Deutschland zerlegt England

publiziert: Sonntag, 27. Jun 2010 / 17:55 Uhr
Starkes Deutschland: Hier setzt sich Lukas Podolski gegenüber Glen Johnson durch.
Starkes Deutschland: Hier setzt sich Lukas Podolski gegenüber Glen Johnson durch.

Deutschland sorgte im mit Spannung erwarteten Achtelfinal-«Klassiker» gegen England für klare Verhältnisse.

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Dank einer Doublette von Thomas Müller (67./70.) setzte sich Deutschland in Bloemfontein im fünften WM-Duell mit England 4:1 durch, verpasste dem Gegner die höchste Niederlage aller Zeiten an einem grossen Turnier und trifft in seinem 15. Viertelfinal in Serie auf den Sieger der Partie Argentinien - Mexiko.

Der Ball war hinter der Linie

Für (zurecht) wütende Proteste der Engländer und den Ruf nach dem Einsetzen von moderner Technologie bei strittigen Aktionen sorgte eine Szene vor der Pause. Keine Minute nach dem Anschlusstor durch Matthew Upson (37.) prallte ein Schuss von Frank Lampard via Lattenunterkante klar ersichtlich HINTER der Torlinie auf, nochmals an die Latte und von dort in die Hände des deutschen Goalies Manuel Neuer. Den Engländern wurde ein klarer Treffer, gewissermassen das umgekehrte Wembley-Tor des WM-Finals 1966 (gegeben, aber bis heute nicht bewiesen), aberkannt, der den Spielverlauf massgeblich beeinflusst hätte.

England hatte seine Phase

Schon vor dem Zeitpunkt des angeblichen 2:2 befand sich England in seiner besten Phase der Partie. Die «Three Lions» kamen durch Upsons zweites Länderspieltor zum Anschluss und drückten dann in der zweiten Halbzeit vehement auf den Ausgleich. Deutschlands Platzhälfte wurde minutenlang belagert, zwingend agierte England allerdings mit Ausnahme von Lampards zweitem Lattenschuss nicht.

Wie aus dem Lehrbuch

Die Entscheidung führte Deutschland mit zwei Kontern aus dem Lehrbuch herbei, beide Male hiess der Torschütze Thomas Müller. Der Shooting Star von Bayern München, der vor einem Jahr noch in der dritten Liga gekickt hatte, traf in der 67. zum 3:1 und drei Minuten später zum 4:1. Beide Male hatte das jüngste deutsche WM-Team seit 1934 nach Standards den Ball abgewehrt, maximal zwei Berührungen später lag er bereits hinter Englands Goalie David James.

Deutsche technisch Überklegen

Dank dem zwölften WM-Tor des nach seiner Sperre wieder ins Team gerückten Miroslav Klose (20., nach Abstoss von Goalie Neuer) und Lukas Podolskis Treffer aus spitzem Winkel führte Deutschland nach etwas mehr als einer halben Stunde bereits 2:0. England war bis zu diesem Zeitpunkt ohne Chance gewesen, der Auftritt der technisch überlegenen Deutschen erinnerte zuweilen an das 4:0 zum Vorunden-Auftakt gegen die inferioren Australier.

Deutschland - England 4:1 (2:1).

Free State Stadium, Bloemfontein. - 40 510 Zuschauer. - SR Larrionda (Uru). - Tore: 20. Klose 1:0. 32. Podolski 2:0. 37. Upson 2:1. 67. Müller 3:1. 70. Müller 4:1.

Deutschland: Neuer; Lahm, Mertesacker, Friedrich, Boateng; Khedira, Schweinsteiger; Müller (72. Trochowski), Özil (83. Kiessling), Podolski; Klose (72. Gomez).

England: James; Johnson (87. Wright-Phillips), Terry, Upson, Ashley Cole; Milner (64. Joe Cole), Lampard, Barry, Gerrard; Defoe (71. Heskey), Rooney.

Bemerkungen: Deutschland ohne Cacau (verletzt). 38. Lattenschuss von Lampard, der Ball prallte von hinter der Linie ein zweites Mal an die Latte. 52. Freistoss von Lampard an die Latte. Verwarnungen: 47. Friedrich. 82. Johnson (beide wegen Fouls).

(bang/Si)

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Für mich ist der einzig gute Lösungsvorschlag:
2 Torrichter
2 Schiedsrichter
und kein Abseits mehr
Das rudziert die Anzahl der Fehlentscheide auf ein Minimum.
Das musste nichts gekauft werden.
Die Enländer waren so schlecht, dass meine Grossmutter im Rollstuhl diese noch besiegt hätten.
Also immer schön fair bleiben.
Einfach ein Spiel
Deutschland hat einfach besser gespielt, ganz einfach.

Politisch festgefahren?.... Keine Ahnung, ich bin ein Sozi... Kein Knallroter aber doch mit einem roten Weltbild. :-)

Fussball ist ein Spiel das ich mir gerne ansehe, ich gehe auch ab und zu ins Stadion, wenn der Schirri einen Mist pfeift, wird gebuuht und übelste Schimpfwörter gebrüllt. :-) das ist Fussball. Ganz einfach nur ein Spiel.
Ja Glück gehört dazu
Die Schweiz, zum Beispiel, hätte gegen Honduras einfach nur ein Tor schiessen müssen, dann wäre der Match gegen Chile vergessen gewesen, haben sie nicht gemacht, also sind sie raus. Im Fussball ist gehört Glück einfach dazu. Die WM gewinnt die Mannschaft die am meisten Tore geschossen hat.
wenn denn
so sonnenklar war, dass Deutschland sowieso gewinnen würde - war das Spiel vielleicht gekauft?

Ihre Einstellung zum Fussball lässt tief blicken! Denken Sie politisch ähnlich festgefahren?
und wenn's
dann letztlich nur darum geht, die guten von den miesen Schiris zu unterscheiden - und die miesen dann auszumustern ...

Dass Spiele durchaus wegen oder dank unfähigen Schiris gewonnen oder verloren werden, haben wir auch bei dieser WM schon mehrfach erlebt.

Den Titel wird allenfalls die glückhafteste, also nicht zwangsläufig die beste Mannschaft holen - ob das der Sinn des Ganzen sein kann?
Wer entscheidet?
Und wer entscheidet welche Entscheide umstritten sind? Das Publikum, die Spieler, die FIFA? Beim Fussball ist es klar, der Schiedsrichter ist der Chef auf dem Platz, 90 Minuten lang. Wir können ihn hassen und beschimpfen, aber er entscheidet. Wenn das Spiel fertig ist, ist es vorbei. Mit dem ganzen Hockeyquatsch würde ein Spiel ja doppelt so lang dauern, die Spieler könnten Stühle mitnehmen um sich zu setzen bis die FIFA und die Schiris ausdiskutiert haben, ob Klose vom Platz muss. So krasse Fehlentscheide wie bei England kommen vor, sie sind aber selten. Deutschland hätte das Spiel sowieso gewonnen.
warum
'ohne Plan'?

Es geht schlicht und einfach darum, umstrittene Entscheide klar fällen oder postwendend widerrufen zu können.
Im Eishockey funktioniert's - weshalb sollte es beim Fussball nicht?
Lachhaft!
warum
'ohne Plan'?

Es geht schlicht und einfach darum, umstrittene Entscheide klar fällen oder postwendend widerrufen zu können.
Im Eishockey funktioniert's - weshalb sollte es beim Fussball nicht?
Lachhaft!
Technische Möglichkeiten?
welche denn? Viedobeweis? Wo fängt der an und wo hört der auf?
Nur beim Tor? oder beim Tor und Penalty? Bei der roten Karte? bei der 2. gelben Karte?
Einen Videobeweis einführen ist überhaupt kein Problem? Es ist schon schwierig genug den vernünftig zu definieren. Übirgens so ein nichtgegebens Tor gibts nur alle 3 Jahre auf höchsten Niveau.
Jeder redet vom Videobeweis (ausser die Engländer!!!!) und keiner hat auch nur den Ansatz wie man den definieren soll. Lachhaft die Forderung ohne Plan.
 
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