Pechvogel Frei bleibt beim Team

publiziert: Sonntag, 8. Jun 2008 / 14:23 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 8. Jun 2008 / 20:00 Uhr

Zuerst die guten Nachrichten: Alex Freis teilweise gerissenes Innenband am linken Knie bedingt keine dritte Operation innerhalb eines Jahres. Und der Schweizer Captain bleibt beim Team, wo er künftig als wichtiger Motivator fungiert.

Alex Frei mit Krücken und Köbi Kuhn.
Alex Frei mit Krücken und Köbi Kuhn.
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«Ich hätte ihn ganz bestimmt darum gebeten, doch war das gar nicht nötig», freute sich Kuhn am Sonntagmittag. «Alex bleibt auf eigenen Wunsch bei der Mannschaft und lässt seine Verletzung hier behandeln. Wir haben das mit Borussia Dortmund bereits so abgesprochen. Alex bleibt eine absolute Leaderfigur in unserem Team und ist auch als Motivator wichtig.»

Frei fällt mindestens sechs Wochen aus. Weil sich die Verletzung nach dem EM-Beginn ereignete, kann der Schweizer Rekordtorschütze nicht mehr durch einen zusätzlich nachnominierten Stürmer ersetzt werden.

Nach den verletzungsbedingten Ausfällen von Frei und zuvor Blaise Nkufo sowie der Streichung von Thomas Häberli verbleiben damit nur noch zwei nominelle Sturmspitzen im Schweizer Kader, darunter der ebenfalls angeschlagene Marco Streller und der international gänzlich unerfahrene Eren Derdiyok.

Bester Torschütze der Super League

«Wir haben noch immer den besten Torschützen der Super League im Kader», sagt Coach Köbi Kuhn und verweist auf Hakan Yakin. Und er bezeichnet auch Daniel Gygax und Johan Vonlanthen als Spieler, die jederzeit im Sturm eingesetzt werden können. «Zudem wüsste ich nicht, wen ich aus dem aktuellen Kader zu Gunsten eines weiteren Stürmers zu Hause hätte lassen sollen. Wir haben ganz einfach nicht genügend Stürmer im Land, die auf internationalem Niveau mithalten können.»

Sechs Tage zwischen Hoch und Tief

Für jenen, der sich als Torschützenkönig in Frankreich und Topskorer in Dortmund international längstens bewährt hat, ist die EM am Samstagabend nach lediglich 43 Minuten jedoch bereits zu Ende gegangen.

Nur sechs Tage nach seinem überschwänglichen Jubel gegen Liechtenstein, als Frei Kubilay Türkyilmaz´ Rekordmarke mit 35 Treffern übertroffen hatte, kam der deprimierende Tiefschlag.

Schon zwei Operationen

Ein Jahr des Leidens mit zwei Operationen fand seine schlimme Fortsetzung: Nach längeren Hüftproblemen musste sich der Pechvogel am 14. Mai letzten Jahres Verknöcherungen aus der Hüfte entfernen lassen und fiel drei Monate aus. Nur Tage nach seinem schnellen Comeback zog er sich im August zwei Muskelfaserrisse in der Wade zu und musste sich am 6. November einem erneuten Eingriff unterziehen.

Diesmal wurde beschädigtes Gewebe in der Wadenmuskulatur operativ behandelt. Erst am 26. März dieses Jahres hatte der ehrgeizige Schweizer Captain nach einer exakt einjährigen Pause gegen Deutschland sein Comeback in der Schweizer Nationalmannschaft gegeben.

Die stetig bessere Form bei Borussia Dortmund und seine drei Tore in den abschliessenden EM-Tests gegen die Slowakei und Liechtenstein liessen Frei auf eine grosse EM hoffen. Er wollte in diesen drei Wochen im Juni Europa erobern und später -- im Rentenalter -- seinen Kindern und Enkelkindern mit glänzenden Augen vom historischen Eröffnungsspiel am 7. Juni 2008 erzählen. Stattdessen wird er auf den schlimmsten Tag in seiner bisherigen Fussball-Karriere zurückblicken müssen.

(Von René Baumann/Si)

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