Sperren für Zidane und Materazzi
publiziert: Donnerstag, 20. Jul 2006 / 17:25 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 20. Jul 2006 / 18:11 Uhr

Die FIFA-Disziplinarkommission hat Zinédine Zidane und Marco Materazzi für ihr Verhalten in der Verlängerung des WM-Finals bestraft.

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Zidane trifft zur Anhörung bei der FIFA in Zürich ein.
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Der zurückgetretene Zidane wurde für drei, Materazzi für zwei Partien gesperrt. Materazzi erhielt die Strafe und eine Busse in Höhe von 5000 Franken für die Provokationen, auf die Zidane in der 110. Minute mit dem brutalen Kopfstoss reagierte.

Mit welchen Worten genau der italienische Verteidiger seinen Gegenspieler aus der Reserve gelockt hatte, ist nicht bekannt. Die fünfköpfige FIFA-Disziplinarkommission unter der Leitung des Schweizers Marcel Mathier bestritt allerdings, dass die Beleidigungen rassistischer Natur waren. Beide Spieler sollen die Provokationen von Materazzi zwar als ehrverletzend, aber nicht als rassistisch bezeichnet haben.

Milde Strafe für Zidane

Zidane hatte bereits Monate vor dem WM-Final seinen Rücktritt vom Profifussball angekündigt, deshalb fiel die Strafe gegen den Franzosen - neben der Sperre eine Busse von 7500 Franken - mild aus. Der ehemalige Spielmacher gab der FIFA das Versprechen, drei Tage für humanitäre Aktionen zur Verfügung zu stehen.

Zuvor hatte Zidane am FIFA-Hauptsitz in Zürich eineinhalb Stunden lang Rechenschaft über den 14. und zweifellos meistbeachteten Platzverweis seiner Karriere abgelegt. Materazzi war bereits am 14. Juli vernommen worden und hatte sein Verhalten bereut.

Image-Schaden

Die Spielsperren werden Zidane genauso wenig treffen wie die Busse. Doch sein Image hat seit der Roten Karte und dem verlorenen WM-Final Schaden genommen. Die französische Sportzeitung «L´Equipe» kritisierte insbesondere Zidanes Versuch, sich aus der Verantwortung zu reden.

«Falls es Zidane nicht genügt, eine Ikone zu sein und er auch noch ein Engel sein will, dann muss man daran erinnern, dass es der 14. Platzverweis seiner Karriere war. Und man darf auch nicht so tun, als habe man vergessen, was die italienische Presse enthüllt hat: Dass der Franzose im WM-Halbfinal gegen Portugal den Schiedsrichter einen Hurensohn genannt hat.»

(bert/Si)

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