Costa Rica erstmals im Viertelfinal

Goalie Navas versetzt sogar den Staatschef in Ekstase

publiziert: Montag, 30. Jun 2014 / 13:38 Uhr
«Wir sind durch!!! Wir haben es geschafft!!! Giganten!!!», twitterte Costa Ricas Staatschef Luis Guillermo Solís.(Archivbild)
«Wir sind durch!!! Wir haben es geschafft!!! Giganten!!!», twitterte Costa Ricas Staatschef Luis Guillermo Solís.(Archivbild)

Dass Costa Rica erstmals bei einer WM im Viertelfinal steht, hat es vor allem dem überragenden Goalie Keylor Navas zu verdanken. Gegen Griechenland hielt er den entscheidenden Penalty.

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Costa Ricas historische WM-Heldentaten nehmen langsam mythologische Ausmasse an. «Wir sind durch!!! Wir haben es geschafft!!! Giganten!!!», twitterte sogar Costa Ricas Staatschef Luis Guillermo Solís nach dem Penaltykrimi gegen Griechenland. Die Ticos eine der besten acht Fussball-Mannschaften der Welt? Unfassbar, aber wahr. Am Samstag fordert die Nummer 28 der Weltrangliste in den Viertelfinals die Holländer heraus.

«Titanen! Costa Rica besiegte Griechenland im Elfmeterschiessen und stieg in den Olymp auf!», titelte 'La Nación'. Das Fünf-Millionen-Einwohner-Land in Mittelamerika versinkt im WM-Rausch - und liegt Penalty-Held Keylor Navas zu Füssen. «Keylor (Navas) ist unser Zeus», feierte die Presse den überragenden Keeper.

«Wir können sehr stolz sein»

Auf dem Handy des Hochgelobten gingen nach dem Thriller von Recife pausenlos Glückwunsch-SMS ein. Mit pantherhaften Paraden hielt Navas sein Team beim 1:1 nach Verlängerung im Spiel und wehrte auch noch den entscheidenden Penalty des ehemaligen Bundesliga-Torschützenkönigs Theofanis Gekas ab. «Ich danke Gott. Das ist ein Traum, der wahrgeworden ist. Wir können sehr stolz sein», so der 27-jährige Keylor Navas vom spanischen Erstligisten Levante. Und auf einem «Selfie» posierte Navas mit der Trophäe für den besten Spieler der Partie.

«Einer er besten Torhüter der Welt»

«Ich denke, er ist einer der besten Torhüter der Welt», meint Luis Pinto, Costa Ricas Erfolgstrainer. In jedem Fall ist Navas nach dem Ausscheiden der Mexikaner mit Guillermo Ochoa der bislang auffälligste Goalie der WM mit den meisten Hochglanzparaden. Schon beim Sieg gegen Uruguay trieb der zweifache Familienvater die Angreifer der Südamerikaner zur Verzweiflung. Gegen Italien (1:0) und England (0:0) hielt Navas seinen Kasten ebenfalls sauber. Gegen die Griechen ging es genauso weiter. Teufelskerl Navas entzückt seine Landsleute und war bislang der Garant dafür, dass Costa Rica keines der ersten vier Spiele (davon drei gegen ehemalige Weltmeister) verloren hat.

«Wir sind eine Einheit»

Im Rampenlicht stand Navas bislang noch nicht häufig. Vor vier Jahren wechselte er von Costa Ricas grösstem Club Deportivo Saprissa zum spanischen Verein Albacete. 2011 ging er zu Levante, wo er zwei Jahre lang die Nummer zwei hinter dem Uruguayer Gustavo Munua blieb. Erst in der vergangenen Saison arbeitete sich Navas zum Stamm-Goalie hoch. In der gesamten WM-Qualifikation musste er bloss sieben Gegentore hinnehmen; an der WM bislang in vier Spielen erst zwei.

«Es gibt nicht nur mich. Wir sind eine Einheit», meinte Navas. Aber Costa Ricas Klasse verwundert - selbst die FIFA. Nach dem 1:0 gegen Italien wurden sogar sieben Akteure der Ticos zur Dopingprobe gebeten. Normal sind zwei. Es sollte absolut sicher gestellt werden, dass es bei dem Fussball-Wunder auch mit rechten Dingen zugeht.

Jetzt warten Robben, Wesley Sneijder & Konsorten auf Navas. «Wir haben grosses Selbstvertrauen. Wir wollen mehr», meint Pinto, der Trainer. «Wir werden gegen Holland mit dem nötigen Respekt antreten, aber mit dem klaren Willen zu gewinnen.» Das Märchen soll weitergehen.

(ig/Si)

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