Nationalmannschaft
Vorfreude, lange Flüge und eine Empfehlung
publiziert: Dienstag, 12. Nov 2013 / 15:29 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 12. Nov 2013 / 21:33 Uhr
Trainer Ottmar Hitzfeld erwartet eine anstrengende Reise.
Trainer Ottmar Hitzfeld erwartet eine anstrengende Reise.

Am Tag vor dem Abflug nach Seoul orientierte Ottmar Hitzfeld über die Zielsetzungen des knapp fünftägigen Camps in Südkorea und nahm eine freundschaftliche Empfehlung zu Gunsten seines langjährigen Assistenten Michel Pont vor.

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In der Regel investieren die Schweizer für ein freundschaftliches Rendezvous im November weniger Zeit und betreiben einen geringeren logistischen Aufwand. Das erste Gastspiel in der über 8700 Flugkilometer entfernten asiatischen Metropole ist für SFV-Verhältnisse in jeglicher Beziehung ein Sonderfall. Die Hin- und Rückreise - die effektive Flugdauer beträgt über 23 Stunden - beinhaltet mehr Strapazen als die üblichen Europa-Trips.

Entsprechend stellt sich Ottmar Hitzfeld mit Blick auf den WM-Test am Freitag im "Seoul World Cup Stadium" auf eine "grosse Belastungsprobe" ein. Zum einen denkt der Nationalcoach dabei an die "strapaziöse Anreise mit dem Wechsel in eine Zone mit einem grossen Zeitunterschied und höherer Luftfeuchtigkeit, die uns einiges abverlangen wird", andererseits würden sie auf einen physisch starken Herausforderer treffen.

In Südkorea rechnet Hitzfeld auf und neben dem Rasen mit erheblichen Herausforderungen: "Es werden viele Dinge auf uns zukommen, die wir meistern müssen." Mit dem Stil des Kontrahenten, seit 1996 ununterbrochen an der WM-Endrunde vertreten, hat sich der Deutsche bereits eingehend befasst: "Die Asiaten pflegen eine ganz andere Spielkultur und Philosophie. Jeder läuft für zwei. Südkorea ist eine Mannschaft, die viel Druck ausübt und den Gegner nicht spielen lässt - sehr hartnäckig, sehr hart im Zweikampf."

WM-Szenarien und einige Ausfälle

Im Land des WM-Gastgebers von 2002 will der SFV-Selektionär auch mögliche Szenarien der kommenden Endrunde durchspielen und quasi unter erschwerten Bedingungen den Ernstfall simulieren. In Brasilien sei im klimatischen und reisetechnischen Bereich womöglich mit vergleichbaren Herausforderungen zu rechnen, so Hitzfeld. "Für mich ist es gut zu sehen, welcher Spieler trotzdem Leistung bringen kann."

Entsprechend mochte Hitzfeld die Ausfälle mehrerer Stammspieler - Behrami (Napoli), Rodriguez (Wolfsburg) sagten kurzfristig ab, Shaqiri (Bayern), Lichtsteiner (Juventus) und Djourou (HSV) waren wegen Verletzungen ohnehin nicht aufgeboten - am ersten Tag des Zusammenzugs nicht dramatisieren: "Wir mussten schon bei anderen Gelegenheiten auf sie verzichten. Es ist für andere Spieler nun auch eine Chance, sich in den Vordergrund zu spielen."

Zudem liege keine Garantie vor, im kommenden Sommer immer aus dem Vollen schöpfen zu können. "Auch an der WM könnten wir solche verletzungsbedingte Probleme haben. Deshalb ist es auch in dieser Hinsicht ein sehr guter Test", gibt sich Hitzfeld vor dem ersten Vergleich seit dem 2:0 der Schweizer an der WM 2006 pragmatisch. Letztes Jahr an den Olympischen Spielen in England standen sich die U23-Auswahlen der beiden Länder gegenüber (1:2).

Lustenbergers Chance

Einer, dem der beschwerliche Trip zweifellos gelegen kommt, rückte erst zum zweiten Mal ins A-Team ein und wird gegen Südkorea zum Debüt kommen: Fabian Lustenberger, der 25-jährige Captain der Hertha. Er ist seit seiner Ankunft vor sieben Jahren in Berlin zum unumstrittenen Leader aufgerückt. Zuletzt rückte er vom defensiven Mittelfeld in die zentrale Verteidigung - und wird sogar von der Konkurrenz mit Lob überhäuft. "Er ist taktisch Weltklasse", sagt Mönchengladbachs Coach Lucien Favre über seinen ehemaligen Spieler.

Der Luzerner, an der erfolgreichen U21-EM der Schweizer vor zweieinhalb Jahren einer der Schlüsselspieler, betrachtet seine Nomination gelassen und wird öffentlich keinerlei Ansprüche stellen: "Ich bin froh und geniesse es erst einmal, hier dabei sein zu dürfen und werde versuchen, meinen Platz zu finden." Eine andere Haltung hält er für unangemessen: "Ich habe grossen Respekt für die Leistungen der anderen Spieler. Sie haben sich ohne Niederlage für die WM qualifiziert."

Das Votum für Pont

Nicht alles drehte sich beim Auftakt des ersten Camps seit der WM-Qualifikation um die Planung der nächsten sportlichen Herausforderung. Thematisiert wurde im "Airport-Hotel" auch das Wahlprozedere zur Bestimmung des Nachfolgers von Hitzfeld. Der scheidende Amtsträger liess sich ein interessantes Statement entlocken. Auf die Frage, ob er sich die Beförderung seines langjährigen Assistenten Michel Pont vorstellen könnte, entgegnete der Deutsche: "Ich arbeite ja hervorragend mit Michel zusammen. Ich kann ihn nur empfehlen." Aber er wolle sich zu diesem Thema eigentlich gar nicht äussern. Er unterbreite den Verantwortlichen keine Vorschläge: "Das müssen die Leute übernehmen, die in der Verantwortung stehen."

(fest/Si)

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