Für zwei Spieler endet heute der EM-Traum

publiziert: Mittwoch, 28. Mai 2008 / 00:00 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 28. Mai 2008 / 00:19 Uhr

Heute Mittag um 12 Uhr muss Köbi Kuhn jene 23 Spieler bei der UEFA melden, mit der er die EURO bestreiten will. Zwei Spieler muss er aus dem aktuellen Kader streichen. Es wird wohl einen Innenverteidiger und einen Stürmer treffen.

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Im weissen Medienzelt hinter dem Stadion Cornaredo stieg die Temperatur gestern Mittag merkbar an. Die Sonne, die erstmals im Trainingscamp längere Zeit schien, sowie die zahlreichen Scheinwerfer des Fernsehens sorgten für ein schwüles Klima auf dem Podium, auf dem Köbi Kuhn jeweils die Fragen der Journalisten beantwortet. Gestern drehten sich diese vor allem um die heute anstehende Reduktion des Kaders.

Er habe die 23 Spieler im Kopf; das kleine Trainingsspiel, das später am Nachmittag stattfand, werde daran kaum etwas ändern. Jede Position doppelt zu besetzen ist die Absicht in Kuhns Zusammenstellung des EM-Teams.

Zählt Hakan Yakin als halber Stürmer, dürfte Thomas Häberli, der als letzter zum Team gestossen war, das Camp vorzeitig verlassen müssen. Rechnet Kuhn den YB-Regisseur dem Mittelfeld zu, werden wohl auch Ricardo Cabanas und Benjamin Huggel um ihren Platz fürchten.

Vier Innenverteidiger

«Vier Innenverteidiger -- nicht fünf», unterstrich der Nationaltrainer. In Kuhns Überlegungen dürften Patrick Müller, Philippe Senderos und Johan Djourou gesetzt sein. Damit stehen für eine Streichung aus dem Kader wohl Stéphane Grichting und Mario Eggimann im Vordergrund.

«Die Spannung steigt», sagte Eggimann und lachte. Er mache sich jedoch nicht zu viele Gedanken, so der Aargauer. «Die Situation ist nicht einfach», erklärte Grichting. Er habe im vergangenen Jahr bewiesen, dass er einen Platz verdient hätte. «Ich konnte wegen der Ungewissheit nicht befreit trainieren», sagte der Walliser.

Grichting hofft auf Hitzfeld

Sowohl Grichting mit Auxerre als auch Eggimann in Karlsruhe waren in ihren Vereinen Stammspieler und absolvierten rund 40 Pflichtspiele. Während Grichting vor vier Jahren in einer ähnlichen Ausgangslage war und im letzten Moment noch aus dem EM-Kader fiel, ist die Situation für Eggimann neu.

Entsprechend würde Grichting eine neuerliche Ausbootung nicht goutieren. «Wenn ich heimreisen muss, dann ist das auch mein letzter Tag im Nationalteam», so der 29-Jährige. Das Hintertürchen lässt sich Grichting allerdings offen.

Wenn der neue Nationalcoach Ottmar Hitzfeld auf ihn bauen würde, würde er sich eine Rückkehr überlegen. Er sei immer bereit gewesen und habe viel Erfahrung, sieht Grichting seine Vorteile. Dass er in der WM-Barrage in der Türkei in üble Szenen nach dem Spiel involviert war und monatelang Schmerzen hatte, will er nicht als Argument zulassen.

«Jeder hat es verdient»

«Ich bin torgefährlich und kann Ruhe in die Mannschaft bringen», umschreibt Eggimann seine Stärken. Verrückt machen lässt er sich wegen der Diskussion jedoch nicht. «Man muss versuchen, konzentriert zu bleiben und seine Leistung im Training zu zeigen», so der 27-Jährige.

Sowohl Grichting als auch Eggimann betonen, dass die Stimmung unter der bevorstehenden Kaderreduktion nicht leide. «Es gibt keine Animositäten. Im Gegenteil: Wir machen sogar Witze darüber», erzählt Grichting. «Jeder hätte es verdient, dabei zu sein. Doch nun müssen zwei gehen; das ist sehr schwer für den Trainer», sagt Eggimann. Unisono verkünden die beiden Innenverteidiger, lieber Spieler als Trainer zu sein.

Grichting zerknirscht

So locker Eggimann gestern auftrat, so zerknirscht wirkte Grichting. Als Zeichen ist dies jedoch ebenso wenig zu deuten, wie die unterschiedliche Einsatzzeit am Samstag gegen die Slowakei. Während Eggimann gar nicht zum Einsatz kam, wude Grichting nach 77 Minuten eingewechselt. «Dafür spielte Eggimann gegen England und Deutschland», entgegnet Grichting.

Auch Eggimann will noch keine Zeichen erkannt haben. «Es werden alle gleich behandelt», so der Aargauer. Für SF-Experte Alain Sutter ist Grichting gesetzt, «weil er sich besser mit Müller und Senderos versteht». Der Berner stuft den Auxerre-Professional besser ein als den KSC-Captain.

Wackelkandidaten zuversichtlich

Die beiden «Wackelkandidaten» sehen sich gar nicht derart im direkten Duell. Djourou sei kein reiner Innenverteidiger, so Grichting. «Für mich sind fünf Spieler involviert», sagt er. Auch Eggimann sieht noch andere Kandidaten. «Ich gehe davon aus, dass ich dabei bin», gab sich Eggimann gestern zuversichtlich.

Kuhn wird die beiden Spieler heute Morgen informieren. Am Mittag um 12 Uhr erfahren die Medien und die Öffentlichkeit, wen Kuhn aus dem Kader gestrichen hat. Bis zum Eröffnungsspiel bietet sich ihm gleichwohl noch die Möglichkeit, einen Spieler, der sich bis dann verletzt, zu ersetzen.

(Sascha Rhyner, Lugano/Si)

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