Mühsame EM-Quali

Hitzfeld schimpft über Termine der UEFA

publiziert: Donnerstag, 9. Jun 2011 / 13:16 Uhr
Ottmar Hitzfeld ist unzufrieden.
Ottmar Hitzfeld ist unzufrieden.

Der Schweizer Fussball-Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld bezeichnete den Terminkalender der Europäischen Fussball-Union (UEFA) mit den EM-Qualifikationsspielen Anfang Juni in einem Interview gegenüber dem «Kicker» als «Katastrophe».

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Hitzfeld wird zitiert: «Er beinhaltet, dass eine Nationalmannschaft am 3. oder 4. Juni ein Spiel hat, obwohl die einzelnen Ligen in Etappen aufhören. Das ist ein Unding. Es kann nicht sein, dass zwischen dem 14. Mai und 4. Juni eine dreiwöchige Pause eingelegt wird», meinte der 62-Jährige auch in Bezug auf den letzten Bundesliga-Spieltag am 14. Mai.

Man könne die Nationalmannschaften keineswegs für drei Wochen zusammenziehen. Deshalb hätten die Nationaltrainer ein Riesenproblem. Die Spieler müssten auf Ferien verzichten, und «die meisten Vereine beginnen um den 20. Juni wieder mit der Vorbereitung».

CL-Final auch am Mittwoch möglich

Warum müsse ein Final der Champions League an einem Samstag stattfinden, was die Saison noch zusätzlich in die Länge ziehen würde, fragte Hitzfeld. «Bei diesem Spiel kann man meinetwegen eine Ausnahme machen, dann sind es halt zwei Wochen. Aber drei Wochen sind eindeutig zu lang. Ausserdem hat der Final der Champions League eine so überragende Bedeutung, dass man ihn auch auf einen Mittwoch legen kann. Aufgrund der vielen Spiele herrscht diese Terminnot. Da muss man flexibler agieren.»

Hitzfeld selber wisse nicht, nach welchen Kriterien die Verbände entscheiden, ob Sponsoren ein Mitspracherecht haben oder die TV-Anstalten. «Es geht ja ums grosse Geld. Viele Spieler und Trainer leiden darunter. Dem wahren Fussball ist damit nicht gedient.»

Mentale und medizinische Probleme

Hitzfeld verweist auch auf die mentalen Probleme. «Es ist logisch, dass die Spieler schon ein bisschen abschalten», so der einstige Trainer von Borussia Dortmund und Bayern München. Vor allem müsse man die medizinischen Aspekte berücksichtigen. «Die Verletzungsgefahr ist grösser, wenn man nicht kontinuierliche Spielpraxis hat und von null auf hundert starten muss.»

Er habe im Rahmen des EM-Qualifikationsspiels der Schweiz in England (2:2) mit seinem Kollegen Fabio Capello gesprochen, sagte Hitzfeld weiter. «Capello hat nicht nur geschimpft, sondern geflucht, was das für ein Unding sei, obwohl sie in England bis zum 22. Mai gespielt haben.» Dennoch sei es unverantwortlich. Es müsse eine Lösung geben, so Hitzfeld.

(bert/Si)

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