Nur kleinere Probleme in den Host-Cities

publiziert: Sonntag, 8. Jun 2008 / 08:37 Uhr / aktualisiert: Montag, 9. Jun 2008 / 11:50 Uhr

Basel - Die Behörden in Zürich, Bern, Genf und Basel haben nach dem Eröffnungsspiel der EURO 2008 vom Samstagabend eine positive Bilanz gezogen.

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Nur kleine organisatorische Details seien zu verbessern, sagte ein Sprecher an einer Medienkonferenz. Es sei in allen Städten «mehr oder weniger alles ruhig» verlaufen. Zu den Details mit Verbeserungspotenzial zählten Warteschlangen bei den Stadien, die kürzer sein könnten, sagte der UEFA-Sprecher weiter.

Der Start zum Grossereignis ist aus Sicht des Basler Sicherheitsdepartements geglückt. Laut Klaus Mannhart, Sprecher des Sicherheitsdepartements, mussten wegen Randalierens und Gewalt gegen Beamte zwölf Personen in Polizeigewahrsam genommen werden.

Zudem sei sehr viel getrunken worden. Deshalb habe man auch eine eigens für die EURO eingerichtete Ausnüchterungszelle öffnen müssen. 20 Trunkenbolde mussten ihren Rausch ausschlafen.

Kreislaufprobleme

In Stadt und Stadion hatten sich am Samstagabend über 100'000 Fussballfans aufgehalten. 200 von ihnen mussten von der Sanität betreut werden, meistens wegen Kreislaufproblemen oder kleinen Blessuren, wie Mannhart sagte.

Insgesamt verfolgten in den Basler Fan-Zonen 42'000 Menschen das Spiel, im Stadion waren es 40'000. Trotz der Menschenmassen gab es mit dem Verkehr laut EURO-Projektleitung keine Probleme. Viele Personen benützten den öffentlichen Verkehr.

Polizei greift durch

Auch in der Stadt Zürich hat das Eröffnungsspiel kaum Spuren hinterlassen. Die Stadtpolizei musste rund um die Fanzone am Bellevue einige Male eingreifen, als es wegen übermässigen Alkoholkonsums zu Pöbeleien gekommen war. Vorübergehend wurden einige Personen festgenommen, wie ein Polizeisprecher sagte.

Zahlreiche Polizisten in Uniform und Zivil beobachteten das Geschehen in der Fanzone akribisch und griffen sofort durch, wenn sich Unruhe anbahnte. Kurz nach Beginn des Spiels hatte die Polizei einen kurzen Einsatz. Laut Polizeisprecher Marco Cortesi hatte ein Zuschauer einem anderen die Faust mitten ins Gesicht geschlagen. Die beiden Streithähne wurden aus der Menge geholt.

Die Zürcher Sanitätsdienste verbrachten eine ruhige Nacht. Bis am Morgen meldeten sich in den Behandlungsstellen nur wenige Personen. Es habe sich um leichte Fälle gehandelt, schreiben die Sicherheitskräfte. In der Fanzone am Bellevue hatten mehrere zehntausend Personen die Spiele mitverfolgt.

Auch in Bern und Genf verlief die Nacht ruhig. Die Berner Polizei hatte weniger zu tun als an normalen Wochenenden. Die Sanitätspolizei brachte eine betrunkene Person in die Ausnüchterungsstation und betreute insgesamt 45 Personen. In den Fanzonen der Berner Altstadt hielten sich mehrere zehntausend Menschen auf. In Genf meldeten die Behörden keine Schlägereien.

Zurückhaltende Präsenz

Wie überall zu beobachten war, herrschte am Abend in der Innerstadt eine sehr gute und friedliche Stimmung. Ernüchterung trat allerdings nach dem Tor ein, dass die Schweiz kassieren musste. Jubel brach hingegen bei tschechischen Fans aus, die ebenfalls in den Fan-Zonen waren.

Besucher sagten nach dem Spiel über die Ambiance, das sei «wie Fasnacht, aber internationaler». Zurückhaltend blieb die Präsenz der Polizei in der Innerstadt.

Enttäuscht aber friedlich

Nach dem Sieg der Tschechen waren die Schweizer Fans enttäuscht, blieben aber friedlich.

13'000 Fussball-Fans hätten das Spiel auf Grossleinwänden in der Fan-Zone bei der Kaserne, rund 6000 in einer weiteren Zone am Rhein und rund 10'000 auf dem Münsterplatz mitverfolgt, sagte Thomas Dürr von der Fan-Zonen-Betreiberin Act Entertainment (Act) nach dem Match vor den Medien. Der Rest war auf dem Marktplatz.

Für den Marktplatz konnte Dürr die Zuschauerzahlen aber nur schätzen, da dort keine Zugangskontrollen durchgeführt wurden. Die Fan-Zone bei der Kaserne war nicht ganz voll, die übrigen schon. Die Zugangskontrollen funktionierten gemäss Dürr gut.

Keine rechte Festlaune

Als mit dem Schlusspfiff feststand, dass die Schweiz mit 0:1 verloren hatte, war die Enttäuschung beim Publikum gross. Die Stimmng vermochte sie aber nicht vollends zu zerstören. Die Menge zog in Richtung Innenstadt.

Schon bald wurden wieder die ersten Hopp-Schwiiz-Rufe laut. Die Hoffnungen richteten sich auf das nächste Spiel vom kommenden Mittwoch. Dennoch: In der Fanmeile am Limmatquai kam keine rechte Festlaune auf. Es hatte wieder leicht zu regnen begonnen, und es war kalt.

Rasch leerte sich die Fanzone. Vor den Eingängen der Arena warteten schon jene Fussballfreunde, die sich das Spiel Portugal-Türkei ansehen wollten, das um 20.45 Uhr in Genf angepfiffen wurde.

Verhaftungen am Hauptbahnhof

Im Grossraum Hauptbahnhof und Langstrasse in Zürich verhaftete die Kantonspolizei Zürich nach eigenen Angaben seit Freitagabend zehn Personen aus der Schweiz, Tunesien, Italien Eritrea, Gambia, Guinea und Sierra Leone. Als Gründe wurden Drogenhandel, Sachbeschädigungen und fremdenpolizeiliche Massnahmen angegeben.

In Bern und Genf verlief die Nacht ruhig. Die Berner Sanitätspolizei brachte eine betrunkene Person in die Ausnüchterungsstation und betreute insgesamt 45 Personen. Genf meldete keine Schlägereien.

Zu Zusammenstössen kam es am Samstagabend dagegen im österreichischen Klagenfurt und im liechtensteinischen Vaduz.

(ht/sda)

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