Altersbegrenzung bei Verbandswechsel entfällt

publiziert: Donnerstag, 4. Jun 2009 / 23:37 Uhr

Die bisher gültige Altersbegrenzung für die Wahl der Nationalmannschaft wurde abgeschafft. Demnach können Spieler mit zwei oder mehr Staatsbürgerschaften zukünftig auch nach dem 21. Lebensjahr von einem Landesverband in den anderen wechseln.

Mladen Petric hatte sich gegen die Schweizer Nati entschieden. (Archivbild)
Mladen Petric hatte sich gegen die Schweizer Nati entschieden. (Archivbild)
Die FIFA beschloss auf dem ordentlichen Kongress in Nassau (Bahamas) auf Antrag des algerischen Verbandes mit einer Mehrheit von 58 Prozent der Stimmen, dass die bisherige Begrenzung nicht mehr gilt.

Einzige Einschränkung bleibt, dass ein solcher Wechsel nicht mehr möglich ist, wenn ein Spieler für eine Nation bereits ein A-Länderspiel absolviert hat.

Einsätze in Nachwuchsmannschaften (U21, U19, u.s.w.) fallen nicht unter diese Regel. So kann ein Spieler einerseits für das Land A in Junioren-Auswahlteams spielen und sich andererseits für die A-Nationalmannschaft des Landes B entscheiden.

Nachteil für Schweiz

Der Entscheid der FIFA ist für ein Land wie die Schweiz von grosser Bedeutung. Allein im aktuellen U21-Kader sind elf von 22 Spieler Doppelbürger und könnten dem SFV theoretisch noch «abhanden» kommen. Zumindest fünf von ihnen sind bereits 21 Jahre alt und hätten so aufgrund der alten Regel nicht mehr für ihre zweite Heimat spielen können.

«Wir sind nicht begeistert», lautete daher der Kommentar von SFV-Präsident Ralph Zloczower, der dem Kongress in der Karibik beiwohnt. Die Schweizer Delegation sei mit der klaren Absicht nach Nassau gereist, dass die Altersbegrenzung beibehalten werde, so Zloczower. Aufgrund der Vorgespräche mit FIFA und UEFA war nicht zu erwarten gewesen, dass dem Antrag Algeriens zugestimmt wird.

Für den Ende Jahr abtretenden SFV-Nachwuchschef Hansruedi Hasler ist «die Schweiz mit den vielen Nationalitäten und Doppelbürgern im internationalen Markt nun klar benachteiligt.» Hasler erlebte in seiner Zeit beim Verband, wie Talente wie Mladen Petric (Kro), Zdravko Kuzmanovic (Ser) oder Ivan Rakitic (Kro) der Schweiz den Rücken kehrten. «Die Gefahr ist nun da, den einen oder anderen mehr zu verlieren, weil es Spieler gibt, die den Durchbruch erst mit 24 Jahren schaffen.»

Schweizer U21-Internationalen mit zwei Nationalitäten:
Gaetano Berardi (It), Alessandro Ciarrocchi (It), Igor Djuric (Ser), Kevin Fickentscher (Sp), Shkelzen Gashi (Ser/Kos), Mario Gavranovic (Kro), Simone Grippo (It), Genserix Kusunga (Ang), Daniel Pavlovic (Kro), Serkan Sahin (Tür), Adilson Tavares (Kap).

(bert/Si)

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