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David-Goliath im 81. Schweizer Cupfinal

publiziert: Montag, 17. Apr 2006 / 08:05 Uhr / aktualisiert: Montag, 17. Apr 2006 / 16:14 Uhr

Wie im Vorjahr mit Zürich und Luzern treffen auch im 81. Schweizer Cupfinal mit YB und Sion zwei Teams aus verschiedenen Ligen aufeinander. Die Walliser können am Ostermontag im Stade de Suisse als erste unterklassige Mannschaft die Trophäe gewinnen.

Um für eine Überraschung zu sorgen, ist Sion wohl auf Tore von Vogt angewiesen.
Um für eine Überraschung zu sorgen, ist Sion wohl auf Tore von Vogt angewiesen.
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Siebenmal vermochte sich bisher eine unterklassige Mannschaft für den Cupfinal zu qualifizieren, nämlich zweimal Schaffhausen, Basel, Cantonal Neuchâtel, Bellinzona, Winterthur und Luzern. Alle verliessen den Platz als Verlierer.

Ein Sieg von Sion im seit Wochen ausverkauften Stade de Suisse, wo der Cupfinal heuer (ab 15.00 Uhr) erstmals ausgetragen wird, ist gar nicht so abwegig. Die Walliser sind das Cupteam schlechthin; sie gewannen alle ihre neun Finalspiele. Die heissblütigen Fans haben ihre Mannschaft im Cup schon immer zu Sonderleistungen angetrieben.

Die Sittener sind auch sportlich im Schuss: Die letzten drei Partien in der Challenge League wurden allesamt gewonnen, wogegen bei den Young Boys die Hauptprobe am Mittwoch gegen Schaffhausen (1:2) gründlich daneben ging.

Grosser Erfolgsdruck

Die Berner stehen im eigenen Stadion unter erheblich grösserem Erfolgsdruck als ihr unterklassiger Kontrahent. Zudem haben sie in der Meisterschaft just wegen der Niederlage gegen Schaffhausen den 3. Platz an die Grasshoppers verloren.

Wenn es dabei bleiben würde, wäre der Cupsieg für YB die einzige Möglichkeit, sich im Sommer für den UEFA-Cup zu qualifizieren -- ein Muss für die Berner mit ihrem kostspieligen Stadion.

Zudem liegen die grossen Zeiten der Young Boys schon so lange zurück, dass es in deren Umfeld als nachgerade überfällig betrachtet wird, endlich an die Erfolge in den Fünfziger- und Mitte der Achtzigerjahre anzuknüpfen. Der letzte Cupsieg (1987) wurde vor 19, der letzte Meistertitel (1986) vor 20 Jahren errungen.

Rieseneuphorie im Wallis

Einen psychologischen Erfolg im Vorfeld des Spiel konnten die Berner schon einmal verzeichnen: YB-Trainer Gernot Rohr schnappte den Wallisern das Hotel in Spiez, das sie jeweils vor dem Final bezogen hatten, vor der Nase weg.

Er hofft auf Inspiration durch die Unterkunft, in der sich 1954 schon Deutschland auf die WM vorbereitet hatte. Die Deutschen gewannen das Endspiel im Wankdorf-Stadion gegen Ungarn mit 3:2.

Der FC Sion verzog sich derweil ins Hotel, das die Young Boys 1991 bezogen hatten, bevor sie den Cupfinal gegen Sion mit 2:3 verloren.

Neun Jahre nach dem letzten Cuptriumph löste die zehnte Finalqualifikation im Wallis riesige Euphorie aus. Das dem FC Sion zugeteilte Kontingent von 12 500 Tickets war innerhalb von drei Stunden ausverkauft.

Vier Jahre nach der Zwangsrelegation in die Challenge League stehen die Walliser wieder einmal im sportlichen Rampenlicht, nachdem der Verein zuletzt vor allem ausserhalb des Rasenvierecks für Schlagzeilen sorgte. Präsident Christian Constantin hatte 2003 vor Gericht die Teilnahme an der Challenge League auf dem Rechtsweg erstritten.

Seine Geduld mit den Trainern endete meist gleichzeitig mit der Siegserie. Christophe Moulin ist schon der siebte Trainer seit der Rückkehr Constantins vor drei Jahren.

Gelingt Sion die Überraschung?

Die Walliser kämpfen heuer an zwei Fronten um Meriten. In der Challenge League belegt Sion momentan mit vier Punkten Rückstand auf Luzern den 2. Platz und kann damit zumindest auf die Aufstiegs-Barrage am Saisonende hoffen.

Während der Aufstieg für den ambitionierten Präsidenten trotz des möglichen ersten Erfolgs eines Unterklassigen im Cup erste Priorität hat, sehen es die Walliser Fans anders: Für sie wäre der zehnte Cupsieg das höchste aller Gefühle.

Um sich für den ersten Final im neuen Berner Stadion zu qualifizieren, musste Sion nie gegen einen oberklassigen Gegner antreten. Im Achtel-, Viertel- und im Halbfinal setzten sich die Walliser gegen die Ligakonkurrenten Bellinzona, Locarno und Winterthur jeweils mit 1:0 durch.

Zuvor hatten sie zum Auftakt den Drittligisten Giffers-Tentlingen 8:1 geschlagen, ehe sie beim Zweitligisten Le Mont beinahe gescheitert wären. Zweimal lag Sion im Rückstand, zweimal glich Paulo Vogt aus. Das 2:2 gelang dem treffsicheren Brasilianer erst in der 94. Minute. In der Verlängerung entschied Goran Obradovic die spannende Partie mit einem Foulpenalty.

Um im Wankdorf für eine Überraschung -- eine solche wäre der zehnte Sieg Sions im zehnten Finalspiel -- zu sorgen, sind die Walliser wohl auf Tore von Vogt angewiesen. Der 29-jährige Angreifer, der schon vor einem Jahr mit Luzern im Cupfinal gestanden war, erzielte in der Meisterschaft in bisher 25 Partien 22 Treffer und im Cup sorgte er zuletzt gegen Locarno und Winterthur jeweils für die entscheidende Differenz. Vogt dürfte am Montag alleinige Sturmspitze sein, unterstützt vom hinter ihm agierenden Obradovic.

Juristisches Nachspiel?

Die Annäherung Sions an den Cupfinal verlief nicht ohne juristische Nebengeräusche. Zwar sieht Constantin inzwischen vom Anfechten der unterschiedlichen Ausländerregelung für Super- und Challenge-League-Klubs ab, obwohl seine Mannschaft dadurch benachteiligt ist. «Die Regel existiert schon lange, deshalb habe ich es dabei bewenden lassen»“, erklärte der Präsident.

Dennoch wollen die Walliser unter Protest antreten. Sie sind der Meinung, dass Everson bei YB nicht spielberechtigt ist. Die Berner wollen der Brasilianer jedoch spielen lassen, weil sie im Besitz einer schriftlichen Spielberechtigung des Verbandes sind. Trotzdem ist es möglich, dass der 81. Cupfinal eine unschöne Verlängerung fern ab des Stadions erleben wird.

Voraussichtlichen Aufstellungen:
Young Boys: Wölfli; Christian Schwegler, Tiago (Portillo), Gohouri, Hodel; Joël Magnin, Everson; Varela, Yapi (Hakan Yakin), Raimondi; João Paulo. -- Gesperrt: Pirmin Schwegler.

Sion: Vailati; Skaljic (Sarni), João Pinto, Meoli; Gaspoz, Di Zenzo, Delgado; Bühler, Obradovic, Regazzoni; Vogt. -- Abwesend: Schneuwly (nicht im Aufgebot).

SR Reto Rutz

Torschützenliste:
1. Vogt (Sion) und João Paulo (YB), je 6. 3. Bengondo (Winterthur), Derdiyok (Old Boys Basel), Lüthold (Küssnacht am Rigi), Merenda (St. Gallen), Rafael (Zürich) und Sterjovski (Basel), je 4. 9. Burri (Kriens), Esteban (Servette), Dzemaili (Zürich), Ganz (Lugano), Giallanza (Aarau), Magnin (Young Boys), Sermeter (Young Boys), Varela (Young Boys) und Parmo (YF Juventus Zürich), je 3.

(von René Baumann und Sascha Rhyner/Si)

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