Fussball: Elmanders Frustbewältigung mit Schwedens U21

publiziert: Dienstag, 1. Jun 2004 / 15:21 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 1. Jun 2004 / 20:18 Uhr

Darmstadt - Das als krasser Aussenseiter gestartete Schweden steht nach zwei Spielen mit dem Punktemaximum als erster Halbfinalist der U21-EM in Deutschland fest. Grossen Anteil am überraschenden Erfolg hat Stürmer Johan Elmander mit bisher drei Toren.

Johan Elmander hatte bei jedem Tor seiner Mannschaft seine Füsse im Spiel.
Johan Elmander hatte bei jedem Tor seiner Mannschaft seine Füsse im Spiel.
Aus dem Lager Schwedens drangen vor dem Turnier die leisesten Töne an die Öffentlichkeit. Man habe nur kleine Hoffnungen auf die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Athen, hiess es aus dem Umfeld der "Tre Kronor" vor dem Auftakt zur U21-EM.

Zu viele und deutliche Niederlagen in der Vorbereitung dämpften zumindest die medialen Hoffnungen auf einen grossen Coup in Deutschland.

Dazu fehlen in Deutschland die in der Qualifikation zentralen Figuren des schwedischen Erfolgs, Mittelfeld-Motor Kim Källström und Goalie Andreas Isaksson.

Nun steht das allseits mit wenig Kredit in die EM gestiegene Schweden dank Siegen gegen Portugal (3:1) und Deutschland (2:1) bereits vor dem letzten Gruppenspiel heute gegen die Schweiz als Gruppensieger und Halbfinalist fest.

Defensive Ordnung

Grund für den nicht erwarteten Erfolg ist die bekannte defensive Ordnung der Schweden. "Es ist immer sehr schwierig, gegen sie zu spielen", so Bernard Challandes. "Sie haben grosse, robuste Innenverteidiger und spielen im Mittelfeld ein aggressives Pressing."

Mit Elmander verfügen die Skandinavier über einen exzellenten Konter-Stürmer, der an allen fünf Toren seines Teams in der EM beteiligt war. "Sie nutzen Ballverluste des Gegners im Mittelfeld blitzschnell aus", weiss Challandes. Geduld und Intelligenz seien Begriffe, die das Spiel Schwedens am besten beschrieben, so der Schweizer U21-Coach.

Sven-Göran Eriksson als Vorbild

Vater dieses Erfolgs ist der frühere schwedische Internationale Torbjörn Nilsson, der die älteste Nachwuchsauswahl des SFF seit 2002 betreut. Der heute 49-jährige Coach absolvierte 28 Länderspiele (9 Tore) und wurde 1982 mit dem "Guldbollen" als bester schwedischer Spieler des Jahres ausgezeichnet.

Im gleichen Jahr hatte Nilsson mit IFK Göteborg den UEFA-Cup gewonnen. Trainer war ein gewisser Sven-Göran Eriksson. Das sei die beste Erziehung gewesen, erklärt Nilsson noch heute.

Weil die Schweden ihren Gegnern (nach eigener Ansicht) technisch und im Tempo unterlegen sind, stellt Nilsson fünf Mittelfeldspieler auf. "Wir beginnen extrem defensiv und essen uns dann in die Partie", so der einstige Star von IFK Göteborg.

"Das ist zwar nicht attraktiv für die Zuschauer, aber wir wollen gewinnen." Vor dem Turnier hätten Italien, Portugal und Deutschland als grosse Favoriten gegolten, nun hätten sie zwei davon bezwungen, stellt Nilsson mit einer grossen Genugtuung fest.

Dabei war den Schweden in der Qualifikation ein peinlicher Fehler unterlaufen. Gegen San Marino setzten sie den eigentlich gesperrten Stefan Ishizaki ein und wurden prompt mit einer 0:3-Forfait-Niederlage bestraft.

Larssons Lust war Elmanders Frust

Ishizaki war auch in den ersten beiden Partien einer der auffälligsten Akteure im gelb-blauen Jersey. Vor allem nach seiner Einwechslung zur Pause gegen Portugal beeindruckte der Genua-Professional die Beobachter auf der Tribüne ebenso wie Haralampos Stefanidis.

Den grössten Eindruck hinterliess bisher aber fraglos Elmander, der als typische Nummer 9 bezeichnet wird. Drei der bisher fünf schwedischen Treffer bereitete der pfeilschnelle Hüne vor, und auch bei Ishizakis Tor gegen Portgual und Jon Jönssons Goal gegen Deutschland hatte er die Füsse im Spiel.

Dabei ist Elmander nur in Deutschland engagiert, weil Henrik Larsson im fernen Glasgow plötzlich doch wieder Lust auf die Nationalmannschaft sowie die EM in Portugal hatte und Elmander wieder aus dem Kader drängte.

Im ersten Frust wollte der Breda-Profi dem U21-Aufgebot gar nicht Folge leisten. Obwohl erst am letzten Donnerstag erst 23 Jahre alt geworden, steht der Captain des schwedischen U21-Teams vor dem sechsten Vereinswechsel als Profi. Seine Karriere startete Elmander mit Örgryte in Göteborg, wo die Späher von PSV Eindhoven auf den Stürmer aufmerksam wurden.

Elmanders Wertsteigerung

In Eindhovens Talentschmiede setzte sich Elmander aber nicht durch und wurde zum holländischen Ligakonkurrenten Feyenoord Rotterdam abgeschoben. Weil er dort abermals nicht glücklich wurde, wechselte er für zwei Jahre zu Djurgarden nach Stockholm.

Der Weg führte ihn wieder zurück zu Feyenoord, von er zu Breda ausgeliehen wurde und diese Saison spielte. Im Sommer zieht Elmander nun nach Kopenhagen zu Bröndby, praktisch für ein Taschengeld. Nach nunmehr zwei Spielen an der U21-EM kostet das ungeschliffene Stürmerjuwel nun 4 Mio. Euro.

Ob Elmander, der schon gegen Deutschland über müde Beine klagte, gegen die Schweiz eingesetzt wird, ist fraglich. Coach Nilsson monierte jedenfalls, dass die Erholungszeit für die Spieler mit nur einem Tag Pause zwischen der ersten und zweiten Partie viel zu kurz sei.

Weil die Schweden bereits als Gruppensieger feststehen, wird Nilsson einige Akteure im abschliessenden Gruppenspiel schonen. Das braucht für die Schweizer aber kein Vorteil zu sein, da sich die Ersatzspieler wohl für die Startformation im Halbfinal aufdrängen wollen.

Nilsson gab sich denn auch einigermassen bedeckt. "Wir haben keine Verletzten, aber Ishizaki ist gesperrt. Und ich garantiere, dass er diesmal nicht spielen wird."

(von Sascha Rhyner/Si)

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