Tragödie

Katastrophe von Hillsborough jährt sich zum 25. Mal

publiziert: Dienstag, 15. Apr 2014 / 10:10 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 15. Apr 2014 / 10:26 Uhr
Bereits am vergangen Wochenende im Topspiel vom FC Liverpool gegen Manchester City wurde an die Katastrophe gedacht.
Bereits am vergangen Wochenende im Topspiel vom FC Liverpool gegen Manchester City wurde an die Katastrophe gedacht.

London - Der 15. April 1989 hätte ein schöner Fussballtag werden können: Strahlend blauer Himmel empfing die Fans von Liverpool und Nottingham Forest, die zum Halbfinal um den FA Cup ins nordenglische Sheffield gereist waren. Stattdessen wurde es der schwärzeste Tag in der britischen Sportgeschichte.

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Bei der Katastrophe im Hillsborough-Stadion starben 96 Menschen, totgedrückt und zertrampelt am Zaun um das Spielfeld. Die juristische und politische Aufarbeitung dauert bis heute an. Aber das Drama leitete auch eine Revolution im englischen Fussball ein.

Obwohl an dem Samstagnachmittag vor 25 Jahren viel mehr Fans aus Liverpool anreisten, wurden sie zum kleineren Leppings Lane Block im Westen des Stadions geleitet.

Um 14.30 Uhr waren die Ränge direkt hinter dem Tor bereits überfüllt. «Als ich mich umsah, sah ich ältere und deutlich erfahrenere Fans nervös werden», erinnert sich der Liverpool-Fan Adrian Tempany.

Vor dem Stadion warteten zu dieser Zeit noch immer tausende Liverpool-Fans auf den Einlass, der Druck an den Eingangstoren stieg.

Ein verhängnisvoller Entscheid

Schliesslich traf Polizei-Einsatzleiter David Duckenfield die verhängnisvolle Entscheidung, das Eingangstor zum Westblock zu öffnen. Innerhalb von Minuten strömten rund 2000 weitere Fans durch einen Tunnel ins Stadion, direkt in die schon überfüllten Ränge.

Die Folgen waren katastrophal: Dutzende Menschen wurden an den Absperrgittern zum Spielfeld qualvoll zu Tode gequetscht. «Einen Meter von mir entfernt gab es Tote, sie wurden stehend erdrückt», berichtet Tempany. «Tausende Menschen riefen um Hilfe, sie brüllten 'Hier gibt es Tote!'»

Nichtsahnend genehmigte die Polizei pünktlich um 15.Uhr den Anpfiff. «Nach vier Minuten traf ich die Torlatte», erinnert sich der Liverpooler Stürmer Peter Beardsley. «Im Rückblick bin ich froh, dass es kein Tor war» - die Leute, die noch draussen standen, hätten ansonsten das Gebrüll gehört und wären dann noch mehr auf die Ränge gedrängt.

Nach sechs Spielminuten, als Menschen in Panik versuchten, über die Eisengitter aufs Spielfeld zu klettern, unterbrach der Schiedsrichter die Partie. Endlich öffnete die Polizei ein Tor des überfüllten Blocks zum Spielfeld.

Halb erstickte Fans strömten auf den Rasen, hunderte Verletzte mussten versorgt werden, in der Not wurden Reklamewände zu Tragen umfunktioniert. Nur eine einzige Ambulanz wurde aufs Spielfeld gelassen - Symbol für die vielen Fehlentscheidungen der Polizei an diesem Tag.

Polizei vertuscht ihre Fehler

Die Boulevardzeitung «The Sun» berichtete wenig später fälschlicherweise, betrunkene Liverpool-Fans hätten die Panik ausgelöst. Auch die Polizei schob die Schuld Hooligans zu.

Doch im August 1989 dann verwies eine Untersuchungskommission auf Fehler der Polizei. Im September 2012 schliesslich kam eine Untersuchung sogar zu dem Schluss, dass die Polizei eigene Fehler bewusst vertuscht hatte.

Dies veranlasste Premier David Cameron dazu, sich öffentlich bei den Familien der Opfer zu entschuldigen. Im März dieses Jahres begannen neue Anhörungen zu der Katastrophe, die mindestens ein Jahr dauern sollen.

(ww/sda)

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