WM: Klatsch und Tratsch
publiziert: Montag, 3. Jul 2006 / 22:24 Uhr

Der Penalty-Spickzettel von Deutschlands Torhüter Jens Lehmann kann im Internet auf eBay ersteigert werden.

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Jens Lehmann notierte sich die bevorzugten Ecken der argentinischen Penaltyschützen.
Jens Lehmann notierte sich die bevorzugten Ecken der argentinischen Penaltyschützen.
Der Verkäufer garantiert die Echtheit des Schriftstücks. Er gibt allerdings nicht bekannt, wie er in den Besitz des Zettels kam. Gemäss Torhütertrainer Andreas Köpke standen darauf die bevorzugten Varianten der argentinischen Penaltyschützen.

Fairer Lucio

Die Verteidiger sind offenbar die fairsten Fussballer. Brasiliens Lucio kommt beispielsweise fast ohne Foul aus. An der WM blieb er während 386 Minuten ohne Regelwidrigkeit, dann beging er in der 26. Minute des Viertelfinals das erste Foul am Franzosen Thierry Henry. Noch nie war ein Spieler an einer WM so lange so fair. Bisheriger Rekordhalter war Paraguays Carlos Gamarra 1998 mit 383 Minuten. Gamarra ist wie Lucio... ein Abwehrspieler.

Deutsche Nachhilfe

Die deutsche Boulevardzeitung «Bild» versuchte den Engländern zu erklären, wie man Penaltys schiesst. Nachdem die Briten zum dritten Mal bei einer WM im Elfmeterschiessen gescheitert waren, publizierte das Blatt eine bebilderte Wegleitung mit englischen Untertiteln. «Das Wichtigsten ist», hob «Bild» zynisch hervor, «dass der Ball ins Tor geht.»

Platinis Analyse

Michel Platini fühlt sich an der WM nicht gut unterhalten. Der frühere Captain Frankreichs erklärte, dass das Niveau der Partien nicht besonders hoch sei. «Das liegt vor allem am grossen Druck, dem die Spieler ausgesetzt sind. Als ich noch aktiv war, musste ich mit einem einzigen Journalisten sprechen. Jetzt werden die Spieler von einer ganzen Horde verfolgt.» Nichts zum besseren Gehalt würden die Schiedsrichter beitragen. «Sie geben viel zu schnell Gelbe Karten. Fussball ist ein Männersport. Ich bin überrascht, dass es oft schon nach dem ersten Foul eine Verwarnung gibt.»

Die WM der Kleinen

Während die Cracks am Dienstag und Mittwoch die beiden WM-Finalisten ermitteln, messen sich 24 Teams aus 12 Nationen im Münchner Olympiastadion um den WM-Titel der Kleinen. Alle teilnehmenden Mädchen und Buben sind unter 13-jährig und haben sich in ihren Heimatländern für das Turnier qualifiziert. Titelverteidiger sind die USA (Mädchen) und Israel (Buben), Favorit ist aber auch bei den Nachwuchskickern Brasilien.

Besondere Luft

Wer für den Halbfinal Deutschland - Italien keine Tickets hat, aber trotzdem Dortmunder Stadionluft schnuppern möchte, kann nun zur Dose greifen. «Original Stadionluft» aus der Dortmunder Arena verkauft eine Bochumer Firma in einer Dose mit Aufreissdeckel. Der Verkauf der 25 000 Dosen begann bereits zum WM-Start. Die Luft hat Firmenmitinhaber Thomas Gerres mit einem Kompressor in eine Gasflasche gezwängt, eine Spezialfirma füllte sie in Dosen um.

Ronaldinho-Statue zerstört

Brasiliens Fans haben ihrem Frust über das frühe WM-Ausscheiden des Titelverteidigers freien Lauf gelassen. In der Stadt Chapeco im Bundesstaat Santa Caterina zerstörten enttäuschte Anhänger der Seleçao eine sieben Meter hohe Statue von Ronaldinho, die 2005 aus Anlass der Wahl des Superstars vom FC Barcelona zum Weltfussballer auf dem zentralen Platz der Stadt errichtet worden war.

Finales Schweizer Lichtspektakel

Die Schweizer Botschaft in Berlin plant eine finale WM-Lichtaktion. Der Zürcher Künstler Gerry Hofstetter wird das Gebäude am Kanzleramt in ein nächtliches Lichtspektakel tauchen. Die Aktion soll optisch begeistern und für die EURO 2008 in der Schweiz und Österreich werben.

(rr/Si)

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