Operation auf Rekord-Niveau

FIFA setzt auf die Macht der Bilder

publiziert: Montag, 16. Jun 2014 / 15:58 Uhr / aktualisiert: Montag, 16. Jun 2014 / 16:19 Uhr
Trotz mehr Kameras als je zuvor sind Bilder von den VIP-Tribünen bislang eine Seltenheit.
Trotz mehr Kameras als je zuvor sind Bilder von den VIP-Tribünen bislang eine Seltenheit.

Die Produktion der TV-Bilder von der WM in Brasilien ist eine Operation auf Rekord-Niveau. Die FIFA erwartet weltweit so viele Zuschauer wie noch nie.

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Auffällig ist: Trotz mehr Kameras als je zuvor sind Bilder von den VIP-Tribünen bislang eine Seltenheit. Die FIFA setzt bei der WM auf die Macht der Bilder, die Mächtigen der Welt werden aber wohl deutlich seltener als bei den Turnieren in Deutschland und Südafrika im TV zu sehen sein. «Es ist schön, eine Aufnahme von den VIP-Tribünen zu haben», sagte Niclas Ericson, Direktor der TV-Abteilung im Fussball-Weltverband in Rio de Janeiro. Aber: «Der Fokus liegt auf dem Geschehen auf dem Platz.»

2006 und 2010 gehörten Bilder von Südafrikas Präsident Jacob Zuma und anderen Promis zum Standard. Blicke auf die Ehrentribünen sind in Brasilien hingegen bislang kurz und knapp. Beim Eröffnungsspiel war Rousseff nur einmal zu sehen. Blatter wurde bei seinem Besuch der Partie Schweiz - Ecuador in Brasilía vor dem Anpfiff für wenige Sekunden eingeblendet. Einen Zusammenhang mit möglichen Unmutsäusserungen der Zuschauer im Stadion beim Anblick von Brasiliens Staatspräsidentin Dilma Rousseff oder FIFA-Boss Joseph Blatter wie beim Confederations Cup 2013 werden als Begründung zurückgewiesen. Eine Kameraregie dieser Art gibt es nicht, beteuert Ericson.

Keine verzögerten Aufnahmen mehr

Zudem kann sich das TV-Bild auch von dem der Grossbildleinwand in den Arenen unterscheiden. «Es gibt sehr viele Entscheidungen der Regisseure», so Ericson. Eine bei der EM 2012 viel kritisierte Strategie gibt es aber bei der WM nicht mehr. Nachträglich eingebaute Schnittbilder sind für HBS, den TV-Partner der FIFA, ein absolutes Tabu. «Wir spielen keine verzögerten Aufnahmen in die Live-Berichterstattung ein», versicherte Ericson.

Die Produktion der TV-Bilder bewegt sich in Brasilien auf Rekordniveau. 34 Kameras, inklusive einer Perspektive aus luftiger Höhe, in allen zwölf Stadien erlauben neue Blickwinkel. Bei ausgewählten Spielen werden Kameras eingesetzt, die Bilder mit besonders hoher Auflösung produzieren. Abnehmer sind 161 Lizenznehmer und 305 Sub-Lizenzinhaber weltweit. Die Kosten sind noch nicht genau zu beziffern. Bei der FIFA rechnet man mit einem Plus von 40 Prozent im Vergleich zu den 250 Millionen Dollar vor vier Jahren in Südafrika.

Beachtliche Einschaltquoten

Die ersten Einschaltquoten sind beachtlich. Um Mitternacht Ortszeit verfolgten zum Beispiel in England 14,2 Millionen und Italien 12,8 Millionen Menschen die Partie der beiden ehemaligen Weltmeister. «Kein anderer Event hat so viele Zuschauer zu so einer Tageszeit», sagte Ericson. «Das Fernsehen macht die WM zu einem globalen Ereignis. Die Menschen haben das Gefühl, bei der WM dabei zu sein. Die WM ist das grösste TV-Ereignis der Welt.»

Vorhersagen über die Gesamtzahl der TV-Zuschauer bis zum Final will die FIFA nicht machen, zumal die Aufzeichnungen nicht in allen Ländern so exakt sind wie in Europa. Die Quote von 3,2 Milliarden von 2010 dürfte aber geknackt werden.

(ig/Si)

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Die FIFA ist in Brasilien verhasst. Sie gilt als Recht als Abzocker. In Brasilien, Argentinien und in ganz Süd- und Mittelamerika leben sehr viele Kinder in Armut. Das Geld das jetzt die FIFA, der Internationale Fussballverband kassiert, mit Sitz in Zürich, und die Mittel die der Bau der Fussballstadien und der Einsatz der Polizei und der Armee für diese Spiele verschlingen, werden für die brasilianischen Kinder fehlen. In Brasilien und in anderen Staaten Mittel- und Südamerikas haben viele Menschen nicht genug zu essen. Viele Kinder leben mit ihren Eltern in Favelas, in Elendsvierteln. Wenn Kinder krank werden, können sie oft mit ihrer Mutter nicht zum Arzt, da das Geld fehlt. Graffitis in Brasilien mit dem Thema: „Need Food, not football“ Wir haben Nahrung nötig, nicht Fussball) wurde gesprayt. http://www.globalresearch.ca/need-food-not-football-brazilian-graffiti...

Fussball wie auch anderer Zuschauersport gehören dazu die Massen zu entpolitisieren, dumm zu halten und abzulenken. Im schlimmsten Fall werden sogar durch den Massensport nationalistische Aggressionen gegen Gegner aus anderen Ländern geschürt. Damit das Volk wirklich „zufrieden“ gestellt wird, sollten die „Spiele“ immerhin mit „Brot“ kombiniert werden. „Brot und Spiele“ hiess das Rezept der Kaiser schon im alten Rom.

Das Geld fliesst auch nicht so locker wie jetzt in Brasilien für dieses Fussballereignis, wenn jetzt in Somalia nach einer erneuten Dürre und dem immer noch im andauernden Bürgerkrieg eine neue Hungersnot droht. Der dringende Appell der UNO-Welternährungsorganisation FAO fand bisher wenig Gehör. - Erst 14 Prozent der Mittel wurden gefunden, die nötig wären um eine neue Hungerskatastrophe in Somalia abzuwenden. (Urgent Appeal, FAO’s response to the deterioration food security situation in Somalia)

2011 sind 260’000 Menschen in Somalia verhungert, in einem Land das etwa zehn Millionen Einwohner hat. Übertragen auf die Schweiz hätte diese bedeutet, dass alle Einwohner des Kantons Solothurn vor drei Jahren verhungert wären.
Retro-Fussballtrikots: Brasilien, Italien, Deutschland, Holland und viel ...
 
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