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Fussball: Das Ende im Yakin-Poker - Wechsel nach Paris

publiziert: Mittwoch, 30. Jul 2003 / 19:55 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 31. Jul 2003 / 10:32 Uhr

Das Ringen um Hakan Yakin (26) hat endgültig ein Ende. Der Regisseur verlässt den FC Basel nach zweieinhalb Jahren und wechselt zu Paris St-Germain in die französische Ligue 1. Yakin einigte sich mit PSG auf einen Vierjahresvertrag.

Das Ringen um Hakan Yakin hat ein Ende.
Das Ringen um Hakan Yakin hat ein Ende.
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Tagelang feilschte der forsche Interessent aus Paris mit dem FCB um die Transfersumme. Ein erstes Angebot hatten die Verantwortlichen am Rheinknie als "unter Wert" eingestuft, mit der Gegenofferte mochte sich die PSG-Crew nicht anfreunden. Erst am Mittwoch erreichten die Parteien eine Einigung, worauf die Bebbi ihrer Nummer 10 die sofortige Freigabe erteilten.

Auf welchem finanziellen Level die Einigung zu Stande gekommen ist, mochte der Schweizer Cupsieger indes nicht kommunizieren, betonte aber, dass die Ablösesumme "spürbar" über den in der am 15. Juli abgelaufenen Ausstiegsklausel fixierten 1,5 Millionen Euro liege. Das als "Win-Win-Lösung" deklarierte Verhandlungsresultat streift wohl die Marke von vier Millionen Franken.

Bereits heute Donnstagmorgen wird der Linksfüsser internationaler Klasse in der französischen Kapitale erstmals zum Training erscheinen. Am nächsten Samstag dürfte der 26-fache Schweizer Internationale beim Meisterschaftsauftakt der Ligue 1 im Parc des Princes gegen Bastia debütieren.

Das wertlose Bekenntnis

Vor weniger als drei Wochen hatte sich Hakan Yakin ein letztes Mal zum FCB bekannt. An einer offiziellen Mannschaftsvorstellung erklärte der Bruder von Captain Murat, er werde die Saison mit dem FCB beenden. Eine lukrative Offerte aus Paris wandelte ihm die Sinne derart, dass er den Wechsel trotz eines gültigen Vertrags bis 2005 mit allen Mitteln anzustreben begann.

Hakan Yakin, genial und gleichermassen unberechenbar, liess sich nicht mehr umstimmen; sogar Christian Gross, seinem grossen Förderer, entglitt die Kontrolle. Der Kontakt zur Mäzenin Gigi Oeri kühlte in den vergangenen Tagen der Hektik und abrupten Richtungswechsel gar vollends ab. Nicht nur den Beratern und Mitgliedern des Yakin-Clans mangelte es an Souveränität, auch Oeri äusserte sich über Hakan in aller Öffentlichkeit sehr abschätzig.

Brillante Spiele

26 Länderspiele hat Hakan Yakin bestritten, elf Tore schoss er im Nationalteam. Richtig in den internationalen Fokus spielte er sich zweifelsohne erst im fabelhaften Basler Champions-League-Jahr.

Brillant waren die Auftritte Hakans gegen die Prominenz aus Valencia, La Coruña, Liverpool und Manchester. "Hakan wird zweifellos eine grosse Lücke hinterlassen. Er war bei uns zuständig für die Kreativabteilung", stuft Trainer Gross Hakan Yakin hoch ein.

Die Tore und Assists in der europäischen Königsklasse verhalfen ihm nun zum so sehr gewünschten Engagement im Ausland.

Gross mag Hakan Yakin den Tranfer schweren Herzens gönnen, beurteilte den Wechsel aus sportlicher Sicht aber sehr kritisch: "Paris ist gewiss ein europäischer Grossklub, keine Frage. Aber der Verein hat in den letzten Jahren auf internationaler Ebene keine Stricke zerrissen.

Die Probleme von Vorgänger Ronaldinho

In Basel ein König, in Paris ein Prinz? Paris´ neuer Coach Vahid Halilhodzic gilt in Frankreich als Anhänger der Defensivstrategie mit nur einem Stürmer (Pauleta).

Jene Rolle hinter den Spitzen, die ihn am Rheinknie auf europäisches Format katapultierte, wird Yakin nicht mehr spielen können. Und mit seinem Vorgänger, dem brasilianischen Weltmeister Ronaldinho, erreichte die teure Equipe nur den enttäuschenden 11. Rang.

PSG, vor 33 Jahren aus der Fusion der beiden Vereine Saint-Germain-en-Laye und Paris FC (ex Klub von Gabet Chapuisat) entstanden, stagnierte in der vergangenen Saison trotz hoher Investitionen. Den letzten Meistertitel gewannen die Pariser in der Saison 1993/1994. Im Frühling des folgenden Jahres stiessen sie in der Champions League bis in die Runde der letzten vier vor. 1996 gewann PSG den Cup der Cupsieger.

Auf den Spuren Pottiers

Anfang der Sechzigerjahre hatte schon einmal ein Schweizer Paris erobert: Philippe Pottier selig. Der Romand, den sie seiner geringen Körpermasse (1,60 cm) im Parc des Princes alle nur "le petit prince" riefen, führte im Stade Français glänzend Regie.

Zwischen 1961 und 1966 erspielte sich der WM-Teilnehmer mit seinen Finten Ruhm und Ehre. Zur gleichen Zeit war mit Norbert Eschmann ein weiterer Schweizer in Paris aktiv.

Im aktuellen Championat sind die Schweizer Professionals mittlerweile in stattlicher Zahl vertreten. Zusammen mit Yakin verdienen mit Ricardo Cabanas (Guingamp), Fabio Celestini (Marseille), Patrick Müller (Lyon), Alex Frei (Rennes), Stéphane Grichting (Auxerre) und Johann Lonfat (Sochaux) beziehen sieben Schweizer ihr Geld in der höchsten Liga des aktuellen Europameisters.

Chronologie

Der Wechsel Hakan Yakins von Basel zu Paris St-Germain war geprägt von Schattenspielen, Dementis, Überreaktionen und wilden Spekulationen. Eine in Tagen gegliederte Zusammenfassung der Emotionen in Rot-Blau:

Donnerstag, 24. Juli:

In der französischen Zeitung "Le Parisien" erscheint ein Bericht, wonach Hakan Yakin zu Verhandlungen in Paris gastiert. Vertreter Basels nehmen vom Trip ihres Regisseurs, der überdies zu spät zum Training erscheint, verwundert Notiz. Äussern mag sich zu den Geheimgesprächen mit Paris St-Germain niemand konkret.

Freitag, 25. Juli:

Für die Sportfachzeitung "L´Equipe" steht fest: "Yakin arrive". Die Vereine seien sich über den Transfer einig. Gigi Oeri, die mächtige, mittlerweile aber zunehmend ohnmächtige Mäzenin Basels, dementiert die Geschichte umgehend: "Uns liegt kein Angebot vor." Für Trainer Christian Gross gehört der Wirbel "halt einfach zu diesem Business".

Samstag, 26. Juli:

Wenige Stunden vor dem Anpfiff der Partie FCB - Xamax bestätigen die Bebbi, eine konkrete Offerte aus Paris erhalten zu haben. Man wolle das Angebot nun prüfen und eine Lösung im Sinne aller involvierten Parteien suchen. Derweil Gross die (neue) Lage sachlich analysiert, findet Oeri zum Verhalten Yakins keine passenden Worte mehr.

Sonntag, 27. Juli:

Gross bittet Hakan und seinen Bruder Murat nach dem Training zu einem Gespräch unter sechs Augen. Der letzte Versuch des Zürchers, den abwanderungswilligen Spielmacher zum Bleiben zu bewegen, scheitert. Im Hintergrund verhandeln die Vereine bereits über die Höhe der Transfersumme.

Montag, 28. Juli:

Basel übermittelt den Parisern die Konditionen des möglichen Transfers. Bis zum späten Abend trifft in der Zentrale im St.-Jakob-Park indes keine Antwort ein. Eine weitere Verhandlungsrunde muss folgen.

Dienstag, 29. Juli:

Ertan Irizik, Halbbruder und Berater Hakan Yakins, fürchtet, der Wechsel seines Klienten könnte platzen und appelliert an die Vernunft aller Beteiligter. Gegen Abend sickert dann von offizieller Seite aber durch, dass sich die Vereine stark angenähert haben.

Mittwoch:

Um exakt 18.03 Uhr bestätigt der FCB per Communiqué den Abgang des gegenwärtig besten Spielmachers mit Schweizer Pass. "Auf Grund dessen Verdienste um den Verein entlässt der FCB den Nationalspieler", ist der Mitteilung zu entnehmen. Gegen vier Millionen Franken werden die Pariser nach Basel überweisen müssen. Yakin braucht diese Summe nicht mehr zu kümmern. Am Donnerstag wird der 26-Jährige erstmals mit dem PSG trainieren.

(bert/Si)

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