WM-Tagebuch: Der Zorn einer ganzen Nation
publiziert: Dienstag, 22. Jun 2010 / 10:02 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 22. Jun 2010 / 15:00 Uhr

In seinem WM-Tagebuch berichtet der fussball.ch-Redaktor Pascal Dörig über die Highlights, Überraschungen und Enttäuschungen des vergangenen WM-Tages. Im Mittelpunkt steht logischerweise der Witz-Schiri aus Saudi-Arabien.

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Liebes Tagebuch: Heute dürfte es ziemlich schwer werden, sachlich zu bleiben. Der Grund ist wohl klar. Der Korrektheit halber beginne ich nicht mit dem Schweizer Spiel sondern mit dem der Portugiesen. Was Portugal zeigte war eigentlich der perfekte Vorgeschmack auf den darauffolgenden Auftritt der Nati. Anfänglich hatte die Selecçao noch etwas Sand im Getriebe. Der Pausenstand von 1:0 wies auch nicht gerade auf das hin, was noch folgen sollte in Hälfte zwei.

Mit drei Toren zwischen der 53. und der 60. Minute machten die Iberer alles klar. Für den Gegner aus Nordkorea hiess es jetzt die Blamage verhindern – es gelang nicht. In den letzten zehn Minuten drehte Portugal nochmals auf und erhöhte von 4:0 auf 7:0 – arme Nordkoreaner.

Nach 16 Monaten ohne Treffer im Nationalteam traf dann auch Cristiano Ronaldo kurz vor Schluss. Sein Tor war der sechste Treffer der Portugiesen. Ich hatte mir schon überlegt, was ich schreibe: «Alle Treffen nur Ronaldo nicht» oder «Er hatte wohl Mayo zu den Pommes Frites und nicht Ketchup.» In Anlehnung an seine Aussage, wenn er einmal treffe, so sei es wie beim Ketchup, dann laufe es.

Der Witzbold, der sich Schiedsrichter nannte

Nun stand es an, das Highlight des Tages. Nervosität verspürte ich kaum, hatte ich eine Vorahnung, was uns erwartet? Roger Federer ging es anscheinend auch so: Sein Match auf dem heiligen Rasen von Wimbledon begann um 14.00 Uhr. Ursprünglich wollte er schnell zu einem Sieg kommen, um sich dann dem Fussball zu widmen. Doch dann spielte er selbst so katastrophal, dass er auch nach dem Anpfiff noch auf dem Platz stand. Am Ende ging es gut für Roger – nicht aber für die Nati.

Schiedsrichter Khalil Al-Ghamdi ging von Anfang an locker mit den Karten um. Die rote Karte gegen Valon Behrami in Minute 31 war dann aber schlichtweg eine Schweinerei! Die einzigen, die bei dieser Aktion Rot verdient hätten, waren Schauspieler Arturo Vidal, der fiel, als ob man ihm gerade eine Bratpfanne über den Kopf gezogen hatte, und Schiedsrichter Al-Ghamdi, der sich einfach nur lächerlich machte mit diesem Entscheid und den Zorn einer ganzen Nation auf sich zog. Den Fan-Spruch „Schiri wir wissen wo dein Auto steht“ würde ich in diesem Fall in «Schiri wir wissen wo dein Kamel steht» umbenennen.

Hass-Gruppen und Weltrekord

Kurz nach Spielende oder schon während dem Spiel bildeten sich die ersten Hass-Gruppen auf Facebook gegen Al-Ghamdi. Sie tragen Namen wie «Saudi i hau di», «Anti Al Ghamdi», «Schiri Verbot für Al-Ghamdi!!» oder «7'000'000 Schweizer gegen Schiedsrichter Khalil Al Ghamdi!» Ich konnte es mir selbst nicht verkneifen und bin ebenfalls solchen Gruppen beigetreten.

Ein kleiner Trost bleibt: Die Schweiz hat einen Weltrekord aufgestellt. 557 Minuten ohne Gegentor an einer WM. Der bisherige Rekord lag bei 550 Minuten und wurde 1990 von den Italienern aufgestellt. Uruguay, Holland, Portugal und Chile sind die einzigen Teams, die an der WM 2010 den Rekord noch knacken können. Ob das irgendjemanden tröstet ist höchst zweifelhaft. Das was sich gestern in Port Elizabeth abspielte ist aus Schweizer Sicht einfach nur bitter, traurig, lächerlich und unverzeihlich.

Die Villa-Show

Spanien zog am Abend den Kopf ganz gekonnt aus der Schlinge und besiegte Honduras locker und leicht mit 2:0. Zu wenig konsequent spielend verpasste die «Seleccion» einen höheren Sieg, der allenfalls in der Endabrechnung entscheidend sein könnte. Für die Unterhaltung war in dem Spiel vor allem ein Mann zuständig, nämlich David Villa.

In der 17. Minute erzielte er das 1:0, in der 51‘ markierte er das 2:0 und später verpasste er seinen dritten Treffer kläglich. Jesus Navas holte einen Penalty raus, den Villa am Tor vorbei schob. Zuvor fiel der Barça-Star schon einmal negativ auf, als er seinem Gegenspieler ins Gesicht griff. Der Schiedsrichter Nishimura aus Japan lies die Karten stecken. Also Valon Behrami hätte dafür zweifach oder gar dreifach Rot gesehen.

Ein Hingucker neben dem Spielfeld war übrigens Iker Casillas Freundin Sara Carbonero. Die 25-Jährige wurde 2009 von der Zeitschrift FHM zur schönsten Sportjournalistin der Welt gekürt. Die Angst, dass sie Iker Casillas wieder ablenkt wie bei der 0:1-Pleite gegen die Schweiz war unbegründet. Der Real-Keeper hielt seinen Kasten diesmal sauber. Aber mal ganz ehrlich, welcher Mann lässt sich von dieser Schönheit nicht gerne ablenken.

(pad/news.ch)

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