Die weltbeste Nachwuchs-Bühne

publiziert: Freitag, 10. Jun 2005 / 08:00 Uhr / aktualisiert: Freitag, 10. Jun 2005 / 08:20 Uhr

Holland steht während der nächsten drei Wochen im Fokus der 24 weltbesten Fussball-Juniorenteams.

Trainer Pierre Andre Schürmann habe eine "riesige Mentalität gespürt".
Trainer Pierre Andre Schürmann habe eine "riesige Mentalität gespürt".
7 Meldungen im Zusammenhang
Bei der 15. Ausgabe der prestigeträchtigen U20-WM ist erstmals auch die Auswahl des Schweizer Verbandes vertreten -- mit Perspektiven notabene.

Seit bald einer Dekade beanspruchen die diversen Nachwuchs-Equipen des SFV einen Fixplatz auf der internationalen Bühne. Drei Jahre nach dem EM-Titelgewinn der 17-Jährigen peilen die Schweizer in (fast) bestmöglicher Formation einen neuen Höhepunkt an. Hansruedi Hasler, als Technischer Direktor im Ausbildungsbereich federführend, erklärte die Qualifikation für den Achtelfinal zum Ziel, die selbstbewussten Spieler träumen gar vom Vorstoss in den Final am 2. Juli in Utrecht.

Den Kick-off bestreiten am Freitag um 16 Uhr in Kerkrade Benin und Australien, ehe am Abend der Gastgeber vor vollen Rängen und in Anwesenheit von FIFA-Präsident Joseph Blatter gegen Japan zum wichtigsten Junioren-Wettbewerb des Erdballs startet. Für die Schweizer steht der Auftakt gegen die südkoreanische Vertretung am Sonntagabend (20.30 Uhr/DSF) im Programm.

Respekt, aber keine Angst

Verlässliche Prognosen sind generell schwierig zu stellen, zumal Junioren-Teams in der Vergangenheit nicht selten innerhalb eines Turniers markanten Formschwankungen unterliegen. Gleichwohl ist der erstklassig besetzten Mannschaft von Trainer Pierre-André Schürmann Überdurchschnittliches zuzutrauen.

Die berechtigte und hohe Erwartungshaltung wird durch die erhebliche Konkurrenz in der Gruppe mit dem vierfachen und aktuellen Titelhalter Brasilien, Asien-Meister Südkorea und Afrika-Champion Nigeria nur bedingt beeinträchtigt.

"Wir haben vor den Gegnern keine Angst, sondern nur Respekt", unterstreicht Schürmann die positive Haltung seiner Gruppe im Vorfeld "des grössten Events des Jahres". Der zuweilen kompromisslose und mit harter Hand führende Romand hat eine "riesige Mentalität gespürt" und den Jungen vermittelt, wie prägend das Erlebnis für den weiteren Verlauf ihrer Karriere sein könnte. "Gullit, Van Basten, Ronaldinho waren alle schon mal dabei und sprechen noch heute davon." Schürmann hat Wochen, ja Monate investiert, überliess nichts dem Zufall, unternahm alles für den Erfolg der talentiertesten Schweizer Fussball-Generation.

Strategiewechsel

Im Verband massen die Entscheidungsträger der U20-WM erst einige Monate nach der Sicherung des Startplatzes durch die U19-Auswahl an der EM-Endrunde in Nyon die uneingeschränkte Priorität bei.

Hansruedi Hasler entschied sich deshalb entgegen zuerst geäusserter Absichten richtigerweise für einen (temporären) Strategiewechsel: "Normalerweise gehen die Spieler ja immer eine Stufe vorwärts. Nun sind jene dabei, die bereits in einer höheren Klasse eingeteilt wurden. Das entspricht eigentlich nicht unserer Strategie, zeigt aber die Bedeutung dieser WM."

Vier prominente Namen...

Die Ambitionen tragen Namen. Der an sich bereits starke Kern der U20, die fünf der letzten sieben Tests gewann und zweimal remis spielte, wurde um vier A-Internationale erweitert. Johan Vonlanthen (Brescia/PSV), Tranquillo Barnetta (Hannover), Philippe Senderos (Arsenal) und Reto Ziegler (Tottenham) garantieren allesamt Qualität.

Bei ihrer Klasse dürfte es nicht ins Gewicht fallen, dass das Quartett beim Auftakt gegen Südkorea erstmals überhaupt en bloc integriert wird. Weder die "Neuankömmlinge" noch Schürmann befürchten Anpassungsschwierigkeiten. "Ich kenne sie alle seit Jahren. Und kein Spieler ist eingerückt, um sich nur selber zu profilieren."

Durch den Einbau Barnettas und Zieglers, die zusammen mit acht weiteren Spielern der jetzigen U20 2002 in Dänemark EM-Gold gewannen, besitzen die Schweizer im rechten und linken Couloir ein Offensivpotenzial erster Güte.

Vonlanthen wird im Sturm (wohl zusammen mit Fabrizio Zambrella oder Goran Antic) nach einer eher unbefriedigenden Klub-Saison in Eindhoven und Brescia alles daran setzen, seine holländischen (PSV-)Kritiker zum Schweigen zu bringen. Das Talent, seinen Kollegen den Weg in den Achtelfinal zu weisen, spricht dem jüngsten EM-Torschützen der A-Nationalmannschaft niemand ab.

...und viele Alternativen

Schürmann befindet sich mittlerweile in einer ähnlichen komfortablen Lage wie Nationalcoach Köbi Kuhn; der Kreis valabler Kandidaten für die Stammformation ist grösser denn je. Mit der Ankunft der A-Internationalen hat sich der Konkurrenzkampf verschärft -- ganz im Sinne des langjährigen Nationalliga-Trainers (Wil, Sion, Lausanne), der alle "auf die gleiche Stufe stellt und von jedem hundertprozentiges Engagement fürs Kollektiv" verlangt.

Im Zentrum vor der zu erwartenden Abwehrreihe Florian Stahel, Veroljub Salatic, Senderos, Arnaud Bühler bieten sich für den leicht angeschlagenen Arsenal-Professional Johann Djourou mit dem Luzerner Pirmin Schwegler, Sandro Burki oder Blerim Dzemaili ausreichend Alternativen.

Zunächst nur Südkorea im Visier

Im vergangenen Mai weilte Schürmann in Südkorea. Während eines Turniers mit Australien und Marokko gewann er einen bleibenden Eindruck des Startgegners.

"Es läuft bei den Koreanern wie in der asiatischen Technologie. Alles geht immer ein bisschen schneller. Ein Spaziergang ist ganz sicher nicht zu erwarten", warnte der 44-Jährige. Von den restlichen Kontrahenten mag Schürmann derzeit nicht im Detail sprechen. "Ich denke nur von Spiel zu Spiel. Die gesamte Energie ist auf das Startspiel ausgerichtet."

Schweizer Kader
Tor: Swen König (Jahrgang 85/Aarau), Daniel Lopar (85/Wil), David Gonzalez (86/Servette).

Verteidigung: Arnaud Bühler (85/Aarau), Philippe Senderos (85/Arsenal), Veroljub Salatic (85/GC), Henri Siqueira-Barras (85/Xamax), Florian Stahel (85/FC Zürich). Ferhat Cökmüs (85/Young Boys).

Mittelfeld/Sturm: Johann Djourou (87/Arsenal), Tranquillo Barnetta (85/Hannover), Goran Antic (85/Wil), Johan Vonlanthen (86/Brescia), Fabrizio Zambrella (86/Brescia), Reto Ziegler (86/Tottenham), Sandro Burki (85/Wil), Marco Schneuwly (85/Young Boys), Pirmin Schwegler (87/Luzern), Christian Schlauri (85/Basel), Guilherme Afonso (85/Twente Enschede), Blerim Dzemaili (86/FC Zürich).

Gruppen und Spielplan(10. Juni bis 2. Juli)

Gruppe F: SCHWEIZ, Brasilien (Weltmeister), Südkorea (Asienmeister), Nigeria (Afrikameister).

In Emmen. Sonntag, 12. Juni. 17.30 Uhr: Brasilien - Nigeria. 20.30 Uhr: Südkorea - Schweiz (live auf DSF/TSR/TSI2). -- Mittwoch, 15. Juni. 17.30 Uhr: Schweiz - Brasilien (live auf SF2). 20.30 Uhr: Nigeria - Südkorea. -- Samstag, 18. Juni. 16.00 Uhr: Brasilien - Südkorea. Nigeria - Schweiz (in Enschede/live auf SF2).

Restliche Gruppen. A: Australien, Benin, Japan, Holland. -- B: China, Panama, Türkei, Ukraine. -- C: Chile, Honduras, Marokko, Spanien. -- D: Argentinien, Deutschland, USA, Ägypten. -- E: Italien, Kanada, Kolumbien, Syrien.

Bemerkung: Pro Gruppe erreichen die besten zwei Teams zusammen mit den besten vier Gruppen-Dritten die Achtelfinals.

Achtelfinals (Enschede/Tilburg/Doetinchem/Emmen) am 21./22. Juni. -- Viertelfinals am 24./25. Juni. -- Halbfinals (Utrecht/Kerkrade) am 28. Juni. -- Final (Utrecht) am 2. Juli.

(von Sven Schoch/Si)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Marokko steht erstmals in der ... mehr lesen
Marokko spielt im Halbfinal gegen Holland oder Nigeria.
Goran Antic gibt alles für das Team.
Goran Antic und Daniel Lopar, ... mehr lesen
Der Schweizer FIFA-Schiedsrichter ... mehr lesen
Schiedsrichter Massimo Busacca.
Die Schweizer bejubeln das 1:1.
Die Schweizer U20-Auswahl ist ... mehr lesen
Titelverteidiger Brasilien und Italien ... mehr lesen
Brasilien gelang der erhoffte Höhenflug gegen Nigeria nicht.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Zwei Youngsters übernehmen Verantwortung: Reto Ziegler (l.) und Philippe Senderos.
Mit einem Sieg gegen Südkorea ... mehr lesen
Die Schweizer U20-Auswahl trifft im ... mehr lesen
Die Schweizer Junioren treffen auf durchwegs starke Gegner.
Edimilson Fernandes (links) jubelt mit Forian Kamberi (rechts) über dessen Ausgleich.
Edimilson Fernandes (links) jubelt mit Forian Kamberi (rechts) über ...
Direkte Qualifikation immer unwahrscheinlicher  Für die Schweizer U21-Nationalmannschaft wird die direkte Qualifikation für die EM-Endrunde 2017 in Polen immer unwahrscheinlicher. Das Team von Heinz Moser bleibt nach dem 1:1 in Thun gegen England weiterhin drei Punkte hinter dem Tabellenführer zurück. mehr lesen 
EM-Qualispiel in Thun  Besiegen die aktuell drittplatzierten Schweizer in der U21-EM-Kampagne heute in Thun (19.00 Uhr) den Leader England, rückt die erste Endrunden-Teilnahme seit 2011 wieder in Sichtweite. mehr lesen  
Elvedi zurück in der U21  Nico Elvedi macht die Reise nach Dublin zum Testspiel gegen Irland nicht mit. Der Verteidiger kehrt zurück in die U21, die am Samstag in der ... mehr lesen  
Vladimir Petkovic entschied sich gegen Elvedi und für Tarashaj für die kommenden Testspiele.
Neue Aufgabe für Raphael Wicky.
Ceccaroni abgelöst  Raphael Wicky übernimmt beim FC Basel ab der Saison 2016/17 die Leitung des U21-Teams in der Promotion League. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    grüezi Wie lasterhaft Mitleid mitunter sein kann, beweisen Sie doch gerade ... Mo, 26.12.16 20:05
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Vom Tode träumt ein negrophiles Schäfchen doch ständig. Wenn tausende Frauen in England ... Mi, 28.09.16 11:58
  • HentaiKamen aus Volketswil 1
    Kommt wieder Aber leider eine RIESEN Verlust für Leser wie mich die nicht mit dem ... Sa, 13.08.16 01:13
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    sogar nach dem Tode hat die Kassandra noch die grösste Schnauze... jaja, diese ... Fr, 12.08.16 16:30
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wow, wie hat sich die gute Kubra gemausert! Ich danke auch Ihnen ganz persönlich für die vielen harten und ... Mi, 20.07.16 20:25
  • Pacino aus Brittnau 731
    Übrigens, wusstet ihr schon . . . . . . dass die Foren von AZ (Wanner), 20min. und Schweizer Fernsehen ... Mi, 29.06.16 15:20
  • PMPMPM aus Wilen SZ 235
    Und jetzt? Ist noch online...? Liebes news-Team, schade ist die Situation so, dass etwas aufhören ... Di, 28.06.16 22:43
  • kubra aus Berlin 3232
    Danke für die gelebte Pressefreiheit. Damit mein ich durchaus auch den ... Di, 28.06.16 16:09
Lyon siegte verdient.
Frauenfussball Wolfsburgs Frauen verpassen den Sieg Die Frauen-Equipe des VfL Wolfsburg mit den drei ...
 
News
         
Die Markenrechte der WM werden von der FIFA penibel geschützt.
Publinews Bevor Vereine, Betreiber einer Fussballkneipe und andere Kleinunternehmen die Fussball-WM ohne offizielle Lizenzierung für ... mehr lesen
Der Fussball in Deutschland hat sich in den letzten Jahren verändert.
Publinews Für viele Menschen ist Fussball mehr als nur ein Spiel. Das Spiel um den runden Ball schweisst Menschen ... mehr lesen
Fussball ist ein anstrengender, körperlicher Sport.
Publinews Sobald das Fussballtraining oder das Spiel beendet wurde, beginnt die Phase der Erholung. Hierbei stehen die unterschiedlichsten Möglichkeiten zur Verfügung, die je nach ... mehr lesen
Die deutsche Bundesliga ist seit jeher eine Ziel-Liga für Schweizer Fussballer.
Publinews Die Schweiz bringt immer wieder das Kunststück fertig, den grossen Nationen die Stirn zu bieten. Das gilt vor allem im Sport, wo die ... mehr lesen
Heutzutage ist es schwierig, komplett kostenlos und ohne Anmeldung Fussball live zu verfolgen.
Publinews Am Wochenende steht das Spiel der Lieblingsmannschaft an und wird nicht im Free-TV übertragen - jeder Fan war schon einmal in ... mehr lesen
Der Weg zum Profifussballer ist hart und lang.
Publinews Es ist der Traum vieler Jugendlicher Karriere als Fussballer zu machen. Der Reiz Fussballprofi zu werden, scheint allgegenwärtig. Schaut man etwa in die ... mehr lesen
Fussball als Zuschauer ist zudem ebenfalls sehr interessant, da es klare Spielzeiten gibt und zwischendurch eine Pause besteht.
Publinews Sport ist seit geraumer Zeit von grösster Bedeutung für die Menschheit. Sport verknüpft Menschen, schafft ein gemeinsames Interesse und sorgt gleichzeitig dafür, ... mehr lesen
Auch der Torwart braucht eine Ausstattung.
Publinews Fussball ist eine beliebte Sportart. Ob man diese nun aktiv ausübt oder nur vor dem Fernseher verbringt, spielt dabei keine Rolle. Kaum ein Sport verbindet ... mehr lesen
Wenn das Team nicht stimmt, dann wird sich auch kein Erfolg einstellen.
Publinews Kaum eine Sportart ist so beliebt wie diese. Fussball schweisst die unterschiedlichsten Menschen zusammen. Jedes Wochenende aufs Neue wird im Stadion die Lieblingsmannschaft ... mehr lesen
CBD als schmerztherapeutische Unterstützung bei Verletzungen.
Publinews Wir wollen in diesem Zusammenhang nicht von Aufputschmitteln im Fussball sprechen. Allerdings muss man diese Begriffe auch im zeitlichen Kontext sehen. Wenn man die ... mehr lesen
Fussball Videos
FIFA World Football Museum  Das FIFA World Football Museum direkt beim ...  
Neue Zeitrechnung für den Nati-Star  Granit Xhaka (23) wechselt zu Arsenal London in die ...  
Drei Mal in Folge «Europa League»-Sieger  Der FC Sevilla gewinnt zum dritten Mal in Folge ...  
Grosse Ehre für «King Claudio»  Wenig überraschend heisst der Trainer des Jahres ...  
Mehr Fussball Videos
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich 7°C 14°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wolkig, aber kaum Regen
Basel 9°C 15°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 7°C 12°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wechselnd bewölkt, Regen
Bern 6°C 14°C bedeckt, wenig Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
Luzern 8°C 14°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wolkig, aber kaum Regen
Genf 8°C 15°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen recht sonnig
Lugano 11°C 19°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten