Basel-Salzburg 0:0.

Kein Salzburger Tor im Basler Joggeli

publiziert: Donnerstag, 13. Mrz 2014 / 21:01 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 13. Mrz 2014 / 22:38 Uhr
Giovanni Sio im Zweikampf mit dem Salzburger Andre Ramalho.
Giovanni Sio im Zweikampf mit dem Salzburger Andre Ramalho.

Der personell erheblich geschwächte FCB erreichte gegen Salzburg vor eigenem Publikum ein 0:0. Unter den aktuellen Umständen und angesichts der Dominanz der Red-Bull-Equipe ist das Remis als Erfolg zu taxieren.

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Salzburgs dehnte die frühe Druckphase zu einer längeren Dominanz mit einem Cornerverhältnis von 11:2 aus. Überraschend kam der entschlossene Auftritt nicht. Derweil die Gäste ohne die geringste Verzögerung demonstrierten, weshalb sie seit Monaten von einem Erfolg zum nächsten verblüffenden Resultat gestürmt waren, fehlte dem FCB wegen einer regelrechten Verletzungswelle nicht nur der Captain Marco Streller, sondern eine ganze Reihe von Schlüsselfiguren.

Unter diesem Aspekt ist das torlose Remis für Basel als Ergebnis zu werten, das durchaus zu verkraften ist. Zum einen stoppten sie einen aufgeputschten Kontrahenten, der seit dem 28. November ausnahmslos gewonnen hat und sich erstmals seit dem 2. Dezember 2012 (gegen Austria Wien) in der Offensive ergebnislos abmühte, andererseits dürfte sich das medizinische Bulletin mutmasslich etwas entschärfen.

Blick nach vorne

In der Red-Bull-Arena ist zwar mit einem noch intensiveren Salzburger Crescendo zu rechnen, aber die Chance auf einen weiteren Viertelfinal-Vorstoss hat Basel sicherlich nicht verspielt. "Wir hielten gut dagegen, obschon uns Spieler fehlten, auf die wir eigentlich angewiesen sind", kommentierte Fabian Frei die ordentliche Darbietung der diversen Stellvertreter der abwesenden Prominenz. Sie hätten nach einem schwierigen Auftakt eine ansprechende Performance geboten.

Auch für Murat Yakin ist das 0:0 ein Unentschieden, mit welchem er im Gegensatz zu den (zu) vielen Remis-Partien im Championat gut leben kann: "Uns genügt im Rückspiel vielleicht bereits ein Unentschieden. Für die Salzburger ist das Ergebnis unangenehmer als für uns." Allzu lange mochte er sich mit der europäischen Aufgabe indes nicht mehr beschäftigen: "Aarau ist ab sofort wichtiger als alles andere."

Der erste "Nuller" der Offensive nach 61 Wettbewerbsspielen löste in den Reihen der überaus selbstbewussten Red-Bull-Repräsentanten indes keine allzu grosse Hektik aus. Roger Schmidt nahm den unüblich bescheidenen Ertrag an seinem 47. Geburtstag ohne spezielle Gefühlsregung zur Kenntnis - und deutete die Ausgangslage anders als sein Basler Amtskollege: "Gefährlich ist das 0:0 nicht. Wir müssen jetzt einfach das Heimspiel gewinnen, dann sind wir eine Runde weiter."

FCB mit den letzten Ressourcen

Dass der FCB vor knapp 17'000 Zuschauern früh und dauerhaft in Bedrängnis geraten könnte, war nur schon der personell prekären Lage wegen zu befürchten. Murat Yakin musste wegen einer regelrechten Flut von Forfaits mit Spielern eine Formation formieren, die im Herbst vorwiegend keine Rolle gespielt hatten. Von jenem Ensemble, das in der Champions-League-Gruppenphase Chelsea zweimal entzaubert hatte, blieben nur Sommer, Serey Die, Frei und Stocker übrig.

Der Schweizer Titelhalter beanspruchte quasi die letzten Ressourcen - auf der Bank sassen neben Mohamed Elneny, dem einzigen einigermassen namhaften Professional, vier Junioren, unter ihnen zwei 17-Jährige ohne jegliche Erfahrung auf höchstem Level. Der österreichische Leader stellte den havarierten und in der Not umgebauten Gastgeber in der ersten Viertelstunde mit dem erwarteten Pressing vor entsprechend grosse Probleme.

Keeper Yann Sommer hatte schon nach knapp 120 Sekunden die erste heikle Szene zu entschärfen. Mit dem einen Vorstoss begnügten sich die roten Bullen selbstredend nicht. Mit dem Schub von 14 Siegen in Serie verschafften sie sich weitere Vorteile. Kampl, der kaum zu kontrollierende slowenische Spektakel-Produzent, und der smarte Taktgeber Leitgeb verschärften das Tempo vorzeitig.

Rudelbildung und eine FCB-Ehrenmeldung

Und schnell einmal verdeutlichte sich auch, dass der imposante Leistungsausweis Salzburgs nicht nur auf schön anzusehender Fussball-Kunst basiert, sondern auch eine Menge Energie im Projekt steckt - und zwar abgesehen von der jährlichen Finanzspritze aus der Red-Bull-Zentrale. Coach Roger Schmidt hat eine Mannschaft formiert, die im Bedarfsfall auch zu rustikalen Mitteln greifen kann.

In der ersten Halbzeit verwickelte Salzburg den FCB in mehrere harte Zweikämpfe - und zwar nicht nur einmal ohne Rücksicht auf physische Verluste. Hinteregger und Ilsanker verschonten ihre Kontrahenten nicht. Sie interpretierten das Duell mit dem Branchenleader der Super League offenbar auch als Prestige-Angelegenheit.

Mit wie viel Emotionen der Vertreter einer einst stolzen Fussball-Nation, die in der letzten Dekade nicht manchen Coup zu zelebrieren hatte, den auf europäischer Ebene zuletzt um Längen erfolgreicheren FCB bekämpfte, war während einer "Rudelbildung" ersichtlich. Einer wilden Herde gleich rempelten die Salzburger die Bebbi an.

Schmidts Erkenntnis

Dem B-Team Basels entglitt die Orientierung aber trotz der teils hektischen Verhältnisse nicht. Der Defensiv-Verbund hielt dem Druck stand und gewährte dem gefürchteten spanischen Stürmer Jonatan Soriano kaum einen Quadratzentimeter Raum zu. Der Topskorer, in der Liga und in der Europa League mit 30 Treffern der überragende Angreifer, kam überhaupt nicht zum Zug - und das ist aus der Optik Basels eine Ehrenmeldung wert.

Salzburgs Coach Schmidt attestierte dem FCB eine bemerkenswerte Kampfkraft und bemängelte zugleich die fehlende Effizienz seiner eigenen Kreativabteilung: "Wir verhielten uns etwas zu kompliziert und setzten bei den Chancen zu wenig nach." Mit einer weiteren Gala im Stile der letzten Runde gegen Ajax (6:1 Treffer in 180 einseitigen Minuten) habe er aber ohnehin nicht gerechnet: "Dass uns Basel den Sieg nicht auf dem Silbertablett servieren würde, war jedem von uns klar."

Basel - Salzburg 0:0
St.-Jakob-Park. - 17'027 Zuschauer. - SR Hategan (Rum).

Basel: Sommer; Arlind Ajeti, Suchy, Sauro; Philipp Degen, Serey Die (90. Embolo), Frei, David Degen; Stocker, Delgado (71. Elneny); Sio (92. Albian Ajeti).

Salzburg: Gulacsi; Schwegler (46. Klein), Ramalho, Hinteregger, Svento; Kampl (91. Lazaro), Ilsanker, Leitgeb, Mané; Zulj (85. Berisha), Soriano.

Bemerkungen: FCB ohne Streller, Safari, Diaz, Voser, Xhaka, Ivanov (alle verletzt), Schär (Trainingsrückstand), Callà (nicht spielberechtigt), Salzburg ohne Alan, Vorsah, Ulmer (alle verletzt). Profi-Debüt der beiden 17-jährigen FCB-Junioren Embolo und Albian Ajeti. Verwarnungen: 14. Serey Die und Hinteregger (beide Unsportlichkeit, beide im nächsten Spiel gesperrt), 20. Sané (Unsportlichkeit/Schwalbe), 23. Sio, 70. Klein, 84. Philipp Degen (alle Foul).

(bert/Si)

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