Wundertüte gegen Mister Perfect
publiziert: Samstag, 14. Jun 2008 / 22:22 Uhr

Am Sonntag könnte im Spiel zwischen der Türkei und Tschechien erstmals in der EM-Geschichte ein Penaltyschiessen über den Einzug in die K.o-Runde entscheiden. Dadurch rücken die beiden Goalies Petr Cech und Volkan Demirel speziell in den Blickpunkt.

Petr Cech hat im Torhüterduell klar die Nase vorn.
Petr Cech hat im Torhüterduell klar die Nase vorn.
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Torhüter haben es nicht einfach. Von ihnen wird Perfektion erwartet: Eine unterlaufene Flanke, ein misslungene Ballannahme oder eine falsch gestellte Freistossmauer haben oft direkte, unmittelbare Konsequenzen für die Mannschaft.

Und der Goalie wird zum Deppen. Da ist für die Keeper trotz aller nervlichen Anspannung das Elfmeterschiessen eine willkommene Abwechslung. Sie können innerhalb weniger Minuten zu Helden werden.

Der türkische Keeper Volkan Demirel kann ein Lied davon singen. In der Schweiz ist der 26-Jährige vor allem für seine unrühmlich Rolle im WM-Barrage-Spiel 2005 und seine Paraden im EM-Gruppenspiel am letzten Mittwoch bekannt.

Er ist aber auch ein regelmässiger Gast in Videos auf «YouTube». Seine Flops sind schon fast legendär.

Paraden in Sevilla

Im letzten März beim Rückspiel des Champions-League-Achtelfinals in Sevilla sorgte der für Fenerbahce spielende Istanbuler wieder einmal für viel Gelächter unter Fussballfans.

Zunächst boxte er einen Freistoss ins eigene Tor und nur Minuten später irrte er bei einem Weitschuss orientierungslos auf seiner Torlinie umher.

Und dann das: Dank seiner Mitspieler ging die Partie nur 2:3 verloren, es kam zum Elfmeterschiessen, und Volkan wurde mit drei erfolgreichen Paraden noch vom Deppen zum Helden.

«Ich danke Allah», sagte Volkan nach der historischen Nacht in Sevilla und dem erstmaligen Vorstoss einer türkischen Mannschaft in die Champions-League-Viertelfinals.

Pech nur für die Türken, dass Allah nicht immer Zeit hat für Volkan. Die Leistungen des Türken, der den Ruf hat, überheblich und impulsiv zu sein, schwanken so stark, dass er Spiele mit Fehlgriffen genauso entscheiden kann wie mit phantastischen Paraden.

Zuverlässigkeit in Person

Volkans tschechischer Gegenüber ist da ganz anderes. Petr Cech besticht durch Konstanz. Der fast zwei Meter grosse Chelsea-Spieler ist die Zuverlässigkeit in Person. Dafür stehen seine Rekorde.

Er blieb sowohl in Tschechien für Sparta Prag (855 Minuten) als auch in England (1025) so lange ungeschlagen wie kein Torhüter vor ihm. So überlegt wie sein Spiel war auch seine Karriereplanung.

Er wechselte von seiner Heimat zunächst nach Frankreich zu Rennes, wo er zwei Saisons mit Alex Frei spielte, bevor er der Sprung in die Premier League machte.

Schwere Verletzungen

Seine Laufbahn war stark von zwei Verletzungen geprägt. Im Alter von zehn Jahren brach er sich das Bein und entschied sich, Goalie zu werden. Im Oktober 2006 zog er sich mit Chelsea gegen Reading nach einem Zusammenprall mit einem Stürmer einen Schädelbruch zu.

Seither spielt er mit einem Schutzhelm, wie in einige Rugbyspieler tragen. Dieser ist mittlerweilen zu einem Markenzeichen geworden und hat ihn noch populärer gemacht.

Wenn die tschechische Mannschaft an dieser EM jeweils ins Stadion einläuft gehört dem in Pilsen geborenen Wahllondoner der wärmste Applaus.

«Wir werden die Türken schlagen»

Trotz seinem Starstatus ist Cech keiner, der das Rampenlicht sucht. Wenn er am Sonntag nicht im Mittelpunkt steht und ein Penaltyschiessen verhindert werden kann, ist ihm das nur recht. Er gibt sich überzeugt: «Wir werden so gut spielen wie gegen Portugal und die Türken schlagen.»

Sollte es aber trotzdem zur EM-Premiere kommen, kann Tschechien auf seinen Goalie zählen. Zwar verlor er erst vor 24 Tagen mit Chelsea den Champions-League-Final gegen Manchester United, hielt dabei im Elfmeterschiessen aber immerhin den Versuch von Cristiano Ronaldo.

Und vor sechs Jahren parierte er im U21-EM-Final im Basler St. Jakob-Park zwei Penaltys der Franzosen und sicherte Tschechien so den Titel.

(von Julien Oberholzer /Si)

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