie gegen Leader Lausanne-Sport vom Sonntag wird sie damit nicht antreten. Zudem gab der Klub bekannt, dass Trainer Zlatko Petricevic per sofort entlassen wurde. Der 54-jährige Kroate hatte am Donnerstag während der Partie in Schaffhausen (1:6) den Team-Masseur nach einem Wortgefecht ins Gesicht geschlagen. Tags darauf wurden den Bielern wegen der undurchsichtigen Finanzlage zudem vier weitere Punkte abgezogen.

Die unglaubliche Tätlichkeit geschah in der 67. Minute beim Stand von 1:3. Petricevic, der wegen fehlender UEFA-Diplome nur auf der Bank sitzen durfte, wurde gegen Masseur Walter Aeschlimann handgreiflich. Der Betreuer, der oberhalb des rechten Auges getroffen wurde, soll den 54-jährigen Kroaten davor heftig kritisiert haben. Grund dafür war offenbar, dass Petricevic die Auswechslung des erst zur Pause eingewechselten Valentin Hayoz gefordert hatte. Damit stiess er beim Bieler Staff auf Widerstand. "Ich habe ihm gesagt, dass er keine Ahnung von Fussball habe. Und dass der Auftritt der Mannschaft kein Wunder sei nach den himmeltraurigen Trainings in dieser Woche", sagte Masseur Aeschlimann dem "Bieler Tagblatt". Die Aktion habe den Bieler Fussballklub in Sachen Peinlichkeit in eine neue Sphäre katapultiert, kommentierte die Zeitung am Freitag.

Nach dem Vorfall brach auf der Ersatzbank und auch unter den Akteuren auf dem Feld Hektik aus. Die Spieler hatten im Sinn, die Partie abzubrechen, liessen sich nach heftigen Diskussionen aber überreden weiterzumachen. Die Differenzen mit Petricevic, der die Coaching-Zone offenbar zehn Minuten vor Schluss rauchend verliess, sind unüberbrückbar. Die Spieler sollen sich geweigert haben, im gleichen Car mit dem Kroaten zurück nach Biel zu fahren. Weil sie per Zug aber nur noch bis Zürich gekommen wären, blieb ihnen keine andere Wahl als die Rückfahrt mit dem Bus und Petricevic an Bord.

Kein Diplom?

Petricevic verfügt gemäss einer von der Swiss Football League (SFL) vor wenigen Tagen gemachten Mitteilung ohnehin nicht über das erforderliche Diplom, um einen Klub aus der Challenge League als Team-Verantwortlicher führen zu dürfen. Als Papier-Trainer im Spiel gegen Schaffhausen hatte Assistenz- und Stürmertrainer Petar Aleksandrov gewirkt, der im Besitz einer UEFA-Pro-Lizenz ist. Der 53-jährige Bulgare hatte Biel nach dem Weggang von Patrick Rahmen bereits während vier Partien interimistisch gecoacht. Aleksandrov kommentierte den Vorfall so: "Das ist der traurigste Tag in meinem Fussball-Leben."

Gemäss "blick.ch" entschied Präsident Carlo Häfeli noch während der Heimfahrt, Petricevic zu entlassen. Näheres war zunächst nicht zu erfahren. Auf Freitagnachmittag war eine Sitzung einberufen, die unter Ausschluss des nicht mehr erwünschten Trainers stattfinden sollte. Die Spieler hätten sich ansonsten geweigert, am Sonntag im Spiel gegen Leader Lausanne-Sport anzutreten. Neben der Entlassung droht Petricevic auch Ärger mit der SFL. Die Liga überprüft, ob der Vorfall in Schaffhausen sanktionswürdig ist. Es ist damit zu rechnen, dass der Präsident der Disziplinarkommission aktiv wird.

Minus fünf Punkte und letzter Platz

Auch auf juristischem Parkett erlitt der FC Biel die nächste Niederlage. Mit den Einsprachen gegen den Abzug von zweimal zwei Punkten blitzten die Seeländer vor dem SFL-Rekursgericht ab. Die Disziplinarkommission hatte Mitte respektive Ende März die Schritte wegen Verstössen gegen die im Lizenzreglement vorgesehene Informationspflicht gegenüber der Liga eingeleitet. Es ging dabei unter anderem um fehlende Bestätigungen für Löhne und Sozialversicherungsbeiträge für den Monat Januar 2016.

Durch den rechtskräftigen Abzug von nun bereits fünf Punkten rutschte Biel vor der 30. Runde ans Ende der Rangliste der Challenge League ab. Der Rückstand auf das bisherige Schlusslicht Le Mont beträgt einen Zähler. Im dritten Fall, in dem es - erneut wegen fehlender Lohn- und Sozialversicherungs-Dokumente - um die Reduktion von drei Punkten geht, läuft die Rekursfrist noch bis am Sonntag.

(nir/Si)

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