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Umstrittener Ciriaco Sforza bei Bayern-München

Fussball: Sforza übte Selbstkritik

publiziert: Mittwoch, 17. Jan 2001 / 15:53 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 17. Jan 2001 / 16:29 Uhr

München - Ciriaco Sforza ist unzufrieden über sein erstes halbes Jahr bei Bayern München. «Wenn ich damit zufrieden wäre, hätte ich in München nichts zu suchen», sagte der Schweizer Nationalmannschafts-Captain.

Obwohl der 30-Jährige Italo-Schweizer seit seiner Rückkehr nach München als einziger Bayer alle Pflichtspiele absolvierte, ist er umstritten und alles andere als eine souveräne Leaderfigur. Pfiffe von den eigenen Fans nach oft durchwachsenen Leistungen zeugen davon. «Er muss sich steigern», fordert selbst sein Trainer und Mentor Ottmar Hitzfeld. Für rund zwölf Millionen Mark von Kaiserslautern gekommen, sucht Sforza immer noch nach seinem Platz im Münchner Star-Ensemble.

Zunächst spielte Sforza zusammen mit Patrik Andersson in der Vierer-Abwehrkette als Innenverteidiger. Als Stefan Effenberg und Jens Jeremies verletzt ausfielen, half Sforza im Mittelfeld aus. Zuletzt versuchte er sich als Libero, spürte aber den langen Schatten von Lothar Matthäus. «Einen Matthäus kann man in einem halben Jahr nicht vergessen machen. Erstens, weil er ein Riesenspieler, und zweitens, weil er sehr lange bei den Bayern war. Man braucht Akzeptanz, und die muss man sich erarbeiten. Nun kennen mich meine Mitspieler besser, sie wissen, dass ich kein Stinkstiefel bin. So steigt man langsam in der Hackordnung auf», meinte Sforza.

Den Ruf, ein «Stinkstiefel» zu sein, hatte ihm Bayern- Vizepräsident Karl-Heinz Rummenigge bei seinem ersten Engagement an der Isar 1995 verpasst. Gerade ein halbes Jahr beim FC Bayern, bandelte Sforza schon mit Inter Mailand an, wohin er zum Ende jener Spielzeit dann auch wechselte. Kein Wunder, dass das in München nicht gut ankam. Noch im vergangenen Jahr wehrte sich Rummenigge ebenso wie Manager Uli Hoeness gegen Hitzfelds Wunschspieler. Doch nachdem der Coach bereits trotz aller Bedenken der Führungscrew Stefan Effenberg wieder eingegliedert hatte und sonst kaum bezahlbare Defensiv-Spieler auf dem Markt waren, stimmte man schliesslich zu. «Als ich 1995 das erste Mal zum FC Bayern kam, hat jeder Fehler gemacht. Der Verein und ich auch. Darüber haben wir uns ausgesprochen», sagt Sforza heute, und ist es eigentlich leid, über alte Geschichte Auskunft geben zu müssen. Die unrühmliche Vergangenheit kann er am besten mit Topleistungen vergessen lassen.

(kil/sda)

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