WM-Tagebuch: «Stolz, Schweizer zu sein»

publiziert: Donnerstag, 17. Jun 2010 / 11:20 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 17. Jun 2010 / 18:20 Uhr
Ätsch Spanien, das war wohl nichts. (Bild: Gelson Fernandes)
Ätsch Spanien, das war wohl nichts. (Bild: Gelson Fernandes)

In seinem WM-Tagebuch berichtet der fussball.ch-Fussball-Experte Pascal Dörig über die Highlights, Überraschungen und Enttäuschungen des vergangenen WM-Tages. Highlight? Natürlich die Sensation der Schweizer Nationalmannschaft.

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Liebes Tagebuch: Unter dem gewohnten Lärm der Vuvuzelas startete das erste Spiel des Tages. Dabei fragte ich mich, was haben eigentlich alle mit diesem Vuvuzela-Lärm? Seit Beginn der WM haben sie mich noch kein einziges Mal genervt und trotzdem reden am Bildschirm alle davon wie nervig sie sind.

Auch mein Bruder sieht das so wie die TV-Leute, für mich unverständlich. Hoffentlich ändert sich das jetzt nicht nach meinem Tagebuch-Eintrag. Vielleicht achte ich einfach ab jetzt mehr darauf und werde sogar gezwungen die Spiele ohne Kommentar zu verfolgen und muss sie gar selbst kommentieren, was ich sowieso schon mache, wenn ich ehrlich bin.

«Chapeau, Chile!»

Nun jedoch zum Spiel zwischen den Schweizer Gruppengegnern Chile und Honduras. Die Südamerikaner waren während der ganzen Begegnung dominant und gewannen hochverdient und viel zu knapp mit 1:0. Ein paar Sorgenfalten machten sich auf meiner Stirn breit, als ich die Leistung der Chilenen sah. Technisch und läuferisch auf höchstem Niveau zogen die «Rojas» ihre Leistung 90 Minuten durch.

Hätte ich zu diesem Zeitpunkt schon den Ausgang des Schweizer Spiels gekannt wären diese Sorgenfalten wohl gar nicht erst auf meiner Stirn aufgetaucht. Mein persönlicher Höhepunkt des Spiels war nicht das Tor von Jean Beausejour sondern die Parade von Honduras-Hüter Noel Valladares. Wie er diesen Ball von der Linie kratzte war schlichtweg genial. Meiner Meinung nach hätte man diesen 'Save' als Tor für Honduras werten sollen. Okay hier spricht sicher der Schweizer Fan in mir, der über ein 1:1 nicht so unglücklich gewesen wäre.

Ein neuer Nationalfeiertag

Dann begann es, das Spiel der Spiele, Schweiz gegen Spanien. So nervös war ich bisher wohl nur bei Spielen meines FC Basels. Wie gewohnt waren zuerst die Hymnen beider Teams auf dem Programm. Bei den Spaniern sang kein Akteur mit. Alle die dachten, wie arrogant und peinlich, die kennen nicht einmal den Text ihrer eigenen Hymne, kann ich beruhigen. Der «Marcha Real» («Königlicher Marsch») ist eine der wenigen Hymnen ohne Text.

Was dann auf dem Feld geschah gehört seit gestern zum Grundwissen jedes Schweizer Bürgers. Ich wäre gar dafür, dass man den 16. Juni in einen zweiten Nationalfeiertag umwandelt. Für Siegestorschütze Gelson Fernandes würde ich dazu noch eine Statue vor dem Bundeshaus errichten lassen. Ach was, nicht nur für ihn, für das ganze Team. Ob ich ein Gesuch beim Nationalrat einreichen soll?

«Stolz Schweizer zu sein»

Eine witzige Sache kam mir im «Sportflash» des Schweizer Fernsehen zu Gesicht. Während der Tour de Suisse war Olympiasieger Fabian Cancellara ständig über den Zwischenstand in Durban informiert. Er liess es sich dann auch nicht nehmen seine spanischen Radfahrkollegen etwas auf die Schippe zu nehmen, als die Partie vorbei war und das alles während des Rennens. Mir fielen dann Sprüche ein wie «Eine Nation steht zusammen» oder «Stolz Schweizer zu sein.»

Als mir später kurz der Gedanke in den Kopf stiess, dass die «Seleccion» sich gedacht hat «immer gewinnen macht unsympathisch», verbannte ich diesen sofort wieder. Ein dickes Lob geht an Ottmar Hitzfeld. Wie lange der gelernte Mathematiklehrer wohl an dieser Formel gesessen hat? In einem Mathematikbuch wird er sie wohl kaum gefunden haben. Vielleicht noch ein Satz an die Autofahrer, die gestern auch zwei Stunden nach dem Spiel noch munter umher gehupt haben: «Wir sind noch nicht Weltmeister, das war erst der erste Sieg auf dem Weg dahin.»

Der nächste «Schweizer Einsatz»

Da war doch noch was am Abend?! Achja mit Südafrika gegen Uruguay stand noch ein weiteres Spiel auf dem Programm. Mit Schweizer Beteiligung wohl gemerkt. Massimo Busacca kam zu seinem ersten WM-Einsatz. Bellinzona und Lugano befanden sich auch auf dem Platz. Bellinzona in Form von Massimo Busacca, der aus dem Tessin stammt und Lugano dank dem uruguayischen Kapitän, Diego «Lugano».

Die Geschichte vom Spiel ist schnell erzählt. Diego Forlan brachte Uruguay nach 24 Minuten in Führung, erhöhte in der zweiten Halbzeit per Elfmeter und Alvaro Pereira war in der 95. Minute für den 3:0-Endstand besorgt. Für Südafrika-Torhüter Itumeleng Khune ist die WM wohl vorbei. Wegen einer Notbremse, die zum obengenannten 2:0 führte, zeigte ihm der Schweizer Unparteiische die rote Karte. Dass die «Bafana Bafana» den Sprung in die Achtelfinals noch schafft ist nun höchst zweifelhaft. Die 'Urus' dagegen sind der Qualifikation einen grossen Schritt näher gerückt.

(Pascal Dörig/news.ch)

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