Schällibaum entlassen

publiziert: Montag, 16. Aug 2004 / 12:56 Uhr / aktualisiert: Montag, 16. Aug 2004 / 17:51 Uhr

Servette hat seinen Trainer Marco Schällibaum entlassen. Präsident Marc Roger traf den Entscheid nach einer Besprechung mit dem Gesamtvorstand.

Marco Schällibaum hat an der Seitenlinie in Genf ausgeschrien.
Marco Schällibaum hat an der Seitenlinie in Genf ausgeschrien.
Präsident Marc Roger traf den Entscheid nach einer Besprechung mit dem Gesamtvorstand. Schällibaum ist nach Martin Rueda (Aarau) der zweite Trainer der noch jungen Super-League-Saison, der freigestellt wurde.

Interimistisch übernimmt der Rumäne Adria Ursea, der bisherige Assistent von Schällibaum, die Trainingsleitung. Gerüchteweise soll der Mehrheitsaktionär Marc Roger bereits Kontakt zu einem Franzosen mit bekanntem Namen Kontakt aufgenommen haben. Im März hatte Roger mit Schällibaum noch um zwei Jahre verlängert.

Servettes Klubleitung sah sich nach dem desaströsen 0:3 in La Chaux-de-Fonds gegen Neuchâtel Xamax, der fünften Niederlage im sechsten Wettbewerbsspiel der Saison, zu dieser nicht unerwarteten Massnahme veranlasst.

Schällibaum sagte dazu: "Ich trage die Verantwortung für den schlechten Saisonstart. Ein Punkt aus fünf Spielen ist zu wenig. Deshalb hat meine Entlassung eine Logik. So ist das Geschäft. Ich bin aber enttäuscht, dass mir nicht die Zeit zugestanden wurde, die mir Marc Roger versprochen hatte. Zwei, drei Spieler haben meinen Wechsel forciert." Namen nannte Schällibaum keine, doch dürfte es sich um Viorel Moldovan, Massimo Lombardo und Hervé Alicarte handeln. Er sei traurig, aber nicht niedergeschlagen, fügte Schällibaum an und versicherte, dass er im Trainermetier bleiben wolle.

Der 42-jährige Zürcher, der die Genfer seit dem Sommer 2003 trainiert und letzte Saison auf Rang 3 und in die Qualifikation für den UEFA-Cup führte, war durch zahlreiche Mutationen gezwungen, seine Equipe ganz neu zu formieren. Der 31-fache ehemalige Internationale befand sich seit Saisonbeginn in der Defensive. Er hatte die schwierige Aufgabe, 20 neue Spieler zu integrieren und eine schlagkräftige Mannschaft zu bilden, die auf Anhieb funktionieren und Erfolg haben sollte.

Die Equipe wurde von Mehrheitsaktionär Marc Roger auf diese Saison hin mit 20 (!) Neuzuzügen und beträchtlichem finanziellen Aufwand aufgerüstet, liess aber bislang jede Ordnung und jeden Zusammenhang vermissen.

(bsk/Si)

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