Berlin, eine fünfteilige Serie
Union, Hertha und BFC Dynamo - The Three Stooges
publiziert: Freitag, 21. Nov 2014 / 14:55 Uhr
Beim Fussball ist Berlin immer noch eine geteilte Stadt.
Beim Fussball ist Berlin immer noch eine geteilte Stadt.

Fussball in Berlin: das ist Slapstick. Solang man nicht Anhänger ist. Wenn doch, ist's purer Masochismus. Denn: Der eine Verein will nicht, der andere kann nicht und der dritte darf nicht - erste Liga spielen. Union, Hertha und BFC Dynamo könnten unterschiedlicher nicht sein, und doch haben sie etwas gemeinsam: Elend & Hoffnungslosigkeit.

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Dass Hertha ein mittelmässiger Fahrstuhlklub und kein Titelanwärter geworden ist, muss man Hinterhofmanager Michael Preetz zuschreiben. Ein eitler Gockel mit der emotionalen Intelligenz eines Kim Young-Il und einem Businesssachverstand von Stephan Angehrn. Anders ist es nicht zu erklären, dass er inklusive Lulu Favre (formte Gladbach in drei Jahren zu einem Championsleague-Anwärter und brach Klublegende Hennes Weisweilers Rekord von 17 ungeschlagnen Spielen in Serie ...) in den letzten sechs Jahren neun Trainer verbraten hat.

Ausserdem: Ein Stadion mit dem Fassungsvermögen von wöchentlich 70'000 potentiellen Klienten in der Hauptstadt mit massiver Mediendichte und einem Überangebot an potenten Topsponsoren - wer aus diesen Voraussetzungen kein Liga-Flaggschiff formen kann, sollte Gummiboot fahren. Oder bei «Berlin Tag & Nacht» mitspielen.

Bei Union ist's mehr das Ding: die wollen nicht. Man wäre als Erstligist bei seinen Hooligans (93 Prozent der Fans) nicht mehr glaubwürdig und würde die eigenen Kunden dem nationalen Medienwolf zum Frass vorwerfen. In der zweiten Liga kloppt sich's in dumpferem Scheinwerferlicht. Und viel befreiter. Deshalb: Passt scho.

Der BFC Dynamo, der heute mühselig in der Regionalliga rumdümpelt, war in der DDR das, was der FC Bayern München in ganz Deutschland ist: Rekordmeister. Wobei man auch sagen muss, dass sämtliche BFC-Funktionäre auch STASI-Funktionäre waren, und man als Gegner ganz gerne mal gegen die verlor. Sonst musste man sich in den Katakomben nicht nur was an(ver-)hören.

Trotzdem - oder gerade deshalb - floh BFC-Sturm-Novize Falko Götz während einem Europacup-Spiel in Belgrad mit seinem Kumpel Dirk Schlegel spektakulär in den Westen. Und spielte ab sofort (1984) richtigen Fussball, bei dem es auch möglich war - zumindest, wenn's drauf ankommt - zu verlieren: Bei Bayer 04 Leverkusen.

*Sascha Plecic ist Inhaber einer Marketingagentur und beruflich viel in Berlin. Zum 25-jährigen Mauerfall nahm er sich die geliebte Hauptstadt zur Brust.

(Sascha Plecic*/news.ch)

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