Grosses Interview mit Peter Gilliéron
«Wie Hitzfeld das Team führt, bewundere ich»
publiziert: Samstag, 28. Jun 2014 / 11:30 Uhr
Peter Gilliéron stellte sich den Fragen. (Archivbild)
Peter Gilliéron stellte sich den Fragen. (Archivbild)

Peter Gilliéron ist nicht nur im WM-Erfolgsfall ein Präsident, der Ausgewogenheit ausstrahlt. Der SFV-Chef nimmt den Argentinien-Hype gelassen. In erster Linie sei es für den Coach und die Spieler ein genussvolles Highlight. Für ihn bringe der Achtelfinal primär die Gewissheit, dass der Verband während der Ära Hitzfelds einiges richtig gemacht habe.

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Die Spieler erklärten unisono, der Achtelfinal gegen Argentinien sei die Chance ihres Lebens. Was bedeutet die Partie gegen den zweifachen Weltmeister für den Verband?

Peter Gilliéron: «Ich verstehe den Standpunkt der Spieler. Ihre Karriere ist kürzer als der Horizont eines Verbands. In der Geschichte des SFV wird es immer wieder wichtige Spiele, der nächste wichtige Abschnitt beginnt so oder so. Aber selbstverständlich freut sich jeder unserer Delegation extrem auf diese wunderbare Begegnung, für die uns ganz Brasilien den Daumen drücken wird.»

Ein einzelnes Ereignis kann prägend sein. Über das 0:0 gegen Honduras vor dem frühzeitigen Out in Südafrika wurde jahrelang debattiert.

«Ich widerspreche Ihnen nicht, es gibt natürlich Spiele, die in den Sportgeschichtsbüchern archiviert bleiben, über die man lange reden wird. Die Mannschaft wird in São Paulo zu 100 Prozent in den Genuss eines ganz speziellen Highlights kommen. Trotzdem geht der Fussball weiter, wir bleiben ja nicht stehen. Jeder will weitere Höhepunkte erleben.»

Das Duell mit der «Albiceleste» ist auch für Ottmar Hitzfeld aussergewöhnlich - entweder ein weiteres Meisterstück oder die Dernière seiner Karriere. Wie nehmen Sie ihn wahr?

«Vor Spielen ist er immer angespannt. Aber zurzeit erreicht seine Fokussierung schon fast eine neue Dimension. Dieser Zustand der totalen Konzentration ist imposant. Ich sehe ihm an, wie er sich permanent mit dem kommenden Spiel beschäftigt. In jeder Sekunde ist der enorme Stellenwert zu spüren.»

Wie massgeblich ist dieser Achtelfinal für die Bewertung seiner sechsjährigen Ära als Nationalcoach?

«Wie Hitzfeld das Team führt, bewundere ich. Seine Art und Weise, mit der Equipe umzugehen, ist für ich aussergewöhnlich. Ich mag ihn als Mensch und schätze ihn als Trainer. Daraus machte ich nie ein Geheimnis. Auch während einer vorübergehend kritischen Phase habe ich zu ihm gehalten. Der Entscheid, mit ihm den Vertrag zu verlängern, war richtig. Wir haben das erklärte Ziel erreicht und stehen nun vor einem Spiel, das in schöner Erinnerung bleiben könnte.»

Unabhängig vom Ergebnis am 2. Juli - was hat Ottmar Hitzfeld mit seiner Arbeit ausgelöst? Wie gross ist sein Anteil an der aktuellen Positionierung des SFV?

«Er hat mit seiner professionellen Haltung und Einstellung, mit seinem Wissen, mit seiner Erfahrung bei unseren Talenten einiges bewirkt. Hitzfeld schaffte es immer wieder, im exakt richtigen Moment die erforderliche Reaktion auszulösen. Er wendete das Blatt in prekärsten Lagen - wie zuletzt nach dem Frankreich-Spiel (2:5). Und Ottmar Hitzfeld steht auch für den geglückten Ablösungsprozess von der älteren zur neuen Generation. Er schuf einen neuen Spirit, eine andere Atmosphäre.»

Sie sprechen das Team an. Man sah innerhalb von drei Spielen verschiedene Facetten, die Urteile wichen stark ab voneinander. Wie schätzen Sie die Equipe ein, wie ist Ihr Eindruck?

«Mir ist die grosse Solidarität der Gruppe aufgefallen. Ich habe nach der Niederlage gegen die Franzosen zum Beispiel ihre Verärgerung über die eigene Leistung gespürt und gesehen, wie gross der Wille war, sofort positiv zu reagieren. Die Einheit in unserer multikulturellen Vielfalt ist für mich gegen aussen hin gut erkennbar.»

Können Sie den Charakter der Mannschaft etwas detaillierter beschreiben?

«Das Ziel ist der Erfolg. Diese Entschlossenheit eint die Gruppe. Sie verhält sich sehr konkret. Man registriert, was die Jungs wollen, was sie dafür benötigen. Der Ehrgeiz kommt nicht von ungefähr. Im Team sind Spieler, die U17-Weltmeister waren, die im U21-EM-Final standen. Das prägt.»

Waren Sie überrascht, wie wenig Kredit dem Team nach dem Absturz gegen Frankreich eingeräumt wurde?

«Ich bin schon lange im Fussball-Business. Ich weiss, dass es die Tendenz gibt, gewisse Leistungen zu überhöhen, oder vereinzelt Auftritte extrem tief zu bewerten. Überrascht hat mich die Haltung nicht, vielleicht etwas enttäuscht. Chapeau, dass die Mannschaft in überzeugender Weise reagiert hat.»

Ist der Entwicklungssprung vom 2:5 gegen «Les Bleus» zum 3:0 gegen Honduras für Sie mehr als eine schöne Momentaufnahme?

«Dass die Spieler unter Druck in einer derart entscheidenden Phase den Schalter so umlegen konnten, ist für mich schon äusserst bemerkenswert. Früher sind wir teilweise nicht mehr aufgestanden. 2010 schaffte das Team die Rückkehr nach einer Niederlage nicht. Aber ich sage es Ihnen, der Umschwung zeichnete sich in den vergangenen Tagen ab. Das war teamintern deutlich zu spüren.»

(bg/Si)

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