Aufregender Sieg der Nati

Mit Geduld und einem «goldenen Händchen» des Trainers

publiziert: Montag, 16. Jun 2014 / 15:12 Uhr
Die Schweizer Nati feierte einen unglaublichen Startsieg.
Die Schweizer Nati feierte einen unglaublichen Startsieg.

Wo soll man anfangen? Beim zu Unrecht aberkannten Offside-Tor von Josip Drmic?

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Bei Michael Arroyos abgefälschtem Freistoss nach 86 Minuten, als sich Diego Benaglio bereits auf dem Weg in die falsche Ecke befand? Beim ebenso riskanten wie gelungenen Tackling von Valon Behrami im eigenen Strafraum, mit dem der Tessiner Puncher den mutmasslichen K.o verhinderte? Vielleicht damit, dass auch ein Foul Behramis Vorrücken ins Mittelfeld nicht bremsen konnte? Dass Haris Seferovic mit seiner Spielverlagerung auf Rodriguez das Siegtor ebenfalls einleiten half?

Oder beim «goldenen Händchen» von Ottmar Hitzfeld bei den Spielerwechseln? Dass seine beiden Joker Admir Mehmedi und Haris Seferovic addierte 21 Minuten brauchten, um die Partie zu drehen? Vielleicht bei den beiden Assists von Ricardo Rodriguez? Allein die aufregende zweite Halbzeit der Schweizer Auftaktpartie gegen Ecuador bietet genug Stoff, um mehrere Zeitungsseiten zu füllen.

Einwechslungen zahlten sich aus

Die Schweiz hatte es verschiedenen Aspekten zu verdanken, dass sie bei der zehnten WM-Teilnahme zum vierten Mal ein Startspiel siegreich gestalten konnte. Die Einwechslungen von Admir Mehmedi (für den blassen Valentin Stocker) und Haris Seferovic (für den zwar emsigen, aber glücklosen Josip Drmic) etwa zahlten sich voll aus: Mehmedi benötigte für sein zweites Länderspiel-Tor genau 122 Sekunden, Seferovic knapp 18 Minuten. «Der Trainer hat alles richtig gemacht», sagte Seferovic halb lachend, halb im Ernst. Mehmedi sprach davon, dass er enttäuscht gewesen sei, weil er nicht von Anfang hatte spielen dürfen. «An einer WM hat man sich aber in den Dienst des Teams zu stellen. Das habe ich getan. Es ist ein Zeichen von Moral, wenn zwei Spieler von der Bank kommen und den Unterschied ausmachen können.»

Die Schweiz wusste, dass sie beim Stand von 1:1 viel gewinnen, aber noch viel mehr verlieren konnte. Es war ein Balanceakt. Was tun also? Volle Attacke gehen mit dem Risiko, sich mit dem 1:2 für den weiteren Verlauf der Vorrunde eine gewaltige Hypothek einzuhandeln? Oder besser den einen Punkt mitnehmen? Das Endresultat unterstützte die erste Theorie, der Poker ging voll auf. «Man muss bei 1:1 riskieren», bestätigte Seferovic.

Grosse Portion Geduld

So wenig aussagekräftig die WM-Checks gegen Jamaika und Peru im Bezug auf die Spielintensität waren, eins hatten sie aufgezeigt: Dass die Schweiz offensichtlich über eine gehörige Portion Geduld verfügt, wie sie eben benötigt wird, um die sogenannt schlagbaren Gegner auch zu schlagen. Diese Fähigkeit hat dem Team von Hitzfeld bereits in der WM-Qualifikation einige Male zu guten Resultaten verholfen. Bereits in diesen Partien war sie als Favorit jeweils dazu gezwungen, die Rolle des Spielmachers einzunehmen.

Gegen Ecuador war dies nicht anders. Zumindest in der ersten Halbzeit wirkte es wenig erbaulich, erschwerend dazu kam der 0:1-Rückstand, der die Sache gegen einen noch defensiveren Gegner alles andere als erleichterte. «Wir hatten grosse Mühe, waren nervös. Aber wir haben uns zurückgekämpft.» Als Spiegelbild für den Schweizer Auftritt nannte Mehmedi den 50-Meter-Sprint nach Tackling und dem zum Glück gegebenen Vorteil (nach Foul der Ecuadorianer im Mittelfeld) von Behrami. «Das war ein Sinnbild unseres Auftritts. Es war ein Krampf.» Einer mit erfolgreichem Ausgang.

(bg/Si)

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