Sexwale zieht zurück
FIFA-Präsidentschaftswahl nur mit vier Kandidaten
publiziert: Freitag, 26. Feb 2016 / 14:15 Uhr / aktualisiert: Freitag, 26. Feb 2016 / 14:43 Uhr
Tokyo Sexwale will kein Kandidat sein der alles spaltet.
Tokyo Sexwale will kein Kandidat sein der alles spaltet.

Tokyo Sexwale zieht sich aus dem Rennen um die Nachfolge von Sepp Blatter zurück. Der Kongress läuft, nur noch vier Präsidentschafts-Kandidaten stehen zur FIFA-Wahl.

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Nach dem ersten ausserplanmässigen Programmpunkt kämpfen im Zürcher Hallenstadion Scheich Salman bin Ibrahim Al-Khalifa (Bahrain), Gianni Infantino (Schweiz), Jérôme Champagne (Frankreich) und Prinz Ali bin-Hussein (Jordanien) um den Zuspruch der Wähler.

Wie viele Votanten nun ins Lager der Mitkonkurrenten wechseln, ist offen. Nur vereinzelte Mitglieder sprachen sich für Sexwale aus. Afrika, die Konföderation des Kandidaten aus Soweto, bekennt sich öffentlich primär zur Kampagne von Scheich Salman.

Sexwales Forfait kommt nicht völlig überraschend. Der milliardenschwere Unternehmer bot bereits vor Tagen erste Deals und Allianzen an. Während seiner Rede deklarierte er frühzeitig, "keine Führungskraft aus dem Fussball zu sein. Ich spielte im Gefängnis Fussball, ich weiss, wie man darüber spricht, aber ich kann niemandem die Fussball-Führung beibringen."

Er wolle als Kandidat der Versöhnung in Erinnerung bleiben, erklärte er vor den 207 Delegierten der Mitgliedsverbände. "Ich stelle mein Amt zur Verfügung, ich will keine Spalt-Kandidat sein." Und dann schob er scherzhaft nach: "Meine Kandidatur ist somit suspendiert."

Abtritt unter grossem Beifall

Der 62-Jährige trat indes nicht als erster Verlierer, sondern unter grossem Beifall ab. Die Kongress-Teilnehmer goutierten seine klaren Statements: "Die FIFA ist unter Beschuss. Wir müssen uns gemeinsam verteidigen, die Welt wartet darauf, dass der Weltverband untergeht."

Vor Sexwale hatten auch die übrigen Bewerber ihre letzten Botschaften platziert. Von den Favoriten punktete auf der grossen Bühne Infantino. In fünf verschiedenen Sprachen liess der wortgewandte Walliser seinen Charme spielen. Er habe eine Reise angetreten, "die ich vor fünf Monaten gar nicht vorhatte. Aber der Ruf der FIFA hat gelitten. Dann hat man zwei Möglichkeiten: sich zu verstecken und zu warten, oder aufzustehen und das Richtige zu tun."

Infantino touchierte das Publikum im gewünschten Bereich. Seine Rede strotzte vor Leidenschaft. Er gab sich als glühender Verehrer des Fussballs und auch als Mann, der die kleinen Verbände, die Entwicklung im Auge haben wird. Und er wiederholte sein Versprechen, für alle mehr Geld zu generieren und zu verteilen: "Das Geld der FIFA ist Ihr Geld!"

Salman über Reformen und Aufstockung des WM-Feldes

Salman rühmte sich als Vorsitzender des asiatischen Verbandes AFC damit, die nun beschlossenen Reformen des Weltverbandes in der eigenen Konföderation schon länger etabliert zu haben. Die Aufstockung des WM-Feldes thematisierte er ebenfalls: "Wir werden darüber sprechen müssen. Wenn es gewichtige Gründe gäbe, bin ich sicher, es zu tun." Aber sie müssten alle miteinbeziehen.

Bei den Zuhörern kamen die gut abgewogenen Worte Infantinos mutmasslich besser an als die eher technokratischen Messages von Salman. Ob es dem Vertreter der UEFA aber gelingen wird, in letzter Minute die Ausgangslage entscheidend zu verändern, ist dennoch zu bezweifeln. Absprachen und sogenannte Deals sind hilfreicher als charmante Ansprachen.

Derweil im Innern der Halle die Delegierten ihre Stimmen einreichten, protestierte ausserhalb eine Gruppierung lautstark gegen Scheich Salman. Im Sprechchor machten sie den Wahl-Favoriten für Menschenrechtsverletzungen in der Inselmonarchie Bahrain mitverantwortlich.

(arc/Si)

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