Zürich in der Aussenseiter-Rolle

publiziert: Mittwoch, 26. Jul 2006 / 07:53 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 26. Jul 2006 / 08:31 Uhr

Erstmals bestreitet der FC Zürich dank seinem zehnten Meistertitel, den er in der Vorsaison in letzter Sekunde mit dem 2:1 in Basel gewann, die Qualifikation zur Champions League. Mit Salzburg wartet am Mittwoch im Hardturm (20.15 Uhr) freilich ein sehr starker Gegner auf die Stadtzürcher.

Zürichs Trainer Lucien Favre: «Wir werden ganz normal spielen.»
Zürichs Trainer Lucien Favre: «Wir werden ganz normal spielen.»
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Lucien Favre machte erst grosse Augen, dann schmunzelte er einen Moment lang leicht und überlegte noch einmal. Der Trainer war gefragt worden, was für ihn gegen Salzburg entscheidend sei. «Wir werden ganz normal spielen», gab er letztlich als Antwort. Sie dürften bei der Balleroberung nicht zu euphorisch werden, sondern müssten konzentriert bleiben. «Sonst haben wir plötzlich eine Unterzahlsituation, dann wird es schwierig», ergänzt er.

Der Romand lässt sich nicht gerne in die Karten schauen. Und Favre wird auch nicht müde, den Gegner stark zu reden. Er schwärmt vom Kader der Österreicher, von «vielen erfahrenen, internationalen Spielern». Er spricht davon, dass nur ein Einheimischer in der Startformation steht und lobt dessen Qualitäten: «Aufhauser geht gerne in die Tiefe und macht Tore.» 44 Mal war er bisher in der Bundesliga erfolgreich.

Dass bei Salzburg 14 (!) neue Spieler integriert wurden auf diese Saison hin, sieht Favre nicht als Nachteil. «Sie spielen seit einem Monat mit den gleichen Spielern und dem gleichen System; also sind sie eingespielt», erklärte er. Er hatte aber auch beobachtet, dass die ersten beiden Meisterschaftsgegner von Salzburg «Angst hatten und keinen Druck auf die Abwehr» gemacht hätten.

Aufgepasst auf Zickler

Von seinem Team, das im Durchschnitt 22-jährig ist, hat Favre einen guten Eindruck. «Die Spieler arbeiteten konzentrierter als vor den Partien gegen Luzern und Aarau», berichtet er. Die Automatismen in der Abwehr funktionierten allerdings noch nicht hundertprozentig, fügte er hinzu - obwohl der FCZ die ersten beiden Meisterschaftsspiele zu Null gewann.

Im gestrigen Training, das er kurzfristig vom Hardturm auf den normalen Trainingsplatz auf der Allmend Brunau verlegt hatte, führte Favre die Spielweise Salzburgs, die er sich auf einem kleinen Spickzettel notiert hatte, vor. Schon vor der knapp 70-minütigen Einheit hatte er dem Team den Gegner nochmals im Video präsentiert.

«Sehr defensiv», beurteilt der neue Abwehrchef Hannu Tihinen die Einstellung des Gegners, der die Meisterschaft im letzten Jahr im 2. Rang abschloss und in dieser Saison in prominenter Besetzung auf und neben dem Feld den vierten Titel anstrebt.

«Sie versuchen zu Null zu spielen und schalten dann sehr schnell auf Angriff um», erklärt der 30-jährige Finne. Vor allem der frühere Bayern-Profi Alexander Zickler ist den Zürchern aufgefallen. «Er liest das Spiel sehr gut und bewegt sich immer an der Offsidelinie», hat Tihinen beobachtet.

Zu Hause zu Null

Für den Finnen, der mit seinem letzten Verein Anderlecht dreimal in der Qualifikation zur Champions League stand und jeweils die Hauptrunde erreichte, ist es wichtig, zu Hause ohne Gegentreffer zu bleiben. «Wenn wir unsere Chancen so optimal nutzen wie zuletzt, werden wir auch Tore schiessen», ist er überzeugt. Und er lobt die hohe Qualität in der Mannschaft.

Blerim Dzemaili, der diese Partien als Belohnung für das Erreichte der letzten Saison sieht, ergänzt, «dass wir auch in Salzburg ein Tor schiessen können, und dann sind sie kaputt».

Das Ziel des FC Zürich ist jedenfalls klar. «Wir wollen in den Europacup», sagt Sportchef Fredy Bickel. Das hätten sie schon vor der Auslosung vorgegeben. «Wir erhielten zwar das wohl schwerste Los, aber wir können unser Ziel deswegen nicht einfach ändern.»

Grosse Zuversicht

Entsprechend strahlt die Mannschaft grosse Zuversicht aus. Alhassane Keita, in den ersten beiden Meisterschaftsspielen gegen Luzern und Aarau bereits je zweifacher Torschütze, kündigte euphorisch gleich Treffer an und behauptete gegenüber der Radio-Energy-Reporterin keck: «Zürich ist 200 Prozent Favorit.»

Goalie Johnny Leoni meinte zwar, dass aufgrund des Kaders und des Budgets von Salzburg, das dank den grosszügigen Zuschüssen von Milliardär und Red-Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz rund 35 Mio. Euro beträgt, Salzburg Favorit ist, ergänzte aber mit einem schelmischen Schmunzeln, «dass nicht immer der Favorit gewinnt».

(von Sascha Rhyner (Si), Zürich/Si)

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