«Wir wurden bestohlen»
publiziert: Dienstag, 19. Jun 2012 / 18:00 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 19. Jun 2012 / 18:19 Uhr
Vedran Corluka wählte klare Worte.
Vedran Corluka wählte klare Worte.

Die kroatische Mannschaft kann nach dem 0:1 gegen Weltmeister Spanien aufgrund der sportlichen Leistung erhobenen Hauptes nach Hause reisen.

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Das Team von Slaven Bilic lieferte sich mit den Favoriten Spanien und Italien bis (fast) zuletzt um die Viertelfinalplätze in der Gruppe C einen Dreikampf auf Augenhöhe. Dennoch verloren ein paar Kroaten in der Nachbetrachtung die Contenance. Zielscheibe ihres Zorns war der deutsche Schiedsrichter Wolfgang Stark.

Doppeltes Penalty-Pech

Zweimal hätte der Referee beim Stande von 0:0 Penalty für Kroatien pfeifen müssen. Er tat es nicht, und die Reaktionen liessen nicht lange auf sich warten. Sie kamen vor allem von Spielern, die Stark aus dem Bundesliga-Alltag kennen. «Er ist blind. Der kommt doch aus Deutschland, oder?», meinte Daniel Pranjic von Bayern München und schob nach: «Das war richtig schlecht.»

Teamkollege Vedran Corluka von Bayer Leverkusen ging noch weiter: «Wir wurden bestohlen! Der Blinde hat den Elfmeter nicht gesehen.» Corluka will schon vor dem Spiel ein schlechtes Gefühl gehabt haben. «Als wir erfahren haben, dass er der Schiedsrichter ist, haben wir nichts Besseres erwartet.»

Selbstkritik von Rakitic

Mehr mit sich als mit dem Schiedsrichter haderte derweil der kroatische «Schweizer» Ivan Rakitic, der nach rund einer Stunde eine kapitale Kopfballchance vergab. «Ich hätte Casillas am liebsten in den Arsch getreten, mich selbst geohrfeigt und sofort mit meinem Vater Kopfball trainiert.»

Nun reist der in Möhlin im Kanton Aargau aufgewachsene Rakitic nach Hause. Dafür bleibt Italien im Turnier. Ausgerechnet Italien, über dessen physische Defizite Rakitic vor wenigen Tagen noch gespottet hatte. «Im Gegensatz zu den Italienern waren wir nicht drei Wochen lang shoppen oder bei unseren Familien.»

Bilic' Abschied

Der scheidende Trainer Bilic, der zu Lokomotive Moskau wechselt, verliess die Bühne derweil weder im Zorn noch im Spott. Er hielt vielmehr eine Abschieds- und Dankesrede und sprach davon, «jeden Tag in diesen sechs Jahren genossen» zu haben. «Ich danke dem Verband, dass er mir diese Chance gegeben hat.»

Bilic führte Kroatien zweimal an die EM-Endrunde, landete in der Qualifikation zur EM 2008 mit der Elimination von England einen veritablen Coup und erreichte vor vier Jahren in der Schweiz und Österreich die Viertelfinals. Die Zukunft sieht er für die aktuelle Generation positiv: «Hier hat es nicht ganz gereicht, aber diese Mannschaft hat ihr letztes Wort noch nicht gesprochen.»

(pad/Si)

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