Grosse Investitionen, wichtige Transfers

Aktive Serie-A-Klubs auf dem Transfermarkt

publiziert: Samstag, 22. Aug 2015 / 12:36 Uhr / aktualisiert: Samstag, 22. Aug 2015 / 15:48 Uhr
Die Serie A ist weit ausgabefreudiger als die Ligue 1 sowie die Bundesliga und investierte auch mehr als die Primera Division.
Die Serie A ist weit ausgabefreudiger als die Ligue 1 sowie die Bundesliga und investierte auch mehr als die Primera Division.

Die Serie-A-Saison kündigt sich spannender an als die letzten Jahre. Meister Juventus hat drei erfahrene Führungsspieler abgegeben, die Konkurrenz aus Rom und Mailand aufgerüstet.

2 Meldungen im Zusammenhang
Das erste Mailänder Derby der neuen Saison fand nicht auf dem Rasen des Giuseppe Meazza statt, sondern Ende Juni in einem mondänen Restaurant in Monte Carlo. Am gleichen Abend und im gleichen Lokal verhandelten die sportliche Leitung von Milan und Inter Mailand nacheinander mit dem Mittelfeldspieler Geoffrey Kondogbia von Monaco. Am Ende gewann Inter am Verhandlungstisch und holte den 22-jährigen Franzosen für gegen 40 Millionen Euro nach Italien.

Die Mailänder Preistreiberei um einen Spieler mit der überschaubaren Erfahrung von acht Europacup- und vier Länderspielen steht für die neu erwachte Lust der beiden Klubs, wieder zu investieren, um die Lücke zu schliessen, die sich in den letzten Jahren zum Serienmeister Juventus Turin immer deutlicher aufgetan hatte. Nach den Rängen 8 (Inter) und 10 (Milan) ist der Mailänder Fussball in dieser Saison - erstmals überhaupt - sogar nicht einmal im Europacup vertreten.

Um wieder an die Spitze zu kommen, investierte Milans Präsident Silvio Berlusconi in diesem Sommer 85 Millionen Euro in Transfers (womöglich holt er auch noch Superstar Zlatan Ibrahimovic zurück). Sein Amtskollege bei Inter, der Indonesier Erick Thohir, gab zwar «nur» 63 Millionen aus, doch wird Inter im kommenden Sommer weitere 33 Millionen aufwenden müssen für Spieler, die mit einer Kaufverpflichtung ausgeliehen sind.

Interessante Geldflüsse

Interessant sind die Geldflüsse bei Milan. Die Verträge mit dem Thai-Chinesen Bee Taechaubol, der 48 Prozent der Aktien für 500 Millionen übernehmen will, sind zwar unterschrieben, doch Geld wurde noch keines auf die Milan-Konten überwiesen. Die Transfers finanzierte daher in diesem Sommer (nochmals) Silvio Berlusconi beziehungsweise wurde das Geld von seiner Holding Fininvest umgeleitet, die gerade einen Gewinn von rund 300 Millionen Euro verbucht hat. Zudem hat Berlusconi vor zwei Wochen sein Anwesen auf Sardinien für knapp 450 Millionen Euro an einen saudischen Prinzen verkauft.

Den grossen Investitionen zum Trotz dürften weder Milan noch Inter um den Meistertitel mitspielen. Als Ziel wurde denn auch vorsichtig nur die Qualifikation für die Champions League ausgegeben, also mindestens Platz 3. Milan tätigte wichtige Transfers in der Abwehr und im Sturm, hat aber den dringend benötigten Spielmacher noch immer nicht gefunden. Inter kaufte wie gewohnt nur im Ausland ein, weshalb es für Trainer Roberto Mancini ohne einheimische Führungsspieler und ohne routinierte Topstars schwierig sein wird, eine gesunde Team-Struktur aufzubauen.

Nicht ohne Fragezeichen

So haben die Mailänder auf dem Transfermarkt zwar Signale gesetzt, sie dürften aber Juventus in der kommenden Saison noch nicht gefährlich werden. Zumindest dann nicht, wenn die Turiner ähnlich konstant auftreten wie in den letzten vier Jahren. Allerdings steht der Titelverteidiger vor der neuen Saison nicht ohne Fragezeichen da. Andrea Pirlo, Arturo Vidal und Carlos Tevez haben den Klub nach dem verlorenen Champions-League-Final verlassen.

Für über 90 Millionen Euro holte Juventus zwar Spieler wie Sami Khedira (ablösefrei/fällt bis im Oktober aus), Alex Santos und Mario Mandzukic sowie die Jungstars Simone Zaza und Paulo Dybala. Gleichwohl wird sich das Team mit dem Schweizer Stephan Lichtsteiner noch finden müssen. Auf Trainer Max Allegri wartet die schwierige Aufgabe, die Neuen zu integrieren und die Arrivierten nach vier Meistertiteln bei Laune zu halten. Eine ähnliche Herausforderung hat er vor wenigen Jahren bei Milan nicht gemeistert.

Von einer allfälligen Turiner Schwäche dürfte am ehesten die AS Roma profitieren können. In der letzten Saison hielten die Römer zwei Monate lang mit Juventus mit, ehe sie nach dem 1:7 in der Champions League gegen Bayern München in eine Depression fielen und am Ende 17 Punkte Rückstand aufwiesen. Trainer Rudy Garcia hat die Baisse unbeschadet überstanden und lotste zuletzt den Ägypter Mohamed Salah und den Bosnier Edin Dzeko nach Rom.

Über seinen Verhältnissen

Zusammen mit Altstar Francesco Totti und dem Ivorer Gervinho bilden sie eine Offensive, die auch international gehobenen Ansprüchen genügt. Deshalb ist die Roma nicht nur höher einzuschätzen als Milan und Inter, sondern auch als die umgebaute SSC Napoli mit dem neuen Trainer Maurizio Sarri, die spanisch geprägte Fiorentina mit dem ex FCB-Coach Paulo Sousa oder der Stadtrivale Lazio Rom, der im letzten Jahr mit Platz 3 wohl etwas über seinen Verhältnissen gelebt hat.

Wie Inter Mailand leistet sich die AS Roma seine beiden neuen Top-Spieler vorerst auf Pump. Bei einer Übernahme im kommenden Sommer werden Ablösesummen von gegen 50 Millionen Euro fällig. Auch ohne diese buchhalterischen und steuertechnischen Kniffe von Römern und Mailändern stiegen die Transferausgaben der 20 Serie-A-Klubs bis zehn Tage vor dem Ende des «Mercato» auf fast 500 Millionen Euro an. Schon jetzt investierten die Vereine 10 Prozent mehr als in der letzten Saison. Und im Januar werden gewöhnlich weitere rund 100 Millionen Euro ausgegeben.

Damit ist die Serie A weit ausgabefreudiger als die Ligue 1 sowie die Bundesliga und investierte auch mehr als die Primera Division. Wie in übrigen Branchen des Landes scheint auch im Calcio der wirtschaftliche Tiefpunkt überwunden und die Kaufkraft im Steigen begriffen. Auch sportlich zeichnete sich zuletzt eine positive Tendenz ab. Im UEFA-Ranking sind die Premier League und die Bundesliga wieder in Reichweite, nachdem die letzte Europacup-Saison hinter der Primera Division als Nummer 2 abgeschlossen wurde.

(jbo/Si)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Der ivorische Internationale Gervinho ... mehr lesen
Gervinho ist ein weiterer Spieler, der nach China geht.
Ausgezeichnet: Stephan Lichtsteiner. (Archivbild)
Stephan Lichtsteiner wird in Freienbach anlässlich der Swiss Football Awards als Credit Suisse Player of the Year ausgezeichnet. Bei den Frauen siegte die dreifache ... mehr lesen
Retro-Fussballtrikots von Milan, Juve, Inter und der Squadra Azzura...
Valon Behrami hat beim FC Sion einen Zweijahresvertrag unterschrieben.
Valon Behrami hat beim FC Sion einen Zweijahresvertrag unterschrieben.
Rückkehr in die Schweiz  Es ist perfekt: Ex-Nationalspieler Valon Behrami heuert beim FC Sion an. mehr lesen 
Auf Leihbasis  Der 25-jährige Rechtsverteidiger Joel Untersee kehrt für die Rückrunde zum FC Zürich zurück. mehr lesen  
Der FC Zürich holt Rechtsverteidiger Joel Untersee für die Rückrunde zurück.
Neuer Stürmer  Der FC St. Gallen hat den Transfer von Flügelstürmer Axel Bakayoko eingetütet. mehr lesen  
Cendrim Kameraj verlässt den FC Luzern und wechselt in die U19 zu Juventus.
Schweizer Youngster  Der erst 18-jährige Stürmer Cendrim Kameraj verlässt die Schweiz und seinen Stammklub FC Luzern in ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    grüezi Wie lasterhaft Mitleid mitunter sein kann, beweisen Sie doch gerade ... Mo, 26.12.16 20:05
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Vom Tode träumt ein negrophiles Schäfchen doch ständig. Wenn tausende Frauen in England ... Mi, 28.09.16 11:58
  • HentaiKamen aus Volketswil 1
    Kommt wieder Aber leider eine RIESEN Verlust für Leser wie mich die nicht mit dem ... Sa, 13.08.16 01:13
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    sogar nach dem Tode hat die Kassandra noch die grösste Schnauze... jaja, diese ... Fr, 12.08.16 16:30
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wow, wie hat sich die gute Kubra gemausert! Ich danke auch Ihnen ganz persönlich für die vielen harten und ... Mi, 20.07.16 20:25
  • Pacino aus Brittnau 731
    Übrigens, wusstet ihr schon . . . . . . dass die Foren von AZ (Wanner), 20min. und Schweizer Fernsehen ... Mi, 29.06.16 15:20
  • PMPMPM aus Wilen SZ 235
    Und jetzt? Ist noch online...? Liebes news-Team, schade ist die Situation so, dass etwas aufhören ... Di, 28.06.16 22:43
  • kubra aus Berlin 3232
    Danke für die gelebte Pressefreiheit. Damit mein ich durchaus auch den ... Di, 28.06.16 16:09
Lyon siegte verdient.
Frauenfussball Wolfsburgs Frauen verpassen den Sieg Die Frauen-Equipe des VfL Wolfsburg mit den drei ...
 
News
         
Fussball ist ein anstrengender, körperlicher Sport.
Publinews Sobald das Fussballtraining oder das Spiel beendet wurde, beginnt die Phase der Erholung. Hierbei stehen die unterschiedlichsten Möglichkeiten zur Verfügung, die je nach ... mehr lesen
Die deutsche Bundesliga ist seit jeher eine Ziel-Liga für Schweizer Fussballer.
Publinews Die Schweiz bringt immer wieder das Kunststück fertig, den grossen Nationen die Stirn zu bieten. Das gilt vor allem im Sport, wo die ... mehr lesen
Heutzutage ist es schwierig, komplett kostenlos und ohne Anmeldung Fussball live zu verfolgen.
Publinews Am Wochenende steht das Spiel der Lieblingsmannschaft an und wird nicht im Free-TV übertragen - jeder Fan war schon einmal in ... mehr lesen
Der Weg zum Profifussballer ist hart und lang.
Publinews Es ist der Traum vieler Jugendlicher Karriere als Fussballer zu machen. Der Reiz Fussballprofi zu werden, scheint allgegenwärtig. Schaut man etwa in die ... mehr lesen
Fussball als Zuschauer ist zudem ebenfalls sehr interessant, da es klare Spielzeiten gibt und zwischendurch eine Pause besteht.
Publinews Sport ist seit geraumer Zeit von grösster Bedeutung für die Menschheit. Sport verknüpft Menschen, schafft ein gemeinsames Interesse und sorgt gleichzeitig dafür, ... mehr lesen
Auch der Torwart braucht eine Ausstattung.
Publinews Fussball ist eine beliebte Sportart. Ob man diese nun aktiv ausübt oder nur vor dem Fernseher verbringt, spielt dabei keine Rolle. Kaum ein Sport verbindet ... mehr lesen
Wenn das Team nicht stimmt, dann wird sich auch kein Erfolg einstellen.
Publinews Kaum eine Sportart ist so beliebt wie diese. Fussball schweisst die unterschiedlichsten Menschen zusammen. Jedes Wochenende aufs Neue wird im Stadion die Lieblingsmannschaft ... mehr lesen
CBD als schmerztherapeutische Unterstützung bei Verletzungen.
Publinews Wir wollen in diesem Zusammenhang nicht von Aufputschmitteln im Fussball sprechen. Allerdings muss man diese Begriffe auch im zeitlichen Kontext sehen. Wenn man die ... mehr lesen
Das beste Training auf der Welt ist nur optimal, wenn man sich richtig ernährt.
Publinews Ohne Fleiss kein Preis. Das ist die Devise, wenn es um das Training für Fussballer geht. Wenn man nicht genügend trainiert, wird man kein Fussballer. Wenn man bereits ... mehr lesen
Ein Fussball spiel pro Woche.
Publinews Fussballvereine sind heutzutage sehr grosse Organisationen, die es verstehen richtig zu wirtschaften. Das Geschäft mit den Fussballern ist heute so wichtig wie ... mehr lesen
Fussball Videos
FIFA World Football Museum  Das FIFA World Football Museum direkt beim ...  
Neue Zeitrechnung für den Nati-Star  Granit Xhaka (23) wechselt zu Arsenal London in die ...  
Drei Mal in Folge «Europa League»-Sieger  Der FC Sevilla gewinnt zum dritten Mal in Folge ...  
Grosse Ehre für «King Claudio»  Wenig überraschend heisst der Trainer des Jahres ...  
Mehr Fussball Videos
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mo Di
Zürich 12°C 30°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter recht sonnig
Basel 15°C 30°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen recht sonnig
St. Gallen 13°C 27°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft recht sonnig
Bern 11°C 28°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter recht sonnig
Luzern 13°C 28°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft recht sonnig
Genf 15°C 25°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen recht sonnig
Lugano 18°C 29°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten